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Nicht nur Tom Brady hat einen neuen Arbeitgeber gefunden. bild: twitter

Das Quarterback-Karussell dreht sich – das sind die wichtigsten Wechsel in der NFL

Die Free Agency der NFL ist in vollem Gang. Bereits ist der eine oder andere überraschende Wechsel über die Bühne gegangen. Wir haben für euch die wichtigsten Zu- und Abgänge zusammengestellt.



Nick Foles

Von den Jacksonville Jaguars zu den Chicago Bears

Die Chicago Bears haben sich von den Jacksonville Jaguars Quarterback Nick Foles geholt. Im Gegenzug wandert ein Viertrundenpick nach Florida. Foles führte die Philadelphia Eagles 2017 zum Super Bowl, machte aber seither schwierige Zeiten durch.

Diese Saison zu Jacksonville gewechselt, brach er sich gleich früh in der Saison das Schlüsselbein. Nach seiner Verletzung fand er nicht mehr zu seiner alten Form zurück und wurde schliesslich von Gardner Minshew II verdrängt.

Tom Brady

Von den New England Patriots zu den Tampa Bay Buccaneers.

Der Wechsel des sechsfachen Super-Bowl-Gewinners überstrahlt natürlich alles. Nach 20 Jahren bei den New England Patriots zieht es den 42-jährigen Star-Quarterback mit einem Mehrjahresvertrag zu den Tampa Bay Buccaneers ins sonnige Florida. Bradys Wechsel ist einer der spektakulärsten in der Geschichte des US-Sports, zu vergleichen vielleicht mit dem der Eishockey-Legende Wayne Gretzky, den es Ende der 1980er-Jahre von Edmonton nach Los Angeles zog.

Den wohl besten Quarterback der Geschichte erwartet bei den «Bucs» eine spannende Aufgabe. Vor allem die Offensive ist gut besetzt: Die beiden Receiver Mike Evans und Chris Godwin zählen zu den besten Passempfängern in der Liga, der etwas schrullig wirkende Trainer Bruce Arians liebt das Risiko, was dank Brady nicht mehr zu 30 Interceptions führen sollte wie noch mit Jameis Winston. Doch auch die Defensive hat mit den beiden Star-Linebackers Shaquil Barrett und Devin White viel Potenzial.

Brady, der 30 Millionen Dollar pro Jahr verdienen wird, soll Tampa erstmals seit 2007 wieder in die Playoffs und dann zum zweiten Super-Bowl-Titel nach 2002 führen. Das grosse NFL-Finale findet am 7. Februar 2021 statt – und zwar ausgerechnet in Tampa!

Marcus Mariota

Von den Tennessee Titans zu den Las Vegas Raiders.

Mit dem Nummer-2-Draft von 2015 erhöhen die Las Vegas Raiders den Druck auf ihren bisherigen Nummer-1-Spielmacher Derek Carr. Mit Mariota, der zunächst als Back-up vorgesehen ist, hat dieser nun einen erfahrenen Quarterback im Nacken, der sofort einspringen kann, wenn es nicht wie gewünscht läuft. Carr wird zwar immer wieder grosses Potenzial attestiert, leistet sich aber auch immer wieder gröbere Schnitzer.

So auch sein neuer Konkurrent: Mariota begann die letzte Saison zwar als Starting-Quarterback bei den Tennessee Titans, verlor seinen Platz im Laufe der Saison allerdings an Ryan Tannehill. Dieser hat die Titans in der Folge bis ins Conference-Finale geführt und sich so eine lukrative Vertragsverlängerung verdient.

Philip Rivers

Von den Los Angeles Chargers zu den Indianapolis Colts.

Seit dem überraschenden Rücktritt von Andrew Luck vor der letzten Saison war klar, dass die Colts einen neuen Quarterback brauchen. Geholt haben sie nun Philip Rivers von den LA Chargers, den Nummer-4-Pick aus dem Draft von 2004.

Der 38-jährige Routinier, der einen Einjahresvertrag erhält, kommt in Indianapolis wieder mit seinem früheren Offensiv-Koordinator Frank Reich zusammen, der jetzt Chefcoach bei den Colts ist. Auch Offensiv-Koordinator Nick Sirianni kennt Rivers bereits, er war bei den Chargers einst sein Quarterback-Coach.

Für Rivers wird es die erste Saison seit Jahren sein, in der er hinter einer guten Offensive Line spielen darf. Bei den Chargers blieb ihm das zuletzt regelmässig verwehrt. die Colts hoffen, dass mit Rivers ihr Titelfenster endgültig aufstossen können.

Cam Newton

Wird die Carolina Panthers verlassen.

Es war schon länger ein offenes Geheimnis, dass Cam Newtons Zeit bei den Carolina Panthers abgelaufen ist. Neun Jahre spielte der Nummer-1-Pick von 2011 bei den Panthers und führt sie 2016 bis in den Super Bowl, zuletzt zerstritt sich das extrovertierte und oft verletzte Supertalent aber mit der Klub-Führung, weshalb es nun zur unsauberen Trennung kam. «Ich habe nie danach gefragt», kommentierte Newton bei Instagram den Beitrag der Panthers, die dort geschrieben hatten, dass «Newton die Freigabe erhalten» habe.

Newton muss sich jetzt ein neues Team suchen. Wohin es ihn zieht, ist noch unklar. Neben den New England Patriots, die einen Ersatz für Brady suchen müssen, gehören die die Los Angeles Chargers zu den wahrscheinlichsten Abnehmern von Newton.

Teddy Bridgewater

Von den New Orleans Saints zu den Carolina Panthers.

Den Nachfolger von Newton haben die Panthers bereits präsentiert – er heisst Teddy Bridgewater. Der 27-jährige Quarterback begann seine Karriere 2014 bei den Minnesota Vikings, wo er zwei Saisons als Starter spielte, dann aber wegen zahlreichen Knieverletzungen ins zweite Glied rücken musste.

2018 folgte schliesslich der Wechsel zu den New Orleans Saints, wo er regelmässig den immer wieder verletzten Routinier Drew Brees ersetzen durfte. Im letzten Jahr führte er die Saints gar zu einer 5:0-Bilanz, während Brees wegen einer Daumenverletzung ausfiel.

Case Keenum

Von den Washington Redskins zu den Cleveland Browns.

Der 32-jährige Routinier soll bei den Browns helfen, aus dem jungen, unerfahrenen, aber hoch talentierten Baker Mayfield einen soliden Franchise-Quarterback zu machen. Keenum, der in Cleveland wieder mit seinem Vikings-Offensive-Coordinator Kevin Stefanski zusammenkommt, ist als Back-up eingeplant und kassiert in drei Jahren bis zu 18 Millionen Dollar.

Austin Hooper

Von den Atlanta Falcons zu den Cleveland Browns.

Bereits zuvor hatten die Browns zugeschlagen: Mit Tight End Austin Hopper und Offensive Tackle Jack Conklin holte man zwei der Top-Free-Agents nach Cleveland. Hopper, der zum bestverdienenden Tight End der Liga aufgestiegen ist, soll Quarterback Mayfield als zusätzliche Anspielstation dienen, Conklin soll dazu beitragen, dass die Offensive Line endlich etwas stabiler wird.

DeAndre Hopkins

Von den Houston Texans zu den Arizona Cardinals.

Die Arizona Cardinals haben mit dem Trade von DeAndre Hopkins aus Houston einen Riesen-Coup gelandet. Der Wide Receiver gehört zu den fünf besten Passempfängern der Liga, vielleicht ist er sogar der beste. Immer wieder pflückt er Pässe aus der Luft, die eigentlich gar nicht mehr zu erreichen sind.

Bei den Cardinals könnte er in der Offensive das fehlende Puzzle-Teil sein. Mit Running Back Kenyan Drake, Quarterback Kyler Murray und Wide Receiver Larry Fitzgerald verfügt man in Glendale über unglaubliches Potenzial. Die Defensive lässt für den ganz grossen Coup aber wohl noch zu sehr zu wünschen übrig.

Stefon Diggs

Von den Minnesota Vikings zu den Buffalo Bills.

Mit dem Blockbuster-Trade für Wide Receiver Stefon Diggs von den Minnesota Vikings sorgten die Buffalo Bills bereits am Montag für grosses Erstaunen. Für einen Erstrundenpick, einen Viertrundenpick und einen Sechstrundenpick in diesem Jahr sowie einen Viertrundenpick 2021 bezahlen die Bills zwar einen hohen Preis, doch Diggs könnte das durchaus Wert sein.

Als einer der stärksten Route Runner der Liga soll der Neuzugang den bisherigen Nummer-1-Receiver John Brown entlasten und in der Offensive rund um Quarterback Josh Allen für komplett neue Möglichkeiten sorgen.

Calais Campbell

Von den Jacksonville Jaguars zu den Baltimore Ravens.

Als fehlendes Puzzle-Stück gilt auch Calais Campbell. Mit dem Defensive End verstärken die Ravens ihre ohnehin schon starke Verteidigung (Platz 4 in der Vorsaison) weiter. Campbell liefert das Komplett-Paket: Mit mindestens fünf Sacks seit 2009 und 31,5 allein in den letzten drei Jahren gehört der fünfmalige All-Star zu den Besten seines Fachs. Der 136-Kilo-Koloss gilt zudem als Anführer, der ein Team mitreissen kann, auch wenn es mal nicht wie gewünscht läuft.

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Die Nummer-1-Draft in der NFL seit 2000

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Die Nummer-1-Draft in der NFL seit 2000
quelle: keystone / john bazemore
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Brady, Busen und Bälle – so erklären Laien den Super Bowl

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