Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa07158132 Fulham's Aleksandar Mitrovic reacts after his goal to be ruled offside during the English Premier League soccer match between Liverpool and Fulham at the Anfield in Liverpool, Britain, 11 November 2018.  EPA/PETER POWELL EDITORIAL USE ONLY. No use with unauthorized audio, video, data, fixture lists, club/league logos or 'live' services. Online in-match use limited to 75 images, no video emulation. No use in betting, games or single club/league/player publications

20-Millionen-Mann Aleksandar Mitrovic ist einer der besseren Fulham-Einkäufe des letzten Sommers. Bild: EPA

Wie Fulham 112 Mio. Euro verlochte – und warum das trotz «Rettungsschirm» so schlimm ist

Trotz Investitionen von 112 Millionen Euro in neue Spieler steigt der FC Fulham nur ein Jahr nach dem Aufstieg wieder aus der Premier League ab.



Der 1879 gegründete FC Fulham ist einer der traditionsreichsten englischen Fussballklubs. Zwar wurden die «Cottagers» noch nie englischer Meister, doch ab Anfang der 2000er-Jahre waren sie bis zum Abstieg 2014 fester Bestandteil der Premier League.

Nach vier Jahren der Zweitklassigkeit stieg der «FFC» im letzten Sommer endlich wieder auf, doch nach nur einer Saison geht es wieder runter. Bereits fünf Runden vor Schluss standen die Londoner als zweiter Absteiger nach Huddersfield fest.

Fulham's Ryan Sessegnon is consoled by Watford's Craig Cathcart after the final whistle of the  English Premier League soccer match against Watford at Vicarage Road, Watford, England, Tuesday, April 2, 2019. Three managers, 24 losses and around $130 million later, Fulham has been relegated from the Premier League. The London club's return to the English top flight will last just one season after its demotion was confirmed with a 4-1 loss at Watford on Tuesday. (Nigel French/PA via AP)

Bereits letzte Woche war klar: Fulham steigt nach nur einer Saison wieder aus der Premier League ab. Bild: AP

Dabei hatte Fulham im Sommer kräftig investiert. Für 112 Millionen Euro holte der Europa-League-Finalist von 2010 neues Spielermaterial – talentierte Fussballer aus ganz Europa. Mit Liverpool (182 Millionen), Chelsea (210 Millionen) und Leicester City (114 Millionen) gaben nur drei Liga-Konkurrenten noch mehr Geld für Transfers aus.

Die 12 Neuzugänge des Sommers:

Bild

bild: screenshot transfermarkt

Die 3 Neuzugänge des Winters:

Bild

Dank der Aufstiegsprämie von 105 Millionen Euro waren diese Investitionen kein Problem, doch das Teamgefüge wurde durch die 12 Sommer-Neuzugänge vollkommen durchgerüttelt. Beim Premier-League-Saisonauftakt im August gegen Crystal Palace (0:2) spielten nur noch drei Aufstiegshelden von Beginn an, die knapp drei Monate zuvor auch beim 1:0-Sieg im grossen Championship-Finale im Wembley Ende Mai gegen Aston Villa auf dem Platz standen. Ansonsten kamen fast ausschliesslich die Neuen zum Zug.

Das Problem: Von den neuen Hoffnungsträgern schlug kaum einer ein. Mit Ausnahme von André Schürrle (25 Spiele/6 Tore) und Aleksandar Mitrovic (34 Spiele/10 Tore) floppten gar die meisten. Vor allem die mit viel Vorschusslorbeeren aus der Ligue 1 gekommenen Jean Michaël Seri und André Zambo Anguissa konnten sich nicht ans rauere und vor allem schnellere Spielklima auf der Insel anpassen und enttäuschten auf ganzer Linie.

Hinzu kam, dass der 18-jährige Shooting-Star Ryan Sessegnon, der mit 16 Toren grossen Anteil am Aufstieg hatte, im neu zusammengestellten Team plötzlich unter Ladehemmungen litt. Magere zwei Tore hat der englische U21-Nationalspieler in seiner ersten Premier-League-Saison erzielt.

Der nächste Umbruch steht bevor

«Dem Klub war nicht bewusst genug, dass der Umbruch Zeit benötigt und nicht direkt Erfolg verspricht», sagte Schürrle bereits im Dezember, als Fulham mit nur zwei Siegen aus 17 Spielen bereits am Tabellenende herumdümpelte. Und so lief es bei Fulham, wie es so oft läuft, wenn der Erfolg ausbleibt: Grosse Unruhe, zwei neue Trainer und weitere Schnellschüsse auf dem Transfermarkt. Doch auch die Zuzüge der gestandenen Profis Ryan Babel, Havard Nordtveit und Lazar Markovic brachten Fulham nicht die erhofften Impulse. Und so müssen die «Cottagers» nach nur einer Saison im Oberhaus wieder den Gang in die Zweitklassigkeit antreten.

epa07472907 Fulham's Ryan Sessegnon (L) in action against Manchester City's Oleksandr Zinchenko (C) during the English Premier League soccer match between Fulham FC and Manchester City at Craven Cottage in London, Britain, 30 March 2019.  EPA/ANDY RAIN EDITORIAL USE ONLY. No use with unauthorized audio, video, data, fixture lists, club/league logos or 'live' services. Online in-match use limited to 120 images, no video emulation. No use in betting, games or single club/league/player publications.

Ryan Sessegnon konnte sich nicht genügend schnell ans Niveau in der Premier League anpassen. Bild: EPA/EPA

Dank der «Parachute Payments» («Fallschirmzahlungen») ist der Abstieg zumindest finanziell kein absolutes Desaster. Dieses auf der Insel umstrittene Modell sieht vor, dass die Absteiger während der ersten drei Jahre nach dem Abstieg finanzielle Unterstützung von der Liga erhalten, um den Sturz aus der reichsten Liga der Welt abzufedern. In der ersten Saison sind es 45 Millionen Euro, in der zweiten 28,5 Millionen Euro und danach 23 Millionen Euro.

So soll verhindert werden, dass nach dem Abstieg der grosse Exodus von Spielern beginnt. Das funktioniert allerdings nur bei homogen gewachsenen Teams, wild zusammengewürfelte Teams fallen nicht selten komplett auseinander. Das droht nun auch Fulham, denn die Neuzugänge Mitrovic, Seri, Schürrle, Anguissa, Mawson oder Chambers werden den Weg in die Zweitklassigkeit kaum mitgehen. Und so steht den «Lily Whites» der nächste komplette Umbruch bevor. Dieses Mal unfreiwillig und mit nicht mehr ganz so gefüllter Kriegskasse.

Das Fulham dieser Saison wird für alle neuen Premier-League-Aufsteiger ein Mahnmal bleiben. Die «Cottagers» zeigten eindrücklich, dass Erfolg nicht einfach eingekauft werden kann, sondern dass es finanziell und spielerisch einen klaren Plan und dazu akribische Arbeit an den Details braucht, um in der ausgeglichensten Topliga der Welt bestehen zu können. Am Ende vielleicht auch noch ein bisschen Glück, doch nicht einmal das hatte Fulham.

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

ManUnited, Liverpool und? Diese Klubs wurden in England schon Meister

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

16 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
S¥BIONT
08.04.2019 17:44registriert September 2018
Ich finds einfach sehr bedenklich, dass man die komplette Aufsteigermannschaft von letzter Saison nicht "belohnt" hat. Da reissen die sich den Arsch auf, steigen auf & werden dann fast alle ersetzt. Kann doch nicht gut gehen. Auf der anderen Seite beweisen die Wolvs das Gegenteil. Naja ich bin doch kein Experte😅🤷‍♂️
1491
Melden
Zum Kommentar
Zanzibar
08.04.2019 18:01registriert December 2015
Wahnsinn was man in England als Auf- und vor allem Absteiger kassiert...
1442
Melden
Zum Kommentar
zellweger_fussballgott
08.04.2019 17:55registriert November 2017
Schürrle war trotz seinen Toren auch nicht so gut. Mitrovic war der einzige Neuzugang, welcher die Erwartungen erfüllen konnte. Aber als klassischer Mittelstürmer, der seine Stärken fast ausschliesslich in der Box hat, ist es schwierig Spiele zu gewinnen.
Man darf gespannt sein, wie die Mannschaft sich in der Championship schlägt. In der Vergangenheit hatten die Absteiger immer sehr viel Mühe wieder um den Aufstieg mitzuspielen...
922
Melden
Zum Kommentar
16

«Ein echter Held» – für diese gute Tat muss man Mo Salah einfach lieben

Am Wochenende gingen Mo Salah und der FC Liverpool mit 2:7 gegen Aston Villa unter. Doch für Reds-Fan David Craig bleibt der Ägypter ein Held – denn er setzte sich für ihn ein, als er bedrängt wurde.

«Mo ist in meinen Augen ein echter Held und ich möchte ihm danken», berichtet David Craig der britischen «Sun». Mit einigen Tagen Verspätung hat sich der 50-Jährige an die Boulevardzeitung gewandt, um dem Liverpool-Stürmer seinen Dank auszusprechen.

Salah hatte ihm am Montag, dem 28. September, an einer Tankstelle in der Nähe des Liverpooler Fussballstadions Anfield Road geholfen. Eine Gruppe junger Männer habe Craig bedrängt und belästigt. «Sie benutzten Schimpfwörter, fragten, warum ich …

Artikel lesen
Link zum Artikel