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Rassismus

«Zusammen verbrannten sie Juden» – Ajax Amsterdam wird Opfer von antisemitischen Sprechchören

Die Ajax-Spieler wurden am Sonntag in Utrecht mit antisemitischen Sprechchören eingedeckt. 
Die Ajax-Spieler wurden am Sonntag in Utrecht mit antisemitischen Sprechchören eingedeckt. Bild: Getty Images Europe

«Zusammen verbrannten sie Juden» – Ajax Amsterdam wird Opfer von antisemitischen Sprechchören

Am Sonntag empfing der FC Utrecht in der holländischen Eredivisie Ajax Amsterdam und trennte sich mit einem 1:1-Unentschieden. Überschattet wurde das Spiel durch antisemitische Sprechchöre. 
07.04.2015, 14:2207.04.2015, 15:04

Es geht einem durch Mark und Bein, was die Fans des FC Utrecht vergangenen Sonntag skandiert haben: 

Die Utrecht-Fans am Sonntag beim Spiel gegen Ajax.video: youtube.com/meub69

Auf Niederländisch:

«Mijn vader zat bij de commando’s,
 mijn moeder zat bij de SS.

Samen verbrandden zij joden,
 want joden die branden het best.»

Übersetzt auf Deutsch:

«Mein Vater war bei den Kommandos,
meine Mutter war bei der SS.
Zusammen verbrannten sie Juden,
denn Juden brannten am besten
»

Ajax und das jüdische Image

Es ist nicht das erste Mal, dass sich die Ajax-Supporter antisemitische Sprechchöre anhören müssen. Dem holländischen Traditionsverein wird nämlich ein jüdischer Hintergrund nachgesagt. Doch genau genommen, befinden sich unter den Ajax-Anhängern nicht mehr oder weniger Juden als in sonst einer Fan-Kurve. 

Das jüdische Image beruht darauf, dass Amsterdam früher als «Jerusalem des Westens» bezeichnet wurde. Vor dem Zweiten Weltkrieg sollen rund 80'000 Juden in der niederländischen Metropole gewohnt haben. Vornehmlich im Osten der Stadt, dort wo auch das alte Ajax-Stadion «De Meer» lag. 

Das Stadion «De Meer» befand sich in einem Quartier, in dem viele Juden wohnten.
Das Stadion «De Meer» befand sich in einem Quartier, in dem viele Juden wohnten.bild: ifthenisnow.nl
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So kam es, dass die Auswärts-Fans auf dem Weg ins «De Meer» überdurchschnittlich viele Juden sahen. Die Ajax-Fans kokettieren indes selbst mit diesem Image: Bei Spielen skandieren sie gerne einmal: «Superjuden, Superjuden». 

Die antisemitische Gegenreaktion kann dadurch aber nicht erklärt und schon gar nicht entschuldigt werden. 

Kommentator tritt ins Fettnäpfchen 

Die Klub-Verantwortlichen bei Ajax Amsterdam fühlen sich nach diesem Vorfall ohnmächtig: «Wir vertrauen in diesen Dingen dem KNVB (holländischer Fussballverband – die Red.), wir werden selber keine rechtlichen Schritte einleiten.»

Die antisemitischen Sprechchöre der Utrecht-Fans waren anscheinend so laut, dass Fox-Kommentator Mark van Rijswijk dem Fernseh-Publikum verkündete: «Das Publikum von Utrecht unterstützt jetzt nochmals ihre Mannschaft!» Doch in Tat und Wahrheit sangen die Utrecht-Fans in diesem Moment gerade:

«Hamas, Hamas,
Juden an das Gas»

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