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ARCHIVBILD --- ZUM WECHSEL VON STEPHAN LICHTSTEINER VON JUVENTUS ZUM FC ARSENAL STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG --- Switzerland's defender Stephan Lichtsteiner in action during the 2018 FIFA World Cup play-off second leg soccer match between Switzerland and Northern Ireland in the St. Jakob-Park stadium in Basel, Switzerland, on Sunday, November 12, 2017. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Die EM 2020 wäre wohl seine Abschiedsvorstellung aus dem Nationalteam gewesen. Ob Stephan Lichtsteiner 2021 noch dabei ist? Bild: KEYSTONE

Interview

Nati-Captain Lichtsteiner: «Sehr wichtig, die Saison zu Ende zu spielen»

Stephan Lichtsteiner spürt die Ohnmacht. Der Captain der Schweizer Nationalmannschaft hat im Fussball während zwei Jahrzehnten fast alles erlebt – bis ein Virus global alles aus den Fugen hob. Der internationale Stillstand touchiert auch das nahende Karriereende des 36-Jährigen.

Sven Schoch / Keystone-SDA



Corona ist überall. Die grassierende Viruserkrankung legt weite Teile Europas nahezu lahm. In Deutschland gibt es inzwischen nur noch ein Thema: Wie ist die unsichtbare und unberechenbare Lawine aufzuhalten? Der Sport wurde von der Wucht der Krise vollumfänglich erfasst. Bälle rollen längst keine mehr. «Es ist, wie es ist und ja: Das ist alles wirklich tragisch», sagt der 108-fache Internationale im Interview mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Welche Konsequenzen die Lage für ihn mittelfristig hat, ist offen. Die Bewältigung der schwierigen Lage stehe im Vordergrund: «Danach sehen wir weiter.»

Die Corona-Krise schränkt alle enorm ein. Wie ist diese komplexe Situation für die Fussball-Szene zu verkraften – oder anders gefragt: Wie nachhaltig verändert das Virus den Profi-Fussball?
Stephan Lichtsteiner:
Das ist zur Zeit sehr schwer einzuschätzen. Sehr wichtig ist, dass man einen Weg findet, die Saison zu Ende zu spielen, um den allergrössten Schaden zu vermeiden. Wie in der Realwirtschaft wird sich auch im Fussball die Frage stellen, wie lange es geht, bis sich die Märkte wieder erholt haben. Kurzfristig gehe ich von grossen Einschnitten aus.

Das Trainingspensum aller Bundesligisten ist massiv eingeschränkt. Kann man sich in dieser Form als Teamsportler überhaupt professionell vorbereiten?
Ich trainiere im Moment individuell mit Lauf-und Krafteinheiten, um mich persönlich fit zu halten. Wir befinden uns quasi wieder am Anfang einer normalen Saisonvorbereitung. Bis wir wieder im Team trainieren können, ist viel Grundlagenarbeit angesagt.

Diverse Ligen aus anderen Sportarten stehen vor dem endgültigen Abbruch. Was wäre die beste Lösung für die Bundesliga? Gibt es eine Deadline? Hakt man als Spieler die Saison mental irgendwann ab?
Es ist sehr wichtig, dass wir Spieler alles dafür machen, damit wir die Saison zu Ende spielen können. Eine Deadline gibt es aktuell nicht. Aufgeben ist keine Option. Wir haben eine Vorbildrolle und der müssen wir auch gerecht werden.

Im Moment müssen die Augsburg-Schweizer Lichtsteiner (links) und Ruben Vargas (rechts) individuell trainieren.

Derzeit fällt ein Monument nach dem anderen. Die Champions League steht still, die EM fällt weg, die Olympischen Spiele sind verschoben worden, die Heim-WM der Eishockey-Nationalmannschaft wurde abgesagt. Ist diese Dimension für Sie noch fassbar?
Es ist, wie es ist und ja: Das ist alles wirklich tragisch. Aber im Moment ist die Gesundheit das Wichtigste. Ich bin mir sicher, dass die nächsten Turniere dafür umso schöner werden. Nach diesem Ereignis werden sie speziell in unseren Breitengraden nicht mehr einfach als selbstverständlich erachtet.

Die Verschiebung der Europameisterschaft hat Ihre persönliche Ausgangslage ebenfalls komplett verändert. Die EM-Teilnahme wäre mutmasslich der Höhepunkt zum Abschluss Ihrer Karriere gewesen. Gibt es in dieser Hinsicht nun neue Pläne?
Nein. Ich bin darauf konzentriert, die Saison mit dem FC Augsburg gebührend zu beenden.

Auch Lichtsteiner ist zum Lehrer geworden.

Wie ist der Austausch mit Vladimir Petkovic. Was schwebt Ihnen vor?
Ich tausche mich oft mit dem Coach aus, weil mir seine Meinung sehr wichtig ist. Wir werden uns, wenn der Sturm vorbei ist, sicherlich treffen und besprechen, wie es weitergeht.

Ist es denkbar, nochmals eine Saison anzuhängen? Was käme überhaupt infrage? Oder deutet aktuell alles darauf hin, dass die Zeit im Ausland nach 15 Jahren enden wird?
Das ist zum jetzigen Zeitpunkt noch offen. Im Vordergrund steht erst einmal diese Krisensituation und was wir daraus machen. Danach sehen wir weiter.

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Lichtsteiner und die Nati-Kollegen singen in der Corona-Krise gemeinsam «Imagine». Video: YouTube/Schweizerischer Fussballverband

Welche Kriterien müssten erfüllt sein, damit Sie Ihre Laufbahn noch um ein Jahr in der Heimat verlängern?
In erster Linie ein stabiles, nachhaltiges und ambitioniertes sportliches Projekt mit einem klaren Plan und klaren Zielsetzungen. Wenn ich nochmals meine Fussballschuhe in meiner Heimat schnüre, dann um etwas zu erreichen und Erfolg zu haben. Das ist meine Natur.

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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Bratansauce 02.04.2020 11:46
    Highlight Highlight Finde ich nicht sonderlich reflektiert, was er da von sich gibt. Und bevor wieder Fussball gespielt wird gibt es etliche Dinge, die weiter oben auf der Prioritätenliste stehen sollten (z.B. Schulen).
    So gesehen ist es eben nicht "wichtig, dass die Saison zu Ende gespielt wird", sondern eigentlich völlig egal.
    • Danilowski 02.04.2020 19:54
      Highlight Highlight Auch beim Fussball sind diverse Firmen und Angestellte betroffen, also ist es sicher nicht völlig egal.
  • der_senf_istda 02.04.2020 11:11
    Highlight Highlight Ich bin immer noch der Meinung, man könnte die Fussball-Saison fortführen, einfach unter Einhaltung der allg. Hygieneregeln vom BAG.
    Das verändert das Spiel, sicher, aber Hauptsache es läuft Fussball am TV. Jetzt haben ja viele Zeit das zu schauen, ein besserer Zeitpunkt für diese Forme der Ablenkung gibts gar nicht.
    • loquito 02.04.2020 13:43
      Highlight Highlight Fue 2 Meter Abstandsregel würde den fussball revolutionieren..
    • der_senf_istda 02.04.2020 15:07
      Highlight Highlight Und das man in die Armbeuge spucken muss erst...
  • mikel 02.04.2020 10:21
    Highlight Highlight Sehr unreflektiert, typische für einen, der lange dabei ist und gar nichts anderes kennt. Und dass er sich mit dem Coach ausstauschen wird (...) zeugt eher von Überheblichkeit als Voraussicht. Ein guter Fussballer, aber wir werden ihn nicht vermissen.
    • Werner Wutmensch 02.04.2020 11:01
      Highlight Highlight Sehr unreflektiert, typisch für einen, der gar keine Fussballer persönlich kennt. Und dass er hier kommentieren muss, zeugt eher von Überheblichkeit als Wissen. Ein beischeidener Kommentator, dessen Karriere aber wohl leider nicht vor dem Ende steht.
    • mikel 02.04.2020 11:52
      Highlight Highlight Das kann man so sehen. Habe auch nicht gerechnet, dass ich mich damit beliebt mache. Woher weisst Du, dass ich eine Fussballer persönlich kenne? Fussball ist Show-Business, und das darf es auch ein Stückweit sein. Wenn einer aber die Captain-Binde überzieht, dann müsste er schon in der Lage sein, seinen Horizont etwas weiter zu stecken. Ich erinnere auch an die peinliche Aussagen Lichtensteiners zu unseren Secondos.

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