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Rafael Nadal gibt sich für einmal wenig bescheiden. bild: wimbledon

Nadal muss sich für seinen Centre-Court-Auftritt rechtfertigen – seine Antwort: Grandios!



Rafael Nadal ist gestern mit einer Gala-Vorstellung gegen João Sousa in den Wimbledon-Viertelfinal gestürmt. Beim 6:2-6:2-6:2-Erfolg erhielt der 33-jährige Spanier nur wenig Gegenwehr. Anstrengender wurde für Nadal die anschliessende Pressekonferenz: Ein australischer Journalist wollte von ihm wissen, ob es nicht besser gewesen wäre, man hätte statt seiner Blitzpartie den hart umkämpften Dreisätzer von Ashleigh Barty gegen Allison Riske auf den Centre Court angesetzt – sie sei ja schliesslich die Weltnummer 1.

Nadals Antwort kam wie aus der Pistole geschossen und war für einmal ziemlich atypisch für den sonst so bescheidenen Mallorquiner:

«Ich bin die Weltnummer 2 und habe 18 Grand Slams gewonnen. Das entscheiden die Organisatoren. Sie als Journalist stellen nun Ashleigh Barty über mich. Für mich sind beide Entscheidungen okay. Aber in der Tenniswelt, ehrlich gesagt, bin ich etwas wichtiger als Ashleigh Barty, auch wenn sie die Nummer 1 ist, die French Open gewann und unglaublich gut spielt.»

Rafael Nadal

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Nadal entwaffnet den Journalisten. Video: streamable

Roger Federer zeigte sich nach seinem lockeren Achtelfinal-Sieg gegen Matteo Berrettini ebenfalls von seiner schlagfertigen Seite, hatte es aber wesentlich einfacher als Erzrivale Nadal. Mit einem in der Szene bekannten Tennisjournalisten aus Italien lieferte er sich ein lustiges Wortgefecht:

Journalist: «Roger, heute brauche ich für einmal deine Hilfe. Ich habe gesehen, wie Berrettini in Stuttgart gewann und in Halle den Halbfinal erreichte …»

Federer unterbricht sofort: «Ich habe dich in Halle nicht gesehen …»

Der Journalist entgegnet: «Aber ich habe die Spiele gesehen.»

Federer: «Ah, du hast den einfachen Weg gewählt und im Schlafzimmer vor dem TV geschaut, ganz relaxt.»

Journalist: «Korrekt. Aber ich habe die Spiele gesehen. Heute Morgen habe ich geschrieben, dass ich nicht glaube, dass Berrettini Federer schlagen kann, aber ich glaube nicht, dass er 1:6, 2:6, 2:6 verliert. Und das war dann genau das Resultat. Jetzt möchte ich von dir wissen …»

Federer geht erneut dazwischen: «… ob du deinen Job wechseln solltest oder nicht? Ist das die Frage? Du solltest darüber nachdenken.»

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Federers Hin und Her mit dem italienischen Journalisten. Video: streamable

Nach dieser lustigen Episode durfte der Journalist seine eigentliche Frage doch noch stellen. «Ich versuche herauszufinden, was du ihm vor dem Spiel gesagt hast. Du bist sein Idol. Hast du ihn mit deinen Worten geschockt oder wie erklärst du dir das Resultat?» Federer entgegnete, dass er lediglich «Hallo» gesagt habe. Dass sich Berrettini nach dem verwandelten Matchball am Netz beim Schweizer für die Lektion bedankt haben soll, konnte der «Maestro» nicht bestätigen: «Das sagte er? Mein Italienisch ist nicht gut genug.» (pre)

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    Alle Leser-Kommentare
  • elalbi 10.07.2019 11:22
    Highlight Highlight U.kein Sexismusvorwurf?
    Schön, dass Alle dazulernen!
  • P. Meier 09.07.2019 14:13
    Highlight Highlight Dass Federer Berettinin nicht wirklich verstanden hat, mage ich zu bezweifeln. Es ist eher typisch für ihn keine unnötige Polemik oder Diskussionen aufkommen zu lassen. Lieber nichts sagen, als sich in die Nesseln zu setzen. Ist zwar sicher mühsam für die Reporten, die so wieder einen Aufhänger für einen Artikel nicht bekommen.
  • Lukas Aurelius 09.07.2019 13:52
    Highlight Highlight Ohne ihn persönlich zu kennen schätze ich Nadal als extrem gutherzig und korrekt ein. Zu versuchen, ihn mit einer solch konstruierten Gender-Debatte in eine falsche Ecke zu drängen ist einfach widerlich, aber halt auch sehr durchschaubar. Nadal hat aufrichtig, ehrlich und respektvoll geantwortet und es wird wohl niemandem gelingen, ihm daraus einen Strick zu drehen, viel eher sollte man die Kompetenz dieses Journalisten in Frage stellen.
  • poltergeist 09.07.2019 13:22
    Highlight Highlight Bei den Männern gibt es einfach mehr Tennis. Warum spielen Frauen eigentlich nicht auch über drei Gewinnsätze?
    • TodosSomosSecondos 09.07.2019 14:20
      Highlight Highlight weil sie natürlich weniger Preisgeld erhalten..

      ... öh... hmmm... oder vielleicht auch nicht

    • poltergeist 09.07.2019 14:51
      Highlight Highlight In Wimbledon sind die Preisgelder für die Einzelwettbewerbe gleich.
    • JonathanFrakes 09.07.2019 18:52
      Highlight Highlight @poltergeist: Physis.
  • JonathanFrakes 09.07.2019 12:43
    Highlight Highlight Dafür durfte Konta auf dem Center Court spielen. Und ganz ehrlich, Fedi, Rafa und auch der Djoker sollten immer auf dem Hauptplatz spielen. Serena Williams übrigens auch. Das hat nichts mit Mann oder Frau zu tun. Immer diese gesuchte Empörung.
  • Füdlifingerfritz 09.07.2019 12:26
    Highlight Highlight Wie lange es wohl dauern wird, bis man Nadal für diese Aufzählung von Fakten Sexismus vorwirft...
  • Neruda 09.07.2019 12:08
    Highlight Highlight Immer diese Polemik wegen den Frauen oder Männern auf dem Centre Court. So viel ich weiss, ziehen die Spiele mit Nadal, Djokovic und Federer immer mehr Leute an, als die Weltnummer 1 der Frauen.

Federer-Coach Lüthi: «Nadal in Paris ist für Roger die ultimative Herausforderung»

Zum 39. Mal duellieren sich heute die Tennis-Giganten Roger Federer und Rafael Nadal. Im Halbfinal «seiner» French Open (ab 12.50 Uhr im watson-Liveticker) ist der Spanier der Favorit. Aber Federers Trainer Severin Lüthi weiss, dass sein Schützling alles für eine Überraschung mitbringt.

Roger Federer wirkt vor dem Halbfinal gegen Nadal extrem entspannt, teilen Sie diesen Eindruck?Severin Lüthi: Ja, diese Lockerheit ist eine der grossen Stärken von Roger. Ich sage nicht, dass er das auf Knopfdruck kann, aber er schafft es sehr gut, sich wieder auf die Sache zu konzentrieren. Vielleicht ist er noch etwas lockerer, weil er nun schon ein gutes Turnier gespielt hat und in den Halbfinals steht, das ist klar. Bei Roger besteht auch nicht die Gefahr, dass er sich damit nun …

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