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San Jose Sharks' Timo Meier, left, collides with St. Louis Blues goalie Jake Allen (34) during the first period of an NHL hockey game Thursday, March 8, 2018, in San Jose, Calif. (AP Photo/Marcio Jose Sanchez)

Timo Meier sucht weiterhin für die Sharks den direkten Weg aufs Tor. Bild: AP/AP

Interview

Timo Meier spricht über seinen 24-Millionen-Vertrag: «Fokussiere nicht auf das Geld»

Der neue Vertrag bei den San Jose Sharks wird Timo Meier bis zu sieben Millionen Franken jährlich einbringen. Der 22-jährige Herisauer über stundenlange Telefonate, ein gutes Glas Wein und den Anspruch an sich selbst.

Sergio Dudli / ch media



Wasser, Wein oder Champagner – mit was haben Sie auf den neuen Vertrag angestossen?
Timo Meier: Ich bin kein Champagnertrinker. Aber es gab ein gutes Glas Wein. Als mein neuer Vertrag am Montagabend offiziell kommuniziert wurde, war ich alleine Zuhause. Meine Familie ist in den Ferien. Aber weil ich schon ein paar Tage vorher Bescheid wusste, konnten wir vor ihrer Abreise noch zusammen anstossen. Ansonsten bekam ich sehr viele Nachrichten. Am Montag sass ich abends noch ziemlich lange am Handy, um auf alle Gratulationen zu antworten.

«Für mich heisst das aber nicht, dass ich mich zurücklehne und denke: ‹Jetzt habe ich ja die Lohnerhöhung.›»

Timo Meier

Was ist Ihnen wichtiger: Die Millionen oder die Gewissheit, wo Sie die nächsten vier Jahre spielen werden?
Es ist schön, dieses Geld zu haben. Es gibt mir eine gewisse Sicherheit. Für mich heisst das aber nicht, dass ich mich zurücklehne und denke: «Jetzt habe ich ja die Lohnerhöhung.»

Was meine Sie damit?
Die Arbeit hört dadurch nicht auf – im Gegenteil. Ich sehe es mehr als eine Art Ruck: Ich will mich jetzt nochmals verbessern. In vier Jahren stehe ich wieder am selben Punkt. Bis dahin will ich leistungsmässig am Höhepunkt meiner Karriere sein. Das geht nur mit harter Arbeit – Vertrag hin oder her.

Wie sehr waren Sie in die Verhandlungen involviert?
Ich war sehr nahe dran. Ich sass teilweise mehrere Stunden am Telefon, um mit meinem Agenten die neuesten Entwicklungen und die nächsten Schritte zu besprechen. Wir hatten einen klaren Gedanken, was wir wollten. Mit dem, was wir jetzt haben, sind wir sehr zufrieden. Wenn er ausläuft, bin ich 26 Jahre alt und bereit für das grosse Ticket.

«Zahlt San Jose die zehn Millionen für ein fünftes Jahr nicht, kann ich mit anderen Franchises verhandeln.»

Timo Meier

Das grosse Ticket?
Um frei mit anderen Teams verhandeln zu können, müsste ich beim Auslaufen des Vertrags 27 Jahre alt sein. Mein viertes Vertragsjahr bei San Jose bringt mit zehn Millionen Dollar ein. Der Club hat dann das Recht, meinen Vertrag um ein weiteres Jahr zu verlängern, sofern er wieder diese zehn Millionen bezahlt. Zahlt San Jose die zehn Millionen für ein fünftes Jahr nicht, kann ich mit anderen Franchises verhandeln.

Das klingt nach harten Verhandlungen. Wie liefen die Gespräche ab?
Zuerst wird die Länge des Vertrags ausgehandelt. Beide Parteien versuchen, sich auf eine Laufdauer zu einigen. In der Regel kommt eine erste Offerte vom Club. Die schaue ich mir an und diskutiere mit meinem Agenten, ob das in Frage kommt. Das geht dann so hin und her. Über das Geld wird erst gesprochen, wenn die Laufdauer feststeht.

Mit dem Vertrag haben Sie ausgesorgt. Kam Ihnen die Summe bei der Unterzeichnung surreal vor?
Ich bin keiner, der sich auf das Geld fokussiert. Klar, es ist ein grosser Teil der Vertragsverhandlungen, aber so richtig realisiert habe ich das noch nicht. Letztlich ist das Geld nicht mehr als eine Sicherheit, es wird mich als Person nicht verändern. Ich will der Timo bleiben, den die Menschen um mich herum kennen.

Wie erleichtert sind Sie, dass Ihre Zukunft geklärt ist?
Es ist ein schönes Gefühl und eine Erleichterung. Ich war zwar immer am Trainieren, aber solche Verhandlungen beschäftigen dich natürlich. Jetzt kann ich mich wieder voll auf die Vorbereitungen und die nächste Saison konzentrieren. Ich freue mich, dass ich in San Jose bleiben kann. Und was man nicht vergessen darf: Die Konkurrenz in der Liga ist gross. Da interessiert es keinen, dass ich gerade einen neuen Vertrag unterschrieben habe.

«30 Tore sind ohnehin immer mein Anspruch.»

Timo Meier

Der neue Vertrag erhöht den Druck auf Sie. Spüren Sie das?
Die grössten Erwartungen an mich stelle ich mir selber. Aber ich bin mir bewusst, dass der Druck nun steigt – auch wenn es Spieler im Team gibt, die deutlich mehr verdienen als ich. Aber klar, die Leute im Club und die Anhänger erwarten jetzt immer 30 Tore von mir. Aber das ist ohnehin mein Anspruch. Ich will der Mannschaft helfen, sie steht für mich immer im Vordergrund. Ich bin die kommenden vier Jahre hier und will mit San Jose den Stanley Cup gewinnen. Dafür tue ich alles. Ich will mich weiterentwickeln und die Spieler um mich herum ebenfalls besser machen.

Die San Jose Sharks haben – wohl auch zu Ihren Gunsten – Captain Joe Pavelski ziehen lassen. Wie werten Sie dieses Zeichen?
Es ist schade, dass uns einer wie Joe verlässt. Aber gleichzeitig ist es eine grosse Chance für einen jungen Spieler wie mich. Ich werde eine wichtigere Position einnehmen und mehr Eiszeit bekommen. Diese Gelegenheit will ich nutzen.

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Das sagt Timo Meier in den USA zur Vertragsverlängerung. Video: YouTube/NBC Sports Bay Area & California

Gab es Reaktionen von Ihren Teamkollegen?
Logan Couture und Erik Karlsson waren so ziemlich die Ersten, die mir geschrieben haben. Sie meldeten sich schon ein paar Tage vor der offiziellen Verkündung. Sie haben es wohl aus der Gerüchteküche mitbekommen und bei mir nachgefragt. Ihnen konnte ich verraten, dass ich in San Jose bleiben werde. Es war schön zu spüren, dass sich meine Teamkollegen freuen, dass wir auch in Zukunft aus dasselbe Ziel hinarbeiten.

Wie sehen Ihre kommenden Wochen aus?
Der Vertrag ändert nichts an meiner Vorbereitung. Ich trainiere den Sommer durch immer in der Schweiz. Das erlaubt es mir, Zeit mit der Familie und Kollegen zu verbringen. Zusammen mit ihnen unternehme ich auch mal einen Ausflug und geniesse die schöne Schweiz. Die Zeit geht schnell vorbei, bald ist es schon wieder September und ich muss zurück nach Amerika. (bzbasel.ch)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Gubbe 03.07.2019 09:22
    Highlight Highlight Sieben Millionen jährlich, geben Herrn Maier eine 'gewisse' Sicherheit. Ja, Geld beruhigt manchmal, aber zu viel schadet.
    Wie wäre das, wenn ein angestellter Hockeyspieler einen sehr guten Lohn hätte, vielleicht den zwanzigsten Teil von Herrn Meier, könnten doch die Stadion-Eintrittspreise etwas gesenkt werden. Das sollte doch bei allen Sportarten möglich sein. Die Sportler müssten deswegen nicht 'unten durch'.
  • Blue64 03.07.2019 06:31
    Highlight Highlight Timo Meier, das ist Bescheidenheit am falschen Ort: genau wegen so eines Vertrages hast du dich jahrelang geschunden, hast trainiert und gerackert, also darf du dich über diesen Vertrag auch öffentlich freuen. Wir Fans tun's nämlich auch!
    • Gubbe 03.07.2019 09:29
      Highlight Highlight Was tun wir Fans auch, vielleicht jeden Tag arbeiten?
    • Baron von Eberstein 03.07.2019 11:27
      Highlight Highlight Gubbe, wenn es Dich stört gebe ich folgenden Rat:
      weil mich seit der WM18 sehr viele Dinge am Fussball nerven habe ich begonnen die unteren Ligen zu verfolgen oder Spiele der lokalen Teams zu besuchen. Da ist alles etwas menschlicher, ich kann Fussball schauen und muss mich nicht künstlich über Dinge aufregen die eh nicht in meiner Hand liegen😉
  • Baron von Eberstein 02.07.2019 23:09
    Highlight Highlight Ach Gott, im Fussbsll wünschen sich viele ein Salary Cap und wenn es wie in der NHL eins gibt verdienen sie immer noch zu viel...
    Das versteht der Baron nicht.
    Mögliche Blitze hingegen wird er verstehen🍵🐸
  • Coffeetime 02.07.2019 22:55
    Highlight Highlight Kenne ihn und die Eishockey-Scene nicht. Mag ihm den Vertrag gönnen und er scheint ja auf dem Boden zu bleiben.

    Aber trotzdem zeigt das Ganze wie krank unsere Welt ist: mit 22 so viel verdienen wie die Meisten es nie machen werden in ihrem ganzen Leben. Immer mehr ist ja das Motto...
    • rescue me 03.07.2019 09:40
      Highlight Highlight NHL Spieler zahlen rund 50% ihres Gehalts an Steuern.. abgesehen von einem wohl für die meisten Leute zu anstrengenden Leben mit mindestens 82 Spielen pro saison und ständigem reisen in Nordamerika
  • NathanBiel 02.07.2019 22:35
    Highlight Highlight Für mich der beste Schweizer Spieler im Moment. Schade fehlte er an der WM.
  • Peter Griffin 02.07.2019 22:23
    Highlight Highlight Cool. Go Timo, hol den Cup für die Sharks.
  • Freilos 02.07.2019 22:03
    Highlight Highlight Super, ich freue mich für ihn.
  • /bin/env bash -c "install_gentoo.sh" 02.07.2019 21:52
    Highlight Highlight "Lohnerhöhung", dass ich nicht lache! Das ist kein Lohn das ist ein Fehler im kapitalistischen System. Während andere elend zu Grunde gehen und sich kaum Nahrung leisten können freut sich der Herr über seinen Lohn von 24 Millionen.
    • geissenpetrov 02.07.2019 23:57
      Highlight Highlight Naja, er arbeitet wenigstens dafür und wird es auch korrekt versteuern.
      Die meisten der Superreichen erhalten ihr Vermögen leistungslos, vermehren es leistungslos und bezahlen keine Steuern.
    • magnet1c 02.07.2019 23:57
      Highlight Highlight Ja es ist viel Geld, aber seinem Talent angemessen.
      Vergleichen Sie aber die Eishockey-Löhne mit deren aus dem Fussball oder der NBA, da sieht dieser Vertrag schon fast "härzig" aus...
    • jaran17 03.07.2019 08:21
      Highlight Highlight Man sollte zudem bedenken wie viel davon versteuert wird. Wenn ich mich recht entsinne, ist es nur etwas mehr als die Hälfte die dann auch bei ihm auf dem Konto ankommt.

      Mit dem Salary-Cap hat die NHL ein vorbildliches System geschaffen um die Löhne zumindest einigermassen im Zaum zu halten. Sollte mMn in allen Sportligen eingeführt werden.

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