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Rafael Nadal of Spain arrives at a news conference after being defeated by Tomas Berdych of the Czech Republic in their men's singles quarter-final match at the Australian Open 2015 tennis tournament in Melbourne January 27, 2015.   REUTERS/Issei Kato (AUSTRALIA  - Tags: SPORT TENNIS)

Nadal niedergeschlagen an der Pressekonferenz nach dem Match. Er wird auch diese Niederlage wegstecken. Bild: ISSEI KATO/REUTERS

Der Stier kommt zurück

Trotz Nadals abruptem Ende in Melbourne: Federer kann sich noch lange nicht auf seinem Grand-Slam-Rekord ausruhen

In drei Sätzen gegen einen Gegner unterzugehen, den man davor 17 Mal geschlagen hat, ist bitter. Die nächste Verletzung im Anmarsch zu spüren, ist noch bitterer. Doch Rafael Nadal wäre nicht Rafael Nadal, könnte er das nicht wegstecken.



Rafael Nadal hat viele Übernamen. Der wohl eingängigste – und gleichzeitig passendste – von allen lautet «der Stier von Manacor». Denn die eine Parallele zu diesem Geschöpf macht ihn zu dem, was er ist: Mit Vollgas zu attackieren, ohne Rücksicht auf eigene Verluste.

epa04587546 Rafael Nadal of Spain in action against Tomas Berdych of the Czech Republic in their quarter-final match at the Australian Open Grand Slam tennis tournament in Melbourne, Australia, 27 January 2015. The Australian Open tennis tournament runs until 01 February 2015.  EPA/BARBARA WALTON

Der Stier am Werk. Bild: BARBARA WALTON/EPA/KEYSTONE

So hat der Spanier so manches grosses Turnier und insgesamt bereits 14 Grand-Slam-Titel gewonnen. Diese Zahl könnte derweil noch viel grösser sein, hätte ihn nicht der grösste Nachteil seiner stierhaften Spielart immer wieder zurückgeworfen: Verletzungen.

Nadal, das Ganzkörper-Wrack

Das «Knie der Nation» wurde in Spanien in den letzten Jahren fast ununterbrochen betrauert, dazu kamen Probleme im rechten Handgelenk und im linken Fuss. Zahlreiche Muskelfaserrisse an den verschiedensten Stellen runden das traurige Bild ab.

Auch am Australian Open in der Viertelfinal-Partie gegen Berdych sah der Spanier nicht immer gut aus. Bereits wird über eine Verletzung am rechten Bein gemunkelt. Wie immer werden auch Stimmen laut, die den Spanier ein für alle mal abschreiben, dass die Verletzungen langsam Überhand gewinnen und er sich den Grand-Slam-Rekord von Roger Federer (17 Titel) an den Hut schmieren kann.

Rafael Nadal of Spain waves to the crowd after being defeated by Tomas Berdych of the Czech Republic in their men's singles quarter-final match at the Australian Open 2015 tennis tournament in Melbourne January 27, 2015. REUTERS/Issei Kato (AUSTRALIA  - Tags: SPORT TENNIS)

Hat sich schon oft verabschiedet, ist immer zurückgekehrt: Rafael Nadal. Bild: ISSEI KATO/REUTERS

Dabei vergessen alle: Nadal ist ein Stier. Und wer schon einmal einen spanischen Stierkampf miterlebt hat, der weiss, wie schwierig es ist, diese Tiere zu brechen, wie oft sie wieder aufstehen und zurückschlagen.

«Ich werde hart daran arbeiten, um richtig zurückzukehren.» Kein Zweifel bleibt am Wahrheitsgehalt dieser Worte nach einem Blick in Nadals grimmiges Gesicht an der Pressekonferenz. Er will auch nur das Positive mitnehmen: «Ohne mein bestes Tennis habe ich es bis in den Viertelfinal geschafft. Das ist überhaupt kein schlechtes Resultat.»

Von den «Toten» auferstanden

Nadals 14 Grand-Slam-Titel

2014: Roland Garros
2013: Roland Garros, US Open
2012: Roland Garros
2011: Roland Garros
2010: Roland Garros, Wimbledon, US Open
2009: Australian Open
2008: Roland Garros, Wimbledon
2007: Roland Garros
2006: Roland Garros
2005: Roland Garros

Im Juli 2012 schien Nadal bereits einmal am Ende: Nach zwei durchzogenen Jahren mit für seine Verhältnisse mickrigen sieben Titeln zog sich der Spanier einen Teilriss in der Patellasehne zu und fiel acht Monate aus. Und die Kritiker schrieben ihn tot.

Die Auferstehung folgte im Februar 2013. Nadal kehrte auf die Tour zurück und schnappte sich in neun Monaten zehn Turniersiege, darunter zwei Grand-Slams. Und sämtlichen Kritikern fiel die Kinnlade herunter.

Nadal wird zweifellos auch in Zukunft wieder von Verletzungen geplagt werden. Doch er zählt trotz seiner zahlreichen Erfolge erst 28 Jahre – und wird zweifellos auch für die grossen Turniere wieder zurückkehren. Und dann möglicherweise auch Federers Rekord knacken.

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