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Der Trainer des FC Luzern, Carlos Bernegger, beim Fussball Meisterschaftsspiel zwischen dem FC Luzern und dem FC St. Gallen am Sonntag, 28. September 2014, in Luzern. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Schon wieder verloren: Carlos Bernegger nach der Heimniederlage gegen St.Gallen in der vorletzten Runde. Bild: KEYSTONE

Chronologie einer Entlassung

Die nächste Krise kommt bestimmt – dann klingt es beim FC Irgendwo so, wie in den letzten Wochen beim FC Luzern

Wie entlässt man einen Trainer? Indem man wochenlang behauptet, eine Trennung sei kein Thema. Der Weg des FC Luzern zum Rausschmiss von Carlos Bernegger ist exemplarisch – wetten, dass wir in einem Jahr bloss die Namen von Klub, Trainer und Sportchef ändern müssen, die Aussagen aber die selben sind?



«Die sportliche Entwicklung verlangte nach einem Schnitt.» So begründet Luzern-Präsident Ruedi Stäger die Trennung von Trainer Carlos Bernegger nach elf sieglosen Spielen zum Saisonstart. Vorübergehend übernimmt U21-Trainer Gerardo Seoane die Leitung des Trainings.

Stägers Aussage ist am Montagnachmittag die vorerst letzte zu Bernegger. Zuvor beteten der Präsident und Sportchef Alex Frei nach jeder Partie herunter, dass eine Trennung kein Thema sei.

Die Chronologie der Entlassung von Carlos Bernegger als Trainer des FC Luzern

Captain Claudio Lustenberger

FC Luzern's captain Claudio Lustenberger at a press conference in the Swissporarena in Lucerne, Switzerland, on Wednesday, July 16, 2014. Switzerland's FC Luzern is scheduled to play against Scottland's St. Johnstone FC in a Europa League play-off match on Thursday, July 17, 2014. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Bild: KEYSTONE

«Unser Umfeld und die Fans in der Region müssen die nötige Geduld mit dieser umgestellten Mannschaft haben.»

Ein Warnhinweis vor dem Saisonstart, den niemand gerne liest Neue Luzerner Zeitung

Trainer Carlos Bernegger

20.07.2014; Luzern; Fussball Super League - FC Luzern - FC Sion; Trainer Carlos Bernegger (FCL) (Martin Meienberger/freshfocus)

Bild: Martin Meienberger/freshfocus

«Sehr wahrscheinlich wäre ich kein Trainer für den FC Sion, denn zu einem Klub, bei dem man nur auf den Totomat schaut, würde ich nicht passen.»

Nach dem 1:1 gegen Sion am 20. Juli Neue Luzerner Zeitung

Sportchef Alex Frei

24.07.2014; Perth; Fussball Europa League - St. Johnstone FC - FC Luzern;
Sportchef Alex Frei (Luzern) im Gespraech mit einem UEFA Delegierten (Martin Meienberger/freshfocus)

Bild: Martin Meienberger/freshfocus

«Natürlich sind wir noch längst nicht dort, wo wir hinwollen. Aber wir sind auf dem richtigen Weg.»

Nach dem Out in der Europa League gegen St.Johnstone am 24. Juli Neue Luzerner Zeitung

Goalie David Zibung

Der Basler Davide Calla, hinten, bezwingt den Luzerner Torhueter David Zibung, vorne, zum 3:0 im Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Basel und dem FC Luzern im Stadion St. Jakob-Park in Basel, am Sonntag, 27. Juli 2014. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Bild: KEYSTONE

«Das Resultat ist eindeutig, aber es widerspiegelt sicher nicht die Leistung der zwei Mannschaften. Wir lassen uns aber nicht verrückt machen.»

Nach der 0:3-Niederlage beim FC Basel am 27. Juli 20 Minuten Online

Trainer Carlos Bernegger

03.08.2014; St.Gallen; Fussball Super League - FC St.Gallen - FC Luzern;
Trainer Carlos Bernegger (Luzern) im Regen (Andy Mueller/freshfocus)

Bild: Andy Mueller/freshfocus

«Wir sind in jedem Spiel auf Augenhöhe mit den Gegnern. Ein Gaucho mit Entlebucher Wurzeln lässt sich nicht so schnell unterkriegen.»

Nach dem 1:2 in St.Gallen trotz früher Führung am 3. August Neue Luzerner Zeitung

Präsident Ruedi Stäger

Der Praesident des FC Luzern Ruedi Staeger spricht anlaesslich einer Medienkonferenz des FC Luzern zum Saisonstart in die neue Fussball-Meisterschaft 2014/15 vom Freitag 4. Juli 2014 in Luzern.  (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Bild: KEYSTONE

«Ich wüsste nicht, warum es hinter den Kulissen brodeln sollte.»

Vor dem Heimspiel gegen GC in der 4. Runde am 10. August. SonntagsBlick

Stürmer Marco Schneuwly

Marco Schneuwly vom FC Luzern, links, im Duell mit Stephane Gichting von GC, beim Super League Fussballspiel zwischen dem FC Luzern und den Grasshoppers am Sonntag, 10. August  2014, in der Swisspor Arena in Luzern. (KEYSTONE/Sigi Tischler)

Bild: KEYSTONE

«Die Meisterschaft ist noch lang und wir haben genug Zeit, um sie zu kehren. Wir werden die Nerven nicht verlieren und man wird noch viel Freude am FCL haben.»

Nach dem 1:1 gegen GC am 10. August 20 Minuten Online

Thorsten Fink, arbeitsloser Trainer

13. August 2014; Vaduz; Fussball Super League - FC Vaduz - FC Luzern; Kwand Ryong Pak (Vaduz) und Thorsten Fink auf der Tribuene (Michael Zanghellini/freshfocus)

Bild: Michael Zanghellini/freshfocus

«Ich war sechs Wochen auf Mallorca in den Ferien und hatte einfach Lust auf Fussball. Nur zu Hause zu sitzen, ist langweilig.»

Die Anwesenheit des prominenten Zuschauers beim 1:1 von Luzern in Vaduz am 13. August befeuert die Diskussionen über Bernegger – schliesslich war Fink einst Alex Freis Trainer beim FC Basel 20 Minuten Online

Trainer Carlos Bernegger

FC Luzern Trainer Carlos Bernegger beim Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Luzern und dem FC Zuerich am Samstag, 16. August 2014, in der Swissporarena in Luzern. (KEYSTONE/Sigi Tischler)

Bild: KEYSTONE

«Ich mag mich nicht mehr rechtfertigen. Mein Team hat trotz fehlenden Punkten mit Enthusiasmus und Intelligenz gespielt.»

Nach dem 1:1 gegen den FC Zürich am 16. August Zentralschweiz am Sonntag

Trainer Carlos Bernegger

FCL-Trainer Carlos Bernegger beim Super League Fussballspiel zwischen dem FC Luzern und dem FC Aarau am Samstag, 30. August  2014 in der Swisspor Arena in Luzern. (KEYSTONE/Sigi Tischler)

Bild: KEYSTONE

«Das Gefühl zu versagen wird stärker, obwohl man sich bemüht hat. Wir müssen dennoch Beharrlichkeit zeigen und dann werden wir sicherlich auch wieder belohnt.»

Nach dem 1:1 gegen Aarau am 30. August 20 Minuten Online

Präsident Ruedi Stäger

28.09.2014; Luzern; Fussball Super League -  FC Luzern - FC ST.Gallen; Praesident Rudolf Staeger (Luzern) (Daniela Frutiger/freshfocus)

Bild: Freshfocus

«Trainerdiskussionen gibt's keine.» 

Nach dem 2:3 bei YB am 14. September Neue Luzerner Zeitung

Präsident Ruedi Stäger

30.08.2014; Luzern; Fussball Super League -  FC Luzern - FC Aarau; Praesident Rudolf Staeger (Luzern) (Daniela Frutiger/freshfocus)

Bild: Freshfocus

«Der FC Luzern setzt auf Kontinuität in der sportlichen Führung.»

In einem Communiqué des FC Luzern vom 17. September

FCL-Investor Bernhard Alpstaeg

Bernhard Alpstaeg, Goenner des FC Luzern, verfolgt am Montag, 3. Maerz 2014, den Umzug der Wey-Zunft an der Luzerner Fasnacht. (KEYSTONE/Sigi Tischler)

Bild: KEYSTONE

«Wir haben nach wie vor grosses Vertrauen in Sportdirektor Alex Frei und Trainer Carlos Bernegger. Wir werden Ruhe bewahren, die Situation in der Winterpause analysieren und sie ganz unaufgeregt neu beurteilen.»

Nach dem 2:3 in Thun am 23. September und mittlerweile neun Meisterschaftsspielen ohne Sieg Tages-Anzeiger

Mittelfeldspieler Alain Wiss

28.09.2014; Luzern; Fussball Super League -  FC Luzern - FC St. Gallen; Alain Wiss (FC Luzern, links) gegen Yannis Tafer (FCSG, rechts). (Martin Meienberger/freshfocus)

Bild: Martin Meienberger/freshfocus

«Wir machen Fehler, die wir nicht gewohnt sind. In einer solchen Situation kann das vorkommen.»

Nach dem 1:2 gegen den FC St.Gallen am 28. September Neue Zürcher Zeitung

Präsident Ruedi Stäger

03.05.2014; Luzern; Fussball Super League -  FC Luzern - FC Sion; Praesident Rudolf Staeger (Luzern) (Daniela Frutiger/freshfocus)

Bild: Freshfocus

«Wir können die Geduld der Fans nicht beliebig überstrapazieren.»

Vor dem Auswärtsspiel in Sion am 5. Oktober Neue Luzerner Zeitung

Trainer Carlos Bernegger

05.10.2014; Sion; Fussball Super League - FC Sion - FC Luzern: Trainer Carlos Bernegger (Luzern) beim Tor zum 2.1 von Carlitos (Sion)(Christian Pfander/freshfocus)

Bild: Christian Pfander/freshfocus

«Ich bin nach wie vor in der Lage, meine Aufgabe als Trainer des FC Luzern zu erfüllen».

Nach dem 1:3 in Sion am 5. Oktober Neue Luzerner Zeitung

Sportchef Alex Frei

Le chef sportif du FC Luzern Alexander (Alex) Frei lors de la rencontre de football de Super League entre le FC Sion et le FC Lucerne, ce dimanche 5 octobre 2014 au stade de Tourbillon a Sion. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Bild: KEYSTONE

«Die Mannschaft hat Qualität, sie wird diese bald auch zeigen.»

Nach dem 1:3 in Sion am 5. Oktober Neue Luzerner Zeitung

Sportchef Alex Frei

Le chef sportif du FC Luzern Alexander (Alex) Frei lors de la rencontre de football de Super League entre le FC Sion et le FC Lucerne, ce dimanche 5 octobre 2014 au stade de Tourbillon a Sion. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Bild: KEYSTONE

«Wieso soll ich ein Bekenntnis für oder gegen Bernegger abgeben?»

Nach dem 1:3 in Sion am 5. Oktober SRF

Präsident Ruedi Stäger

FCL Praesident Rudi Staeger gibt die Freistellung von Trainer Carlos Bernegger bekannt, an einer ausserordentlich einberufenen Medieninformation des FC Luzern am Montag, 6. Oktober 2014, in der Swisspor Arena in Luzern. Der Verein zog mit der Freistellung des schweizerisch-argentinischen Doppelbuergers die Konsequenzen aus dem bisher enttaeuschenden Saisonverlauf. In der Super League liegt Luzern nach elf Runden mit nur fuenf Punkten und noch ohne Sieg an letzter Stelle. Ein Nachfolger fuer Bernegger ist noch nicht bestimmt. Der Vertrag von Bernegger haette noch bis zum Ende der laufenden Saison Gueltigkeit gehabt. (KEYSTONE/Sigi Tischler)

Bild: KEYSTONE

«Wir hatten lange Geduld und glaubten, dass die Mannschaft mit Bernegger noch die Kurve kriegt.»

Nach der Entlassung am 6. Oktober Medienkonferenz

Sportchef Alex Frei

06.10.2014; Luzern; Fussball Super League - MK FC Luzern;
Sportchef Alex Frei (Martin Meienberger/freshfocus)

Bild: Martin Meienberger/freshfocus

«Es gibt eine Kandidatenliste für die Nachfolge. Ich habe mit ersten Gesprächen bereits begonnen.»

Nach der Entlassung am 6. Oktober. Der neue Trainer soll schon am Mittwoch bekannt gegeben werden medienkonferenz

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