DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Simon Ammann of Switzerland soars through the air during the first round for the first jumping of the 64th four-hills ski jumping tournament in Oberstdorf, southern Germany, December 29, 2015. The prestigious four-hills tournament starts in Oberstdorf today and will end in Bischofshofen on January 6.    REUTERS/Michael Dalder

Der Wind war nicht auf der Seite von Ammann. 
Bild: MICHAEL DALDER/REUTERS

Der Wind ist Severins Freund – Ammann wird Zwölfter

Severin Freund (De) gewinnt das Auftaktspringen der Vierschanzentournee in Oberstdorf. Der Weltmeister setzt sich auch dank Windvorteil vor Michael Hayböck (Ö) und Peter Prevc (Sln) durch. Simon Ammann wurde mit einer verbesserten Landung Zwölfter.



«In Oberstdorf werden die Karten neu gemischt.» Nach dem ersten Springen der 64. Vierschanzentournee bewahrheitete sich Severin Freunds vor dem ersten Saisonhighlight getätigte Aussage voll und ganz. Nicht Peter Prevc, der slowenische Überflieger der vergangenen Wochen, stand im Allgäu zu oberst auf dem Podest, sondern mit Freund einer jener Springer, deren Lauf zuletzt etwas ins Stocken geraten war. Erstmals seit 2002 (Sven Hannawald) wurde die Tournee wieder mit einem Heimsieg lanciert.

Freund zog vor 25'500 Zuschauern in der ausverkauften Oberstdorfer Arena eine Glückskarte. Der Lokalmatador, nach dem ersten Durchgang nur Fünfter, nutzte im Finale die Gunst des Augenblicks mit Aufwind und setzte erst bei 137,5 m auf. Der unmittelbar vor ihm gestartete österreichische Hoffnungsträger Michael Hayböck flog gar noch anderthalb Meter weiter. «Es ist erst ein kleiner Teil der Tournee», bremste Freund umgehend die Euphorie nach seinem 21. Weltcupsieg. Und der Bayer gab zu: «Nach dem, was bei den letzten zehn Springern passiert ist, kann man das nicht für 100 Prozent nehmen.»

Bei den besten drei des ersten Durchgangs - Prevc, Daniel-André Tande und Titelverteidiger Stefan Kraft - blies der Wind wieder von hinten, das tragende Windkissen war weg. Dank seiner Klasse vermochte der Halbzeitführende Prevc den Schaden in engen Grenzen zu halten; sein Rückstand im Gesamtklassement beträgt als Dritter umgerechnet rund vier Meter. Kraft und Tande fielen derweil in die Ränge 7 und 10 zurück.

Telemark gefunden

Simon Ammann verfolgte das dramatische Finale aus der Mixed-Zone und war bei der Analyse der Flüge der Kollegen in seinem Element. Der zwölftplatzierte Toggenburger selbst hatte zuvor eine den derzeitigen Umständen zufriedenstellende Leistung abgeliefert. Auf der Schattenbergschanze, wo er 2008 und 2013 siegreich gewesen war, zeigte der vierfache Olympiasieger erstmals in diesem Winter eine Landung, die den Namen «Telemark» verdient. Bessere Haltungsnoten - dreimal 17,5 - kamen für Ammann in dieser Saison noch nie in die Wertung.

Simon Ammann of Switzerland reacts after his second jump for the first jumping of the 64th four-hills ski jumping tournament in Oberstdorf, southern Germany, December 29, 2015. The prestigious four-hills tournament starts in Oberstdorf today and will end in Bischofshofen on January 6.    REUTERS/Michael Dalder

Ammann landet auf dem 12. Platz. 
Bild: MICHAEL DALDER/REUTERS

Ammann sprach nach dem Wettkampf denn auch von weiteren Fortschritten bei der Landung. Er müsse sich in den kommenden Tagen weiter heranarbeiten und akzeptieren, dass dies in kleinen Schritten geschehe. Nicht zufrieden ist der 23-fache Weltcupsieger derzeit mit seiner Haltung in der Anlaufspur; der Körper sei zu hoch. «Aber dieses Problem bekomme ich in diesem Winter noch hin», versprach der 34-Jährige.

Final ohne Deschwanden und Schlierenzauer

Nach einem kurzen Zwischenhoch Mitte Dezember in Russland driften Anspruch und Wirklichkeit bei Gregor Deschwanden seit Tagen wieder auseinander. Falls er sein derzeitiges Leistungspotenzial abrufen könne, sei eine Klassierung in den Top 20 möglich, war der Luzerner vor dem ersten Springen der Tournee überzeugt. Doch nach dem Heimweltcup in Engelberg enttäuschte der zweitbeste Schweizer Skispringer auch in Oberstdorf mit Platz 37 - auf einer seiner Lieblingsschanzen notabene, die ihm aufgrund der vielen Trainingslehrgänge der Schweizer Equipe bestens vertraut ist. Im K.o.-Duell gegen den Norweger Joachim Hauer war Deschwanden chancenlos.

Switzerland's Gregor Deschwanden soars through the air during a trial jump at the first stage of the 64th four hills ski jumping tournament in Oberstdorf, Germany, Tuesday, Dec. 29, 2015. (AP Photo/Matthias Schrader)

Deschwanden enttäuschte in Oberstdorf.
Bild: Matthias Schrader/AP/KEYSTONE

Wie der Innerschweizer musste auch Gregor Schlierenzauer, seines Zeichens 2012 und 2013 Gewinner der Vierschanzentournee, nach dem ersten Sprung zuschauen. Die Zulassung zum Finaldurchgang der besten 30 verpasste der Rekord-Weltcupsieger um 1,1 Punkte.

Fortgesetzt wird die 64. Vierschanzentournee am Donnerstag mit der Qualifikation für das zweite Springen in Garmisch-Partenkirchen am Neujahrstag. (si/ndö)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Eismeister Zaugg

Die Zuger werden entweder Champions oder «Rolex-Bubis»

Zug und Servette spielen ab Montag um den Titel. Eine Finalpaarung, die es noch nie gegeben hat und als «Rolex-Final» in die Geschichte eingehen wird.

Zugs Finalqualifikation nach dem 6:3 gegen die Lakers ist Pflichterfüllung. Alles andere als ein Final wäre als klägliches Scheitern taxiert worden.

Servettes Sturmlauf in den Final ist hingegen eine der besten Storys der Playoff-Geschichte. Denn es ist Servettes erste Saison seit dem Wiederaufstieg von 2002 ohne den «Übervater» Chris McSorley.

Ist je einem Klub eine so schnelle, reibungslose Emanzipation von einer charismatischen Persönlichkeit gelungen, die 20 Jahre lang allgegenwärtig war? …

Artikel lesen
Link zum Artikel