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Kleine Fans des FC St. Gallen im Fussball Super League Spiel zwischen dem FC St. Gallen und dem FC Thun, am Sonntag, 28. Juni 2020, im Kybunpark in St. Gallen. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Platz für Fan-Fahnen wird es weiterhin genügend geben. Bild: keystone

Schweizer Ultras schweigen: Kein organisierter Support während der Corona-Zeit



Am Wochenende beginnt die neue Super-League-Saison nochmals mit gefühlten Geisterspielen. Doch bereits ab dem 1. Oktober sind wieder Partien mit mehr als 1000 Zuschauern erlaubt. Allerdings werden sich die Fankurven dann noch mit organisiertem Support zurückhalten. Das teilen mehrere Gruppierungen mit, etwa die Ostkurve von Meister Bern, der Dachverband 1879 des FC St.Gallen, die Muttenzerkurve des FC Basel oder die Südkurve des FC Zürich.

Gemeinsam hätten die Schweizer Fanszenen beschlossen, bis auf Weiteres nicht im Stadion in Erscheinung zu treten, heisst es in der Mitteilung der Fussballanhänger. Grund dafür sind die strengen Auflagen, unter denen die Spiele stattfinden werden: Sitz- und Maskenpflicht, die Angabe von Kontaktdaten oder das Verbot von Gästefans.

Die Basler Fans in der Muttenzerkurve begruessen die Mannschaften vor dem Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Basel 1893 und dem FC St. Gallen 1879 im Stadion St. Jakob-Park in Basel, am Sonntag, 2. Februar 2020. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

In der Regel gut gefüllt und stimmungsvoll: Die Muttenzerkurve in Basel. Bild: KEYSTONE

Sorge vor Weiterführung der Massnahmen nach der Pandemie

«Der Besuch von Fussballspielen bedeutet für uns Emotionen und Leidenschaft, lautstarker Support der Mannschaft, gemeinsame Reisen an Auswärtsspiele, sozialer Treffpunkt und vieles mehr. All dies ist unter den getroffenen Massnahmen nicht ansatzweise möglich, da sie diese Momente unterbinden», schreiben die organisierten Fans. Sie wollen erst dann zurückkehren, wenn in den Stadien wieder der Fussball den Takt vorgebe und nicht das Virus.

Für die Ultras ist klar, dass es nach erfolgreicher Bekämpfung des Coronavirus eine Rückkehr zum Zustand vor der Krise geben muss. Sämtliche Massnahmen seien zur Bekämpfung der Pandemie getroffen worden, betonen sie: «Wir werden sie entschieden bekämpfen, sollten sie von dieser Zielsetzung entkoppelt und schleichend in Repressionsinstrumente überführt werden.»

Als Geist verkleidetete Fans tragen einen Umhang mit der Aufschrift

Immerhin dürfte es 2021 keinen weiteren «Geistermeister» geben, da – Stand jetzt – wieder mehr Zuschauer erlaubt sind. Bild: keystone

In der Tat dürfte es manchen Politiker geben, der damit liebäugelt, eine oder mehrere der aktuellen Massnahmen auch künftig anzuwenden. Für die organisierten Fans ein Alptraum-Szenario.

Warnend weisen sie darauf hin: «Sowohl Behörden als auch Politik tun gut daran, die aktuelle Situation nicht zu missbrauchen, wenn sie auch künftig in ähnlichen Lagen auf eine Akzeptanz für getroffene Massnahmen zählen möchten.»

Spontane und unorganisierte Unterstützung

Dass es keinen organisierten Support geben wird, bedeute im Übrigen nicht, dass niemand aus der Kurve an den Match gehen dürfe, betont etwa die Muttenzerkurve: «Jeder kann für sich und von Spiel zu Spiel entscheiden, ob die Lust auf Fussball im Stadion unter diesen Voraussetzungen vorhanden ist.»

Auch die YB-Ostkurve überlässt es jedem Einzelnen, ob er ins Wankdorf pilgert: «Alle YB-Fans tragen Verantwortung dafür, dass unser Verein auch in dieser schwierigen Zeit die gebührende Unterstützung erhält. Im Stadion soll und darf es laut werden, wenn auch vorübergehend spontan und unorganisiert. Die Mannschaft soll den Rückhalt spüren.» (ram)

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36Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Bildung & Aufklärung 17.09.2020 22:07
    Highlight Highlight Zum Thema Fussballverband sei noch erwähnt: Die Zürcher Südkurve (gab sicher auch andere Fanverbünde und Kurven, aus Deutschland weiss ich dass viele äusserst solidarisch/sozial waren und z.B. auf die PflegerInnen, Niedriglohnsektoren aufmerksam machten!) hat im Frühling klar das Statement abgegeben, dass man entgegen des Fussballverbandes nicht für eine schnelle Öffnung oder BesucherInnen sei, sondern aus Rücksicht lieber einen Lockdown/keine Zuschauenden respektiere!

    Also die Fans haben mal wieder weitaus mehr Verantwortung/Herz gezeigt, als geldgierige Fussballverbände. Just sayin'.
  • Bildung & Aufklärung 17.09.2020 22:04
    Highlight Highlight Das gute ist ja, dass die reinen Konsumenten vor der Glotze (nichts gegen Leute die nicht ins Stadion können (ja, kostet auch Geld, Zeit, Aufwand etc. geht nicht um SVs) oder begründet wollen), die nie ein Stadion von innen sehen und wenn, dann Frass mapfend auf den Sitzplätzen etwas ins Handy tippen, die Fankulisse gar nicht brauchen für die Stimmung:

    Z.B. SRF sorgt dafür, in dem sie einfach ab Konserve die Klänge und Stimmungen der Fans einspielen.

    Unvergesslich, wie Fans zurecht boykottierten, eben damits KEINE Stimmung gibt und das SRF knallhart einfach die Konserve drübermanipulierte!
  • Staedy 17.09.2020 18:38
    Highlight Highlight Ihr habt da was missverstanden ihr Ultras, ihr selbsternannten Wächter des Fussballerlebnis. Euer Gehabe und alle eure vorgeschobene Sozialromatik passt einfach null und gar nicht zu diesem Kommerzsport in Reinkultur. Um es deutliche zu schreiben: Ihr braucht einzig die Bühne der höchsten Ligen um euch zu zeigen und die anonyme Masse um euch zu verstecken. Sonst müsstet ihr dies in einer unteren Liga zelebrieren, wo Fussball noch eher gelebt wird. Fakt bleibt, Fussball wurde vor euch und wird auch nach euch gespielt. Also braucht es euch auch gar nicht. Die Fans werden es feststellen.
    • Bildung & Aufklärung 17.09.2020 21:53
      Highlight Highlight Nicht falsch, die Anklage an den widerlichen Kommernz (Modern Football) korrekt, aber auch Quark, denn würde es um "die höchsten Ligen" gehen, würde man nicht für die Nati B (sorry, modernfootballish Tschällensch Liig) durch die ganze CH seinem Klub nachreisen.

      Sie würden gar nicht FCZ, FCL und FC Thun schauen, sondern so, wie all die anderen Eventheinis und Glory-Hunter 'Fans' v. BVB, Bayern, Milan oder sonst was sein.

      Die Hälfte oder Mehrheit der Leute in der CH ist 'Fan' von einem ausländischen grossen Klub. Die lachen alle über die CH Gurkenliga.

      Gurke isch mis Lieblingsgmües.
    • Bildung & Aufklärung 17.09.2020 21:57
      Highlight Highlight 2)

      Summa summarum kann man also feststellen, dass es wohl kaum um die grosse Bühne geht, auch wenn bei einigen diese Analyse sicher zutrifft und man durchaus auch fürs Sendungsbewusstsein, die entsprechende Resonanz ein bisschen Stimmung und Action macht und das in der 1. Liga Promotion kaum der Fall wäre, weils niemanden interessiert.

      PS: Mir geht der ganze Zirkus eig. auch immer mehr auf die Kronjuwelen, war irgendwie einiges echter, authentischer, spassiger in 90ern bis ca. 2010.

      Heute vielfach kalt, steril, TotalKommerz.

      DIESER KOMMENTAR WURDE IHNEN PRÄSENTIERT VON CHNUSCHTIFIRMA...
  • CalibriLight 17.09.2020 12:16
    Highlight Highlight Ach Gottchen, sind die ideenlos.....
    So im Stil von: wenns nicht ist wie in den guten alten Zeiten dann wollen wir halt gar nicht mehr....
    • René Gruber 17.09.2020 13:34
      Highlight Highlight Schon mal versucht mit Maske zu singen oder schreien? Das führt in kürzester Zeit zu akuter Atemnot.
    • Stinkstiefel 17.09.2020 13:50
      Highlight Highlight Ideenlos?

      Ich finde die Choreos der Ultras jeweils ziemlich kreativ. Aber gut, dass Leute in den Kommentarspalten über sie sülzen, das ist sich die Szene mehr als gewohnt. Kümmert kein Mensch.
    • Sergey 17.09.2020 15:37
      Highlight Highlight Hier geht es doch nicht um das... es ist schlicht nicht möglich mit den geltenden Regeln (welche durchaus Sinn machen in der momentanen Situation) einen anständigen Support zu tätigen.
      Zum Beispiel wird es unmöglich sein eine Blätterchoreo zu machen...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Autokorrektur 17.09.2020 12:00
    Highlight Highlight Hört sich für mich nach etwas Angst an. Wovor, ahne ich. Denn es ist wohl kaum das Sitzenbleiben oder die Maskenpflicht, die sie fürchten. Gerade die Idioten mit den Pyros in den Rängen, die man irgendwie nie so richtig zu fassen bekam. Ich wär dafür, dass die Personalien vor jedem Spiel abzugeben sind. Hätte ich auch kein Problem damit, wenn ich das muss.
    • Ruggedman 17.09.2020 12:32
      Highlight Highlight Ist ja nicht so dass die Ultras ein Saisonabi haben das über ihren Namen läuft.🙄
    • Sergey 17.09.2020 15:39
      Highlight Highlight Es geht wohl eher um die polizeiliche Willkür die im Fussball sowie im Eishockey herrscht.
    • Bildung & Aufklärung 17.09.2020 22:00
      Highlight Highlight Genau, und wer sich in die Fichen des Schweizer Schnüffelstaates vor gar nicht sovielen Jahren nicht eintragen lassen wollte und es gar nicht lustig fand, dass man auf Listen landete, der hatte sicher auch was zu verbergen...

      Hundertausende, fast eine Million (bei weit weniger als 8 Mio von heute) SchweizerInnen welche auf Listen landeten, weil sie sich menschlich oder humanitär politisch oder einfach demokratisch-kritisch irgendwo engagierten.

      Oder einfach ein Bier tranken...

      Dass man da nicht der grösste Fans von Fichierungen ist, oh Wunder!!!

      Wer nichts zu verbergen hat, hat... gäll.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Burkis 17.09.2020 11:28
    Highlight Highlight zuerst braucht's jetzt mal ein Stadion...
  • drüber Nachgedacht 17.09.2020 11:13
    Highlight Highlight Sobald der erste Superspreader Vorfall an solchen Spielen passiert, wird es mit den vollen Stadien sowieso wieder vorbei sein.

    Daher lohnt es sich gar nicht dazu etwas zu planen...
  • Glenn Quagmire 17.09.2020 10:41
    Highlight Highlight "Im Stadion soll und darf es laut werden, wenn auch vorübergehend spontan und unorganisiert."

    irgenwie besser als das oft monotone, langweile abspulen eines Programmes wie beim Männerchor Oberfrittenbach.
    • Illuminati 17.09.2020 10:55
      Highlight Highlight Sie waren sicher noch nie in einem Fussballstadion, geschweige denn in einer Kurve. Aber machen Sie sich nichts draus, sie werden auch nicht vermisst.
    • Glenn Quagmire 17.09.2020 11:06
      Highlight Highlight @Illuminati: Die Englischen Stadien waren früher alles andere als "organisiert" und die Stimmung war zig mal besser als alle mit Ultra-Chörli. Aber da warst du wohl leider noch zu jung dafür.

      Aber hey, schön dass du sagst wer ins Stadion soll und wer nicht....
    • Gigle 17.09.2020 11:29
      Highlight Highlight @Glenn und du warst natürlich ‚früher‘ in den englischen Fankurven unterwegs. Momol, sicher.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Bullet-Tooth-Joni 17.09.2020 10:19
    Highlight Highlight Gutes Signal der Fankurven mit einem ehrlichen und transparenten Statement.

    Ich persönlich freue mich sehr auf Spiele im Stadion und werde meinen Beitrag zu den Umständen entsprechenden und trotzdem möglichst stimmungsvollen Spieltagen zu leisten versuchen. 💛🖤

    Aber heute für einmal auch 💙❤🤍💚🤍💙🤍❤🤍🖤❤💙🤍 an alle Fussballaffinen und Fussballverrückten✌
  • Dave1974 17.09.2020 10:16
    Highlight Highlight Find ich eine gute Entscheidung.

    Aber auch die Betonung darauf, dass man das nicht stillschweigend zu einer Normalität werden lassen würde, wenn das Virus mal nicht mehr taktgebend ist.

    Es gibt eben schon ein breites Feld zwischen "Aluhut" und "Panikmacher- und -schieber".
    Und man ist auch nicht automatisch unsolidarisch, wenn man z.B. eine Maske hinterfragt und gleichzeitig aber die empfohlenen Grundregeln befolgt.

    Hinschauen und wach bleiben.
  • Tarek 17.09.2020 10:00
    Highlight Highlight Verständlich und aktuell vermutlich leider auch besser so.

Nicht nur die Fallzahlen steigen in der Schweiz an – darum wird es wieder ungemütlicher

Letzte Woche schauten wir auf acht Punkte, wie sich die Coronakrise in der Schweiz entwickelt. Es sah grundsätzlich stabil aus. Sieben Tage später zeigen einige Trends leider eher nach oben.

Fallzahlen, Testvolumen, Positivitätsrate, Hospitalisationen, Todesfälle – es gibt einige Statistiken, welche zusammen ein Bild von der Coronakrise ergeben. Stefan Kuster, Leiter Abteilung Übertragbare Krankheiten beim BAG, erklärte vor einer Woche an der Pressekonferenz: «Die Situation ist stabil, aber fragil.» Das gilt wohl auch heute noch. Allerdings zeigen Hospitalisationen und die Altersstruktur keine guten Tendenzen. Wir blicken auf acht Punkte rund um das Coronavirus in der Schweiz.

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