Matej Stransky verlässt den HCD – Meister jetzt und nicht später
HCD-Geschäftsführer Marc Gianola bestätigt ein entsprechendes Gerücht der NZZ. Zwar stehe Matej Stransky noch bis zum Ende der nächsten Saison beim HCD unter Vertrag. «Aber wir werden eine Lösung finden.» Er zeigt Verständnis für seinen Captain. Die Familie lebe seit anderthalb Jahren wieder in Tschechien.
Gratis wird Pardubice nicht zum besten Torschützen unserer Liga kommen. Marc Gianola sieht die Sache pragmatisch: «Gültige Verträge werden in der Regel durch die Zahlung einer Ablösesumme aufgelöst…». Da werde man schon eine Einigung finden. Und zwar im Sinne der Davoser: Ohne Freigabe ist ein Wechsel nicht möglich. Geld kann zwar Matej Stransky nicht ersetzen. Aber bei der Verpflichtung eines neuen Ausländers helfen.
Es gibt ab und an Spieler, die im Herbst ihrer Karriere vorzeitig in ihre Heimat zurückkehren. Im Sommer 2024 hat beispielsweise Roman Cervenka – Captain seines Teams damals auch er – die Lakers ein Jahr vor Ablauf seines Vertrages verlassen und ist in seine tschechische Heimat heimgekehrt. Die Welt ist deshalb nicht untergegangen. Die Lakers beenden diese Saison in der vorderen Tabellenhälfte auf Rang 7 und vor Zug. Spieler kommen und gehen, Klubs bleiben bestehen.
Und doch: Der HCD mit Matej Stransky ist nicht gleich wie der HCD ohne Matej Stransky. Die Chance zum ersten Titel seit der «Ära Arno Del Curto» (2015) ist mit dem tschechischen Leitwolf so gross wie noch nie. Meister jetzt! Die Liga ist im Umbruch und alle Titanen haben ihre grösseren und kleineren Sorgen.
Die ZSC Lions tragen die Last des Ruhmes aus zwei Meisterschaften und einem Triumph in der Champions League. Der SCB sucht im Tabellenkeller nach seiner Identität und findet sie nicht. Zug entwickelt sich zügig zum SCB der Zentralschweiz. Gottéron war sowieso noch nie Meister. Lausanne ist bereits zweimal im Final gescheitert. Lugano ist zwar auf dem Weg zurück nach ganz oben, aber dort noch nicht angekommen und Servette ist wohl zu stark von seinen Ausländern abhängig.
Nur beim HCD geigt es diese Saison praktisch ohne taktische, spielerische oder sonstige Misstöne. Alles greift ineinander wie bei einem Präzisions-Uhrwerk und der erste Qualifikationssieg seit 2011 ist die logische Folge. Also gilt: Wenn jetzt nicht Meister, wann dann das nächste Mal? Das Timing passt: Arno Del Curto hat zuerst zweimal den Spengler Cup (2000, 2001) und dann den ersten Titel (2002) gewonnen. Josh Holden hat den Spengler Cup bereits zweimal geholt (2023, 2025). Nun ist die Zeit für eine Meisterfeier gekommen.
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Der eingebürgerte Kanadier ist die Schlüsselfigur bei der HCD-Renaissance. Durch die Halbfinalqualifikation im letzten Frühjahr (4:0 im Viertelfinal gegen Zug) ist sein Vertrag automatisch um ein weiteres Jahr bis 2028 verlängert worden.
So viel Verständnis Marc Gianola für die vorzeitige Vertragsauflösung mit Matej Stransky nach fünf Jahren beim HCD zeigt, so wenig wird er Musikgehör für eine vorzeitige Abwerbung von Josh Holden haben, seit 2023 HCD-Cheftrainer. Zugs Manager und Sportchef – aktuell Patrick Lengwiler und Reto Kläy – müssen sich mindestens bis im Frühjahr 2028 gedulden.
