Ärger in Davos: Deshalb zählte der Lemieux-Ausgleich gegen Gottéron nicht
0:3 lag der HC Davos im ersten Spiel des Playoff-Finals gegen Fribourg bis zur 50. Minute zurück. Doch dann verkürzten die Bündner innerhalb von zwölf Sekunden auf 2:3 und liessen die Heimfans glaubwürdig auf das grosse Comeback hoffen.
91 Sekunden vor dem Ende lag die Scheibe dann tatsächlich wieder im Tor der Fribourger und der Ausgleichstreffer war Tatsache – riesiger Jubel im Davoser Eisstadion, und manch einer dürfte sich mental schon auf die Verlängerung vorbereitet haben. Aber Fribourg-Trainer Roger Rönnberg entschied sich, aufgrund einer möglichen Goalie-Behinderung, eine Coaches Challenge zu nehmen.
Die Unparteiischen Mikko Kaukokari und Cédric Borga schauten sich diese Szene über mehrere Minuten an und brauchten lange, um eine Entscheidung zu fällen. Zum Unmut der HCD-Fans entschieden die Schiedsrichter dann tatsächlich, dass der Treffer nicht zählen darf, weil Fribourg-Goalie Reto Berra von HCD-Leitwolf Matej Stransky behindert worden war.
Nadir Mandioni, Schiedsrichterexperte bei MySports erklärte noch, bevor die Schiedsrichter den Entscheid fällten, warum das Tor nicht zählen darf.
Als die Schiedsrichter den Entscheid bekannt gaben, reklamierte Stransky, dass er von Fribourg-Spieler Jacob de la Rose gestossen worden sei. Daraufhin erklärte Mandioni nach der Partie:
Zwar wurde der tschechische Angreifer auch beim ersten Mal leicht von de la Rose in Richtung Berra gestossen, aber dies war aus Sicht des ehemaligen Schiedsrichters zu wenig.
Daraufhin konnte der HC Davos nicht mehr reagieren und in den Schlusssekunden brannten Brendan Lemieux, welcher das vermeintliche 3:3 erzielte, die Sicherungen durch. Er foulte Christoph Bertschy böse und kassierte deshalb eine Spieldauerdisziplinarstrafe.
Vor einer Woche war der Kanadier noch der grosse Held, als er den HCD im Halbfinal gegen die ZSC Lions mit seinem Treffer in der Verlängerung in den Final schoss. Nach der Aktion stellte Spielerberater Sven Helfenstein gegenüber MySports klar, dass eine solche Aktion nicht geht und Lemieux gesperrt werden muss. Ob es dazu kommt, ist Stand jetzt noch offen. Weiter geht es im Playoff-Final am Montag. (riz)
