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Ski: Alexis Monney möchte auch in Wengen mit den Besten mithalten

Alexis Monney, Schweizer Skirennfahrer spricht am einem Pressetermin, am Mittwoch, 14. Januar 2026, in Wengen. (KEYSTONE/Peter Schneider)
Alexis Monney möchte in Wengen erstmals in die Top-8 fahren.Bild: keystone

«Hab das Gefühl die Piste mag mich nicht»: Monney wartet in Wengen auf einen Spitzenplatz

In Wengen hat Alexis Monney in kurzer Zeit schon einiges erlebt, für einen Spitzenplatz hat es ihm bislang jedoch nie gereicht. Nun hofft der 26-Jährige, dass am Lauberhorn einmal alles aufgeht.
16.01.2026, 06:1116.01.2026, 06:11

Beim Medientreff am Mittwochabend huscht Monney ein Grinsen übers Gesicht, als er nach seinem Verhältnis zu Wengen gefragt wird. «Ich mag Wengen wirklich sehr», sagt der Freiburger, «aber manchmal habe ich das Gefühl, die Piste hier mag mich nicht so.»

Der Blick zurück zeigt, was er meint. Im letzten Jahr verlor Monney in der Abfahrt im Ziel-S kurz die Kontrolle über einen Ski und fuhr ins letzte Tor. Während seine Teamkollegen Marco Odermatt und Franjo von Allmen Platz 1 und 2 belegten, kassierte Monney einen bitteren Nuller.

Es gibt aber auch die andere Seite: Seinen allerersten Top-10-Platz im Weltcup realisierte Monney vor drei Jahren ebenfalls in Wengen – mit Startnummer 37. Auch bei dieser Fahrt blieb jedoch vor allem in Erinnerung, wie er nach dem Sprung am Hundschopf einen Sturz nur haarscharf verhindern konnte. «Versuch, lebend unten anzukommen», habe er sich damals gedacht.

Alexis Monney of Switzerland reacts in the finish area during the men's Downhill training race at the Alpine Skiing FIS Ski World Cup, in Wengen, Switzerland, Thursday, January 15, 2026. (KEYSTON ...
Wengen und Monney ist eine komplizierte Geschichte.Bild: keystone

Besserer Umgang mit Druck

Nun nimmt Monney den nächsten Anlauf, in Wengen erstmals in die Top 8 zu fahren. Er darf vorsichtig zuversichtlich sein, hat sich doch zuletzt in Livigno der Knopf geöffnet. Dort fuhr er im Super-G auf Platz 2 und stand erstmals in dieser Saison auf dem Podest. Zuvor hatte er bei den Rennen in Gröden Mühe mit den Sprüngen, was in der zweiten Abfahrt zum Ausscheiden führte.

Das Podest in Livigno habe etwas Last von ihm genommen, sagt Monney. «Nun kann ich etwas lockerer an den Start gehen.» Mit dem gestiegenen Druck umzugehen, war für ihn lange und besonders bei Heimrennen ein grosses Thema. Inzwischen lasse er sich von der Erwartungshaltung weniger lähmen. Dem Trubel in Wengen blickt er in diesem Jahr nicht nur gelassener, sondern sogar mit Vorfreude entgegen.

Entlastend wirkt auch, dass ihm nach Livigno das Olympia-Ticket kaum mehr zu nehmen ist. Als letztjähriger Abfahrtssieger und Super-G-Dritter auf der Olympiastrecke in Bormio hatte er ohnehin gute Argumente für eine Nominierung geliefert. Bis Livigno war er den Erwartungen jedoch einiges schuldig geblieben.

epa12614053 Second placed Alexis Monney of Switzerland celebrates on the podium after the Men's Super G race at the FIS Alpine Skiing World Cup in Livigno, Italy, 27 December 2025. EPA/ANDREA SOL ...
In Livigno fuhr Monney mal wieder auf das Podest.Bild: keystone

Kein Gleitspezialist

«Die bisherigen Abfahrten waren eher etwas für die guten Gleiter, nun kommen Rennen, die mir besser liegen», sagt Monney. Nach Wengen steht mit Kitzbühel sogleich der nächste Klassiker auf dem Programm. Auf der Streif fehlten dem Romand im letzten Jahr nur acht Hundertstel zu seinem zweiten Weltcupsieg. Die Strecke liegt ihm.

Und in Wengen weiss Monney auch, was er vor den beiden Rennen am Freitag (Super-G) und Samstag (Abfahrt) noch genau anschauen muss: «Ich habe vor allem oben ein wenig Mühe, die richtigen Kniffe zu finden und schnell zu fahren.» Findet er diese Lösung, könnte sich die komplizierte Beziehung zwischen Monney und dem Lauberhorn nach vielen Aufs und Abs doch noch entspannen. (riz/sda)

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