Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Die beiden Ex-Motorsportprofis, Rolf Biland, Seitenwagen Weltmeister, links, und Formel Eins Pilot Marc Surer, rechts, unterhalten sich am Samstag, 2. November 2002, am ersten Handicapped Day in Bonaduz, GR.  Mit viel Sportprominenz und Taufgoetti Silvano Beltrametti wurde am Samstag in der Karthalle in Bonaduz, GR, der erste Handicapped Day mit zwei speziell fuer Behinderte umgebaute Karts durchgefuehrt.    (KEYSTONE/Arno Balzarini)

Rolf Biland (links) im Jahr 2002 zusammen mit Marc Surer. Bild: KEYSTONE

Rolf Biland nach Sturz im Spital – Stefan Dörflinger im Adelsstand der Legende

Was für ein Zufall: Stefan Dörflinger (70) ist im Rahmen des GP von Deutschland auf dem Sachsenring in die «Hall of Fame» aufgenommen worden. Am gleichen Tag ist Rolf Biland (68) mit dem Töff gestürzt und liegt jetzt im Spital.



Stefan Dörflinger schüttelt den Kopf: «In unserem Alter sollte man vorsichtig sein…» Soeben ist ihm am Rande des GP von Deutschland auf dem Sachsenring zugetragen worden, dass Rolf Biland nach einem Sturz mit dem Töff im Spital liege.

Der erfolgreichste Schweizer Töfffrennfahrer aller Zeiten (7 WM-Titel, 81 GP-Siege) ist immer noch in beneidenswerter Form. Er leitet nach wie vor im Auftrag des TCS Fahrkurse auf dem Rundkurs im neuenburgischen Lignières. Und nun hat es ihn, wie mehrere enge persönliche Freunde bestätigen, bei einer Töff-Fahrt im Elsass doch erwischt. Die Folgen des Sturzes: ein Beckenbruch. Er warte im Spital von Mülhausen auf den Rücktransport in die Schweiz. So schwer ist er während seiner mehr als 20-jährigen, grandiosen Karriere als Rennfahrer nicht gestürzt.

Swiss Rolf Biland and Kurt Waltisperg in action during the sidecar event of the Dutch Motorcycling Grand Prix in Assen 28 June 1997. The Swiss team withdrew after seven laps due to engine problems. (ANP/JUAN VRIJDAG)

Rolf Biland und Kurt Waltisperg 1997 in Assen. Bild: EPA ANP

Unterschiedlicher kann das Schicksal wahrlich nicht sein. Am gleichen Tag, an dem Rolf Biland aus dem Sattel purzelte, ist Stefan Dörflinger am Freitag in einer offiziellen Zeremonie auf dem Sachsenring ganz offiziell zur «Töfflegende» gekürt worden.

Er ist der erste Schweizer und insgesamt 30. Pilot in der «Hall of Fame» («MotoGP-Legends»). Er hat zwischen 1982 und 1985 viermal hintereinander die damals kleinste Klasse (1982 und 1983 50 ccm, 1983 und 1984 80 ccm) gewonnen.

Bis heute 30 Fahrer in der «Hall of Fame»

Für die Aufnahme in diesen illustren Kreis gibt es keine klaren Kriterien. Siege und WM-Titel spielen zwar auch eine Rolle – aber ebenso ist es wichtig, was einer zur Popularität des Rennsportes beigetragen hat. Randy Mamola ist ja beispielsweise nie Weltmeister geworden.

Franco Uncini (It),Carlo Ubbiali (It), Freddie Spencer (USA), Casey Stoner (Aus), John Surtees (Gb), Kevin Schwantz (USA), Barry Sheene (Gb), Marco Simoncelli (It), Jarno Saarinen (Fi), Kenny Roberts (USA), Kenny Roberts junior (USA), Wayne Rainey (Aus), Phil Read (Gb), Jim Redman (Rod), Anton Mang (De), Angel Nieto (Sp), Dani Pedrosa (Sp), Eddie Lawson (USA), Randy Mamola (USA), Marco Lucchinelli (It), Mike Hailwood (Gb), Daijiro Kato (Jap), Nicky Hayden (USA), Mike Hailwood (Gb), Geoff Duke (Gb), Michael Doohan (Aus), Wayne Gardner (Aus), Giacomo Agostini (It), Kork Ballington (SA), Alex Crivillé (Sp), Stefan Dörflinger (Sz)​

Nach seinem Rücktritt (1990) führte er bis zum Eintritt in den wohlverdienten Ruhestand ein Motorradbekleidungsgeschäft und engagierte sich immer wieder auch für wohltätige Projekte. Im GP-Fahrerlager tauchte er nicht mehr auf. Zuletzt war er 2004 in Valencia bei einem GP auf Einladung des spanischen Verbandes vor Ort. «Aber ich verfolge die Rennen am Fernsehen.»

Er zeigte von der Aufnahme in die «heiligen Hallen» des Motorradrennsportes überrascht. Er mag die «gute alte Zeit» nicht glorifizieren. Die technische Entwicklung sei enorm. «Aber auch wir sind am Limit gefahren und haben alles versucht, um Rennen zu gewinnen. Das war bei uns nicht anders als heute.»

ARCHIVBILD -- ZUR AUFNAHME DES EHEMALIGEN SCHWEIZER TOEFFRENNFAHRERS STEFAN DOERFLINGER IN DIE HALL OF FAME, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG -- Portrait des Schweizer Motorradrennfahrers Stefan Doerflinger, 1978. (KEYSTONE/PHOTOPRESS-ARCHIV/Str)

Stefan Dörflinger 1978. Bild: PHOTOPRESS-ARCHIV

Stefan Dörflinger war seiner Zeit neben der Rennpiste voraus und ein Trendsetter. Obwohl er «nur» in der hubraumkleinsten Klasse Siege feierte, gehörte er zu den bestvermarkteten Fahrern und gehörte zu den populärsten Töffstars. In einer Zeit, als die Rennfahrer noch als verrückte, nach Benzin, Öl und verbranntem Gummi riechende verrückte Kerle galten, pflegte der Basler das Image des freundlichen, smarten Gentlemans.

Er war ein vorzüglicher Werbeträger mit der Aura von Abenteuer und Männlichkeit. In seinen Verträgen mit dem Tabakriesen Philip Morris (Marlboro) – damals war Zigaretten-Werbung noch erlaubt – standen schöne sechsstellige Summen. In Spanien nannten sie ihn nicht «Dörflinger» sondern in Anlehnung an James Bond bewundernd «Goldfinger». Weil er gut aussah (und noch immer aussieht) und den spanischen Titanen der Epoche (Angel Nieto, Jorge Martinez) grandiose Duelle lieferte. Noch 1988 besiegte Stefan Dörflinger den spanischen Superstar Jorge Martinez beim Heim-GP in Jarama bei Madrid. Der Rennstrecken-Manager hiess damals Carmelo Ezpeleta (73) – heute ist der Spanier der Boss des spanischen Vermarktungs-Riesen «Dorna», der alle Rechte im GP-Zirkus hält.

Die Schweizer Töff-Legende Stefan Dörflinger

Eine kleine Männerrunde um Carmelo Ezpeleta ist es auch, die jeweils die Piloten in den Adelsstand der «MotoGP Legends» erhebt. Die seinerzeitige Popularität in Spanien dürfte ein Grund für Stefan Dörflingers Berufung in die «Hall of Fame» sein.

Alle Schweizer Töff-GP-Sieger

Das könnte dich auch interessieren:

Gewalt und Krankheiten – die Bewohner der ersten Steinzeit-Stadt lebten gefährlich

Link zum Artikel

Der neue Tarantino? Ist Mist. Aber vielleicht seht ihr das ganz anders

Link zum Artikel

AfD-Politikerin Alice Weidel ist heimlich wieder in die Schweiz gezogen

Link zum Artikel

MEI, Minarett und Güsel: Das musst du zum Polit-Röstigraben wissen

Link zum Artikel

Google enthüllt sechs Sicherheitslücken in iOS – das solltest du wissen

Link zum Artikel

Die bizarre Geschichte der Skinwalker-Ranch, Teil 4: Die Zweifel des Insiders

Link zum Artikel

Keine Hoffnung auf Überlebende nach Unwetter im Wallis ++ Gesperrte Pässe in Graubünden

Link zum Artikel

Wahlvorschau: Die Zentralschweiz ist diesmal nicht nur für Rot-Grün ein hartes Pflaster

Link zum Artikel

Ich hab die 3 neuen Huawei-Handys 2 Monate im Alltag getestet – es gab einen klaren Sieger

Link zum Artikel

QDH: Huber ist in den Ferien. Wir haben ihn vorher noch ein bisschen gequält

Link zum Artikel

Uli, der Unsportliche – warum GC-Trainer Forte in Aarau unten durch ist

Link zum Artikel

«Es war die Hölle» – dieser Schweizer war am ersten Woodstock dabei

Link zum Artikel

Immer wieder Djokovic – oder Federers Kampf gegen die Dämonen der Vergangenheit

Link zum Artikel

10 Tweets, die zeigen, dass in Grönland gerade etwas komplett schief läuft

Link zum Artikel

ARD-Moderatorin lästert über «Fortnite»-Spieler und erntet Shitstorm – nun wehrt sie sich

Link zum Artikel

Greta Thunberg wollte Panik säen, erntet nun aber Wut

Link zum Artikel

Ab heute lebt die Welt auf Ökopump – und diese Länder sind die grössten Umweltsünder

Link zum Artikel

2 mal 3 macht 4! – Das wurde aus den Darstellern von «Pippi Langstrumpf»

Link zum Artikel

Mein Horror-Erlebnis im Militär – und was ich daraus lernte

Link zum Artikel

Wohin ist denn eigentlich die Hitzewelle verschwunden? Nun, die Antwort ist beunruhigend

Link zum Artikel

Sogar Taschenrechner verwirrt: Dieses Mathe-Rätsel macht gerade alle verrückt

Link zum Artikel

YB-Fan lehnt sich im Extrazug aus dem Fenster – und wird von Schild getroffen

Link zum Artikel

Die Bloggerin, die 22 Holocaust-Opfer erfand, ist tot, ihre Fantasie war grenzenlos

Link zum Artikel

Pasta mit Tomatensauce? OK, wir müssen kurz reden.

Link zum Artikel

Oppos Reno 5G ist ein spektakuläres Smartphone – das seiner Zeit voraus ist

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

Themen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Wie Tom Lüthi alles richtig machte und doch eine weitere bittere Niederlage erlitt

Der Tag der Wahrheit endete beim GP von Österreich für Tom Lüthi mit einer weiteren bitteren Niederlage, mit Frustration und Ratlosigkeit. Und der Frage: was war zuerst: das Huhn oder das Ei?

So schnell wie möglich nach einer Niederlage wieder aufstehen. Das ist im Dauerwettbewerb Töff-WM eine wichtige Qualität.

In den zwei letzten Rennen hatte sich Tom Lüthis Vorsprung von 8 Punkten in einen Rückstand von 33 Punkten auf WM-Leader Alex Marquez (23) verwandelt. Durch den Sturz von Brünn vor einer Woche wurde nun der GP von Österreich der Moment der Wahrheit. Würde Tom Lüthi (32) dazu in der Lage sein, wieder auf die Beine bzw. die Räder zu kommen?

Sitzungen wurden abgehalten, Pläne …

Artikel lesen
Link zum Artikel