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Megan Rapinoe rechnet mit Donald Trump ab – und das vor laufender Kamera

United States' Megan Rapinoe poses with her individual awards at the end of the Women's World Cup final soccer match between US and The Netherlands at the Stade de Lyon in Decines, outside L ...
Megan Rapinoe wurde auch als beste Spielerin des Turniers geehrt.Bild: AP

«Make America Great Again»? US-Fussballerin rechnet mit Donald Trump ab

Der Captain des US-Frauenteams nimmt in einem CNN-Interview kein Blatt vor den Mund.
10.07.2019, 11:0410.07.2019, 12:35

Megan Rapinoe, frisch gebackene Fussballweltmeisterin und Star des US-Frauenteams, trifft nicht nur auf dem Spielfeld ins Schwarze. Dies stellt sie in einem aktuellen Interview mit dem amerikanischen TV-Sender CNN unter Beweis.

Als der Moderator Anderson Cooper fragt, ob sie eine Nachricht für den US-Präsidenten Donald Trump habe, wendet sich die lesbische Sportlerin direkt in Richtung Kamera und kritisiert dessen Politik der Ausgrenzung:

«Ihre Botschaft grenzt Menschen aus. Sie schliessen mich aus. Sie schliessen Leute aus, die wie ich aussehen. Sie schliessen Menschen anderer Hautfarbe aus. Sie schliessen Amerikaner aus, die Sie vielleicht unterstützen.»

Die verbale Klatsche im Original-Ton

Bekanntlich hatte der Captain des siegreichen Frauenteams Trump schon vor dem WM-Titel eine heftige Abfuhr erteilt, als sie verlauten liess, dass sie unter keinen Umständen «ins beschissene Weisse Haus» gehen werde.

In der Sendung «Anderson Cooper 360» ist die von der FIFA als beste Spielerin des Turniers ausgezeichnete Sportlerin nun erneut auf die Äusserung angesprochen worden. Und sie wiederholt die Abfuhr vor einem Millionenpublikum:

«Ich würde nicht hingehen, und auch keine meiner Mannschaftskolleginnen.»

Zur Begründung fügt Rapinoe an, dass sie und ihre Kolleginnen kein Interesse hätten, dem Weissen Haus eine Plattform zu bieten und sich korrumpieren zu lassen.

Dann nimmt Rapinoe den Trump-Wahlkampfslogan «Make America Great Again» (MAGA) aufs Korn. Sie sagt, es brauche eine Abrechnung mit dieser Botschaft und sie denke, dass sich der US-Präsident damit auf eine Zeit berufe, die überhaupt nicht gut gewesen sei für alle.

«Es mag für ein paar Leute grossartig gewesen sein und vielleicht ist Amerika jetzt für ein paar Leute grossartig, aber es ist nicht grossartig für genügend Amerikaner in dieser Welt, und ich denke, wir haben eine Verantwortung, jeder Einzelne von uns. Sie haben eine unglaubliche Verantwortung als, Sie wissen schon, der Chef dieses Landes, sich um jede einzelne Person zu kümmern, und Sie müssen es für alle besser machen.»

CNN-Moderator Anderson Cooper, der ebenfalls homosexuell ist, bemerkt daraufhin, dass eine Rückkehr in die 1940er- oder 50er-Jahre Amerikas bedeuten würde, dass man «wegen Schwulsein inhaftiert oder von seiner Familie in eine Nervenklinik geschickt werden könnte». Eine Zeit, in der schwule und lesbische Paare nicht die Strasse hinuntergehen und Händchen halten konnten mit ihren Liebsten.

(dsc)

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