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Kommentar: Olympia 2038 ist eine Chance, die die Schweiz packen sollte

epa12642369 Fans wave their Swiss flags during the first run of the men's Slalom race at the Alpine Skiing FIS Ski World Cup, in Adelboden, Switzerland, 11 Januar 2026. EPA/ANTHONY ANEX
Begeisterte Ski-Fans beim Slalom in Adelboden.Bild: keystone
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Wer nur fragt, was Olympia kostet, stellt die falsche Frage

Braucht es Olympische Spiele in der Schweiz? Nicht zwingend. Sollte die Schweiz zugreifen, wenn sich ihr die Gelegenheit bietet? Unbedingt!
25.01.2026, 04:5425.01.2026, 06:32

Kaum steht eine mögliche Olympia-Kandidatur im Raum, folgt zuverlässig derselbe Reflex: Wer soll das bezahlen? Auch das Projekt 2038 ist da keine Ausnahme: Ganze 92 Prozent der Personen, die Winterspiele in der Schweiz ablehnen, geben dafür Kostengründe an, wie aus einer exklusiven watson-Umfrage hervorgeht.

Die Kampagne für die Winterspiele 2038 soll bei einem Gesamtbudget von 2,2 Milliarden Franken mit rund 400 Millionen Franken von der öffentlichen Hand auskommen. Das ist natürlich sehr viel Geld. Aber 2024 betrug das Bruttoinlandsprodukt der Schweiz über 850 Milliarden Franken. Die 400 Millionen Franken entsprechen rund 0,047 Prozent davon.

Des ouvriers du Sud-Tyrol construisent la piste de bobsleigh "Olympia Bob Run St. Moritz-Celerina" le mercredi 18 decembre 2024 a St. Moritz dans le canton des Grisons. La piste de bobsleigh ...
Arbeiter errichten den Natureiskanal in Celerina.Bild: keystone

Das Argument von Gegnern, Olympische Spiele in der Schweiz würden den Steuerzahler zu stark belasten, zieht nicht. Das Budget wird weitgehend privat finanziert, auch die vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) geforderte Defizitgarantie soll von Privaten geleistet werden.

Die entscheidende Frage lautet daher nicht, was Olympia kostet. Sondern was Olympia der Schweiz bringen kann. Die Spiele können Gräben zuschütten, zwischen Stadt und Land, zwischen Deutsch- und Westschweiz.

Eine der grossen Stärken der Kandidatur ist ihre Dezentralität. Die Olympischen Spiele würden nicht nur im Engadin oder im Wallis ausgetragen werden. Sondern in neun Kantonen, zwischen Genf und St. Moritz, zwischen Zürich und Lugano. Der überwiegende Teil der Infrastruktur steht schon und wurde unlängst (Biathlon, Ski Freestyle) – oder wird bald (Eishockey, Ski alpin) für Weltmeisterschaften verwendet.

Noch ungeklärt ist der Bau einer kleinen Schanze in Engelberg. Möglicherweise erübrigt sich dieses Projekt, falls die IOC-Funktionäre sich dazu entschliessen, Wettkämpfe auf der im Weltcup-Alltag kaum verwendeten Normalschanze zu streichen. Schliesslich bestreiten auch Weitspringer im Sommer nicht zwei Wettkämpfe – einen mit kurzem und einen mit langem Anlauf.

Das ist der wohl grösste Trumpf: Viel gebaut werden müsste nicht. Und wenn ausserhalb der Sportstätten, etwa beim öffentlichen Verkehr, investiert wird, so kommen diese Investitionen allen zugute, nicht nur den zu erwartenden rund 3000 Sportlerinnen und Sportlern. Bis 2038 dauert es zwölf Jahre, was eine lange Zeit ist, um seriös und nachhaltig zu planen.

Niemand braucht Olympische Spiele. Aber wenn, dann doch am liebsten an einem Ort, wo der Wintersport zuhause ist. Statt auf autokratische Regimes zu zeigen, kann die Schweiz den Beweis antreten, dass Olympische Spiele nach wie vor auch in einer demokratischen, offenen Gesellschaft möglich sind. In einer politisch stabilen, verlässlichen und sicheren Nation.

Geld ist nicht nur für Notwendiges da, sondern auch für Lebensqualität. Für Kultur, für Feste – und dann und wann auch für ein nationales Grossereignis. Genau als das sollte diese Olympia-Kandidatur verstanden werden: als Angebot an die Schweizer Bevölkerung, ihr ein einmaliges Erlebnis zu ermöglichen.

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Olympische Winterspiele 2038: Vorgesehene Austragungsorte
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Diese Athletinnen und Athleten haben es *leider* nicht ins olympische Team geschafft …
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