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Falsches Abseits gepfiffen – deshalb lag der VAR im Klassiker daneben

FCB-Verteidiger Sergio Lopez (im roten Kreis am oberen Bildrand) steht abseits. Weil aber der zurückgeeilte Akaki Gogia (ganz links) den Ball noch absichtlich mit dem Kopf spielen wird, hebt er das Ab ...
FCB-Verteidiger Sergio Lopez (im roten Kreis am oberen Bildrand) steht abseits. Weil aber der zurückgeeilte Akaki Gogia (ganz links) den Ball noch absichtlich mit dem Kopf spielen wird, hebt er das Abseits auf.screenshot: swissfootdata

Falsches Abseits gepfiffen – deshalb lag der VAR im Klassiker daneben

31.10.2021, 14:40

Im Moment kommt man in Sachen Fussballemotionen nicht um das Stadion Letzigrund herum.

«Es fällt uns schwer, diesen Abschluss zu akzeptieren.»
FCB-Trainer Patrick Rahmensrf

Vor einer Woche vergeigte der FCZ einen 2:0-Vorsprung gegen Stadtrivale GC noch vor der Pause – schlug dann aber in der zweiten Halbzeit nochmals zu. Die Partie endete 3:3.

Und gestern ging's im gleichen Stil weiter: Der FCZ empfing Tabellenführer Basel zum Spitzenkampf. Liga-Topskorer Arthur Cabral eröffnete den Torreigen mit einem Traumtor, die Zürcher wehrten sich tapfer und hielten sich bis zum Schluss im Spiel – und erkämpften sich wieder einen Punkt.

Dass die Basler frustriert sind, kommt nun nicht überraschend. Dürfen sie aber auch, denn für einmal wurden sie tatsächlich vom Schiedsrichtergespann, allen voran dem Videoassistenten, benachteiligt.

«Man könnte meinen, wir hätten verloren.»
FCB-Captain Fabian Freisrf

Kurz vor Schluss, beim Stand vom 2:3 aus Sicht des Heimteams, kommt der FCZ zu einem Eckball. Die Basler klären den Ball und leiten den Konter auf das verlassene Zürcher Gehäuse ein – denn der Zürcher Torwart Yannick Brecher war im Basler Strafraum vorne mit dabei.

«Moralisch sind wir der Sieger.»
Blerim Dzemailisrf

Jordi Quintilla vollendet den Konter schliesslich zum 4:2, doch der Basler Freudentaumel hält nur kurze Zeit. Der VAR entscheidet auf Abseits, was gemäss den Experten vom Schiedsrichter-Blog «Collinas Erben» falsch ist. Gogia spielt den Ball bewusst mit dem Kopf («Deliberate Play») und hebt so die Abseitsposition von FCB-Lopez auf.

Beim Abschluss von Quintilla steht anschliessend Valentin Stocker im passiven Abseits, weil er dem Keeper die Sicht verdeckt. Dass der Treffer nicht zählt, ist also korrekt.

FCZ-Goalie Brecher darf den darauf folgenden Freistoss, der schliesslich zum 3:3 führt, jedoch von der Mittellinie und nicht im eigenen Strafraum treten. Gemäss FCB-Trainer Rahmen wäre es in diesem Fall nicht zur letzten Situation mit dem Zürcher Ausgleich gekommen.

Patrick Rahmen:

«Es ist natürlich entscheidend, ob der Freistoss im eigenen Fünfer oder an der Mittellinie ausgeführt wird. Die letzte Situation hätte es so nicht mehr gegeben. Aber wir müssen es akzeptieren.»

Zwar hat der VAR beim 3:3 keinen direkten Einfluss auf Ceesays Treffer gehabt, die Diskussionen um den Video-Assistent-Referee werden aber definitiv nicht so schnell verstummen. (bal)

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