Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
German police officers search between the seats of the stadium prior to an international friendly soccer match between Germany and the Netherlands in Hannover, Germany, Tuesday, Nov. 17, 2015.  Following the attacks in Paris, security measures have been increased for the match. (AP Photo/Markus Schreiber)

Polizisten durchsuchen vor Spielbeginn das Stadion in Hannover.
Bild: Markus Schreiber/AP/KEYSTONE

«Ernsthafte Planungen, etwas zur Explosion zu bringen» – Länderspiel zwischen Deutschland und Holland kurzfristig abgesagt

Rund 90 Minuten vor dem geplanten Anpfiff ist das Fussball-Länderspiel Deutschland – Holland abgesagt worden. Der Polizeipräsident der Stadt Hannover sagte: «Es gab ernsthafte Planungen, etwas zur Explosion zu bringen.»



Das Fussball-Länderspiel zwischen Deutschland und Holland in Hannover ist abgesagt worden. «Es war beabsichtigt, einen Sprengsatz im Stadion zu zünden», sagte Hannovers Polizeipräsident Volker Kluwe im NDR. Man habe diese Warnung sehr ernst genommen. «Der entscheidende Hinweis hat uns etwa 15 Minuten nach der Öffnung der Stadiontore erreicht.»

Nach Informationen der «Kreiszeitung» soll angeblich ein Rettungswagen mit Sprengstoff entdeckt worden sein. Dazu gäbe es keine Informationen, dementierte Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius an einer Medienkonferenz.

An dieser nahm auch der deutsche Innenminister Thomas de Maizière Stellung. «Die Absage erfolgte aus Gründen des Schutzes der Bevölkerung. Die Absage kam spät. Das liegt daran, dass die Verdichtung der Hinweise und die darauf folgende Abwägung nicht früher möglich war.»

«Wir sind uns einig, auch und gerade nach dem heutigen Abend: Dass wir nicht bereit sind, unsere Lebensweise grundsätzlich zu ändern. Wir wollen an Bundesligaspiele, an Weihnachtsmärkte, Volksfeste feiern und das wird so bleiben!»

Thomas de Maizière, deutscher Innenminister

Details werden geheim gehalten

«Was hätte passieren können? Was war der Gefährdungsgrund, weshalb Sie abgesagt haben? Wie war der zeitliche Ablauf? Ich verstehe diese Fragen. Aber verstehen Sie bitte, dass ich darauf keine Antwort geben möchte. Warum? Ein Teil dieser Antworten würde die Bevölkerung verunsichern. Ein Teil dieser Antworten würde unser Verhalten in Zukunft erschweren. Ich bitte die deutsche Öffentlichkeit um einen Vertrauensvorschuss gegenüber den Behörden. Wir hatten gute Gründe, so zu entscheiden. Aber es hilft nicht weiter, die Einzelheiten so darzulegen, dass ihre verständliche Neugier befriedigt wird.»

Football Soccer - Germany vs Netherlands - International Friendly - Hanover, Germany - 17/11/15. German Interior Minister Thomas de Maiziere addresses a news conference after the match was called off by police due to a security threat.      REUTERS/Morris Mac Matzen

Innenminister de Maizière an der Medienkonferenz.
Bild: MORRIS MAC MATZEN/REUTERS

Ihm als Bundesinnen- und Sportminister sei die Entscheidung nicht leicht gefallen, betonte de Maizière. Er könne aus taktischen Gründen nicht näher auf die Art der Hinweise eingehen. «Wir alle hatten uns auf das Spiel gefreut. Es war eine besondere Geste auch des Fussballs. Umso bitterer ist eine solche Entscheidung und umso schwerer ist sie uns gefallen. Aber in solch einer Lage hat im Zweifel der Schutz der Menschen Vorrang. Und diesem Zweifel sind wir heute deswegen gefolgt.»

Teams noch nicht im Stadion

«Die Menschen machen sich sehr gesittet, sehr geordnet auf den Heimweg», berichtete n-tv-Reporter Alexander Oetker unmittelbar nach der Absage, «wir sind hier weit von einer Panik entfernt.» Die Deutsche Nationalmannschaft war zum Zeitpunkt der Absage noch nicht im Stadion. Sie befinde sich an einem sicheren Ort, wurde mitgeteilt.

Festnahmen gab es bislang keine. Man habe bislang auch keinen Sprengstoff gefunden, sagte Niedersachsens Innenminister Pistorius.

Der Kommentator des holländischen Senders NOS twittert dieses Bild, das einen Mann zeigt, der von der Polizei in Schach gehalten wird.

«Konkrete Gefahrenlage für ganz Hannover»

Die Polizei nannte zunächst keine Gründe, die zur Absage führten. Nach Informationen von «Spiegel Online» wurde am Stadion ein den Behörden bekannter sogenannter Gefährder gesichtet. Daraufhin habe der Niedersächsische Innenminister Boris Pistorius die Notbremse gezogen.

Der NDR zitierte Polizeipräsident Volker Kluwe. Dieser sprach von einer «konkreten Gefahrenlage für ganz Hannover. Es gab ernsthafte Planungen, etwas zur Explosion zu bringen.»

Der Nachrichtenagentur Sport-Informations-Dienst sagte Hannovers Bürgermeister Stefan Schostok: «Sicherheit geht immer vor. Es ist eine Befürchtung, die man immer hat. Ich vertraue der Polizei, dass sie hier die richtige Entscheidung getroffen hat. Wenn eine Gefährdungslage vorliegt, dann müssen solche Schritte eingeleitet werden.»

Auch Merkel wäre dabei gewesen

Eine Stunde vor der Absage hatte die Polizei wegen des Fundes eines verdächtigen Gegenstandes einen Bereich vor dem Stadion abgesperrt. Nach eingehender Kontrolle wurde jedoch Entwarnung gegeben.

Der Beginn der Partie war auf 20.45 Uhr geplant. Auch der Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel war vorgesehen. Nach den Anschlägen von Paris war der Partie in Hannover auch symbolische Bedeutung zugekommen: Die Anschläge ereigneten sich während eines deutsch-französischen Länderspiels in Paris. Vor der Partie sollte deshalb in Hannover auch die französische Nationalhymne «La Marseilleise» abgespielt werden.

Zuvor war bereits ein Testspiel in Brüssel zwischen Belgien und Spanien abgesagt worden. Der belgische Fussballverband entschied sich dazu aufgrund einer Empfehlung der nationalen Behörden und in Absprache mit der spanischen Nationalmannschaft.

German soccer fans stand outside the stadium as the soccer friendly match between Germany and the Netherlands was cancelled in Hannover, Germany, Tuesday, Nov. 17, 2015. (AP Photo/Markus Schreiber)

Heute gibt's keinen Fussball in Hannover: Fans vor dem Stadion.
Bild: Markus Schreiber/AP/KEYSTONE

Diese Teams haben sich für die EM 2016 qualifiziert

Das könnte dich auch interessieren:

CVP fährt grosse Negativ-Kampagne gegen andere Parteien – die Reaktionen sind heftig

Link zum Artikel

Wo du in dieser Saison Champions League und Europa League sehen kannst

Link zum Artikel

Migros Aare baut rund 300 Arbeitsplätze ab

Link zum Artikel

Eine Untergrund-Industrie plündert Banking-Apps wie Revolut – so gehen die Betrüger vor

Link zum Artikel

YB droht Bickel mit Gericht, nachdem er als Sportchef 40 Mio. verlochte

Link zum Artikel

Warum wir bald wieder über den Schweizer Pass reden werden

Link zum Artikel

«Ich hatte Sex mit dem Ex meiner besten Freundin…»

Link zum Artikel

Die amerikanische Agentin, die Frankreichs Résistance aufbaute

Link zum Artikel

Matheproblem um die Zahl 42 geknackt

Link zum Artikel

Wie gut kennst du dich in der Schweiz aus? Diese 11 Rätsel zeigen es dir

Link zum Artikel

«In der Schweiz gibt es zu viel Old Money und zu wenig Smart Money»

Link zum Artikel

So schneiden die Politiker im Franz-Test ab – wärst du besser?

Link zum Artikel

Röstigraben im Bundeshaus: «Sobald ich auf Deutsch wechsle, sinkt der Lärm um 10 Dezibel»

Link zum Artikel

So erklärt das OK der Hockey-WM in der Schweiz die Ähnlichkeit zum Tim-Hortons-Spot

Link zum Artikel

Die Geschichte von «Ausbrecherkönig» Walter Stürm und seinem traurigen Ende

Link zum Artikel

«Informiert euch!»: Greta liest den Amerikanern bei Trevor Noah die Leviten

Link zum Artikel

Keine Angst vor Freitag, dem 13.! Diese 13 Menschen haben bereits alles Pech aufgebraucht

Link zum Artikel

Der Kampf einer indonesischen Insel gegen den Plastik

Link zum Artikel

«Ich bin … wie soll ich es sagen … so ein bisschen ein Arschloch-Spieler»

Link zum Artikel

Alles, was du über die neuen iPhones und den «Netflix-Killer» von Apple wissen musst

Link zum Artikel

15 Bilder, die zeigen, wie wunderschön und gleichzeitig brutal die Natur ist

Link zum Artikel

Shaqiri? Xhaka? Von wegen! Zwei Torhüter sind die besten Schweizer bei «FIFA 20»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

Themen
1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • ferox77 17.11.2015 22:30
    Highlight Highlight 1 : 0 Daesh (IS) vs. Freie Restwelt
    Es läuft aber immer noch die erst Halbzeit.
    Verlängerung und Elfmeterschiessen wird es aber mit bestimmter Sicherheit auch noch geben.
    Allerdings werden bei diesem "Spiel" am Schluss alle als grosse Verlierer vom Rasen kriechen.
    Game over!

Assaidi erzielt das frechste Tor des Jahres – dumm nur, dass es Abseits war

11. September 2011: Oussama Assaidi ist gegen Groningen auf dem Weg zum 3:0 für Heerenveen. Doch da pfeift der Schiedsrichter Offside. Der Marokkaner schenkt uns immerhin noch einen Zirkustrick.

Jeder Fussballer weiss es: Ist die Pfeife des Schiedsrichters ertönt, darf ich nicht mehr weiterspielen. Es droht eine Gelbe Karte. Aber manchmal, da siehst du dich als Fussballer schon vor den eigenen Fans jubeln und kannst nicht anders, als die Aktion noch abzuschliessen.

Oussama Assaidi kennt diese Situation. Gegen Groningen hat der Linksaussen in der 62. Minute für Heerenveen auf 2:0 erhöht. Jetzt wird der Stürmer steil geschickt. Der Marokkaner ersprintet sich den Ball, steht alleine vor …

Artikel lesen
Link zum Artikel