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ARCHIVBILD ZUM SDA-TEXT ZUM TEXT 100 TAGE BIS TOKIO, AM DIENSTAG, 13. APRIL 2021 Tugboats move a symbol installed for the Olympic and Paralympic Games Tokyo 2020 on a barge moved away from its usual spot off the Odaiba Marine Park in Tokyo Thursday, Aug. 6, 2020. The five Olympic rings floating on a barge in Tokyo Bay were removed for what is being called

Die Olympischen Spiele mussten um ein Jahr verschoben werden – im Juli sollen sie aber definitiv stattfinden. Bild: keystone

Hundert Tage vor den Olympischen Spielen – Tokio 2021 steht unter dem Joch des Coronavirus

In 100 Tagen, am 23. Juli, dürften die Olympischen Sommerspiele in Tokio eröffnet werden. Die Lage mit dem Coronavirus bleibt bedrohlich.



Noch sind viele Fragen offen. Aber eines ist klar: Tokio 2021 – das werden Notspiele unter strengen Auflagen. 100 Tage bleiben den Organisatoren ab Mittwoch noch, ehe im Olympiastadion die Flamme für die Spiele im Zeichen der Pandemie entzündet werden soll. «Wir tun unser Äusserstes für die Massnahmen gegen das Coronavirus», beteuerte Japans Ministerpräsident Yoshihide Suga gerade erst wieder. Und die Organisationschefin Seiko Hashimoto sagte jüngst in einem Beitrag beim US-Sender NBC: «Unsere erste und wichtigste Priorität ist es, eine sichere Umgebung mit Blick auf Covid-19 zu schaffen.»

Den ausländischen Olympia-Fans wird deshalb die Einreise verwehrt, mehr als 600'000 Tickets waren offiziell schon an diese Gruppe abgesetzt worden. Auch die Zahl von Helfern, Funktionären und Gästen von Sponsoren und Verbänden aus dem Ausland soll drastisch reduziert werden. Für alle zugelassenen Beteiligten werde bis Juni eine Reihe von Handbüchern erstellt. Diese soll die Verhaltensregeln für Einreise und Aufenthalt bis ins Detail festlegen. Ziel ist es, eine Olympia-Blase zu schaffen und Kontakte zu Tokios Bevölkerung zu minimieren.

FILE - In this Aug. 12, 2016 file photo, fans cheer for Brazil's Marta during a quarter-final match of the women's Olympic football tournament against Australia at the Mineirao Stadium in Belo Horizonte, Brazil. In a country where men’s soccer is engrained in people’s psyche, women have found it difficult to find their place in sports because of the lack of athletic programs, funding shortfalls and what they call unfair marketing decisions that promote men. But Brazilian female athletes are shining at the Rio Olympics. Some people have even scratched Neymar, the biggest star on the men’s team, off jerseys found in the busy flea markets to write Marta, who also is No. 10 in the team. That’s because Marta shirts are hard to find.  (AP Photo/Eugenio Savio, File)

Bilder wie hier in Rio de Janeiro beim Spiel der brasilianischen Frauen gegen Australien wird es in Tokio wohl nicht zu sehen geben. Bild: AP/AP

Situation verschärft sich wieder

Erst Mitte März war ein zweimonatiger Notstand für den Grossraum Tokio aufgehoben worden. Seither steigt die Zahl der Neuinfektionen erneut spürbar an. Daher wurden die Massnahmen für die Hauptstadt wieder verschärft. In der Präfektur Osaka erklärten die Behörden zuletzt sogar den medizinischen Notstand, weil die Spitäler überfordert waren. Die Impfkampagne verläuft schleppend, nur wenige der 126 Millionen Japaner sind bisher vollständig geimpft.

Der olympische Fackellauf gibt einen Vorgeschmack, wie es ablaufen könnte. Rund 10'000 Läufer sollen die Fackel wie in einer Staffel durch alle 47 Präfekturen tragen, ehe am 23. Juli im Olympiastadion das Feuer entzündet wird. Wegen der Sorge um eine Ausbreitung des Coronavirus sollen die Japaner das Geschehen möglichst nur im Internet verfolgen. An der Strecke darf nur geklatscht, nicht aber gejubelt werden.

Tokyo 2020 President Seiko Hashimoto, left, watches Japanese actress Satomi Ishihara and Paralympian Aki Taguchi light the celebration cauldron on the first day of the Tokyo 2020 Olympic torch relay in Naraha, Fukushima prefecture, northeastern Japan, Thursday, March 25, 2021. The torch relay for the postponed Tokyo Olympics began its 121-day journey across Japan on Thursday and is headed toward the opening ceremony in Tokyo on July 23. (Kim Kyung-Hoon/Pool Photo via AP)

Die dreifache Paralympics-Teilnehmerin Aki Taguchi (r.) entzündet die olympische Fackel. Bild: keystone

Bei grösseren Menschenansammlungen droht ein Abbruch der Etappe. Mehrere Prominente sagten ihre Teilnahme ab. Wegen der Notmassnahmen in Osaka wurde der Abschnitt durch die Region gestrichen, statt durch Osakas Zentrum sollte der Lauf isoliert durch den «Expo '70 Commemorative Park» in Suita führen.

Zum Check der Abläufe und für die Überprüfung der Corona-Massnahmen haben die Organisatoren für April und Mai noch 18 Testwettkämpfe für Olympia und Paralympics angesetzt. Ob alle stattfinden werden, wird sich zeigen. Irritationen gab es zuletzt um die in Tokio geplanten Olympia-Qualifikationen im Wasserspringen, Synchron- und Freiwasserschwimmen. Nach kurzfristiger Absage sollen die Wettkämpfe nun doch etwas verspätet stattfinden. Die ohnehin knifflige Vorbereitung vieler Athleten wird durch solche Unwägbarkeiten zusätzlich erschwert.

IOC-Präsident Thomas Bach sagt: «Die aktuelle Krise hat gezeigt, wie wichtig Sport und körperliche Betätigung für die physische und mentale Gesundheit sind. Sport kann Leben retten.»

Die Aktiven wollen die Spiele

Die Mehrzahl der Athleten hofft allerdings weiter, dass die Spiele stattfinden. Schliesslich haben sie seit Jahren auf Olympia hintrainiert, teils ihre Lebens- und Karriereplanung auf Tokio abgestimmt. Die Nationalen Olympischen Komitees haben fast ausnahmslos ihre Teilnahme für Tokio zugesagt, nur Nordkorea hat bisher verzichtet.

Das weltweit sehr unterschiedliche Impftempo gibt Anlass für viele Debatten. So wollen Länder wie Russland, Ungarn, Israel oder Mexiko Sportler bevorzugt impfen, andere Staaten haben das ausgeschlossen. Eine späte Impfung könnte den Formaufbau von Athleten stören. Ohne Impfung reist das Corona-Risiko mit nach Japan – auch bei Betreuern, Helfern und Journalisten.

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Auch die Impfung sorgte für Diskussionen unter den Teilnehmerländern. Bild: Shutterstock

Die vom Internationalen Olympischen Komitee mithilfe von China angebotene Impfung mit einem chinesischen Vakzin ist umstritten und ohnehin in vielen Ländern wegen der fehlenden Zulassung nicht möglich. Weite Teile der japanischen Bevölkerung werden im Juli und August noch ungeschützt sein. Mediziner warnen davor, dass die Spiele im schlimmsten Fall zum Superspreader-Ereignis werden und neue Virusvarianten hervorbringen könnten.

Erneute Verschiebung scheint ausgeschlossen

Eine erneute Verschiebung der Spiele in Tokio ist allerdings kaum eine Option. Allein die Verlegung um ein Jahr soll die Organisatoren wegen zusätzlicher Ausgaben für Mieten, Personal, Ausrüstung und Lagerflächen knapp 2 Milliarden Franken kosten. Diese Mehrkosten wird Japan kaum noch ein weiteres Mal aufbringen wollen, obwohl die Bevölkerung sich in Umfragen eher gegen eine Durchführung 2021 ausspricht. Auch für die Corona-Massnahmen sind bereits viele Millionen in die Vorbereitung der Sommerspiele geflossen, die dann wohl verloren wären.

Japan's Prime Minister Yoshihide Suga, right, greets International Olympic Committee (IOC) President Thomas Bach during their meeting in Tokyo, Monday, Nov. 16, 2020. IOC President Bach is beginning a visit to Tokyo to convince politicians and the Japanese public that the postponed Olympics will open in just over eight months. (Kazuhiro Nogi/Pool Photo via AP)

Japans Ministerpräsident Yoshihide Suga (r.) und IOC-Präsident Thomas Bach wollen die Spiele nicht noch einmal verschieben. Bild: keystone

Zudem haben Japans Organisatoren immer wieder beteuert, mit den Spielen ein Zeichen für den Sieg gegen Corona setzen zu wollen. Dieses Symbol nun ausgerechnet dem politischen Erzrivalen China bei den Winterspielen in Peking im Februar 2022 zu überlassen, wäre für die Japaner ein zusätzlicher Schmerz. (sda/dpa)

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Die Sportstätten der Olympischen Spiele 2020 in Tokio

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Die Sportstätten der Olympischen Spiele 2020 in Tokio
quelle: epa / kimimasa mayama
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