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Snooker: Ronnie O'Sullivan verzichtet 2016 freiwillig aufs Maximum Break

Ronnie O'Sullivan prepares to take a shot during the final of the Masters 2016 snooker tournament between Ronnie O'Sullivan and Barry Hawkins at Alexandra Palace, London, Sunday Jan. 17, 201 ...
Macht, was er will: Ronnie O'Sullivan.Bild: AP
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Snooker-Star O'Sullivan verzichtet auf Maximum Break, «weil es dafür zu wenig Geld gibt»

15. Februar 2016: Snooker gilt ein Gentleman-Sport – aber Ronnie O'Sullivan juckt das wenig. Seit Jahren kratzt er am sauberen Image des Snookers, so wie an diesem Tag beim Welsh Open.
15.02.2024, 00:0112.02.2024, 13:13
Ralf Meile
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147 Punkte zu erreichen, ist für einen Snooker-Spieler das höchste der Gefühle. Es ist das Maximum Break, mehr gibt es in einem Frame nicht zu holen.

Keinem Spieler in der Geschichte gelingt es so oft, die 147 Punkte zu holen wie Ronnie O'Sullivan. 15 Mal schafft «Rocket Ronnie» bislang in seiner Karriere ein Maximum Break.

An den Welsh Open in Cardiff bietet sich ihm im Februar 2016 beim 4:1-Sieg gegen Barry Pinches die Gelegenheit zum 14. Maximum Break seiner Karriere. Doch O'Sullivan nimmt die Chance absichtlich nicht wahr. Die Sonderprämie von 10'000 Pfund (14'000 Franken) ist ihm zu tief – und das gibt der 40-Jährige auch freimütig zu.

Die Reporter amüsieren sich darüber, dass sich O'Sullivan während des Spiels über die Höhe der Prämie erkundigt.Video: streamable

«Ein Maximum Break muss mehr wert sein»

«Wenn es mehr Geld gegeben hätte, dann hätte ich versucht, 147 zu erzielten», sagt O'Sullivan hinterher zur BBC. Nachdem er die ersten 56 Punkte auf dem Weg dahin hat, erkundigt sich der siebenfache Weltmeister (2001, 2004, 2008, 2012, 2013, 2020 und 2022) bei einem Offiziellen nach der Höhe der Prämie.

«Ich hätte die 147 spielen können», meint O'Sullivan, «aber die Prämie war mir zu gering dafür. Ein Maximum Break muss mehr wert sein.» Also begnügt er sich mit 146 Punkten.

Der letzte Ball zu O'Sullivans 146er-Break.Video: streamable

«Kein Verbrechen, aber eine Schande»

Auf wenig Verständnis stösst das Enfant Terrible der Szene beim Präsidenten des Weltverbands, Barry Hearn. «Es ist kein Verbrechen, aber es ist eine Schande», sagt dieser. O'Sullivans Verhalten nennt er «respektlos».

Ein Spieler habe die Pflicht, den Zuschauern die bestmögliche Leistung zu zeigen und eine Show abzuliefern, führt Hearn aus. «Nicht alles zu geben, ist inakzeptabel.» Die Welsh Open gewinnt O'Sullivan wenig später mit einem 9:5-Finalsieg über Neil Robertson.

Im Interview erklärt sich O'Sullivan tags darauf.Video: YouTube/Pranjal Shukla

O'Sullivan ist nicht nur der Meister des Maximum Breaks, weil er die meisten davon geschafft hat. Er hält auch den Rekord für das schnellste Maximum Break. 1997 benötigte er für die 147 Punkte exakt 5 Minuten und 20 Sekunden – das heisst, dass er etwa alle neun Sekunden einen Ball versenkt hatte.

Es macht nur tägg-tägg-tägg: O'Sullivan locht im Rekordtempo.Video: YouTube/Swagat Ghy

Zum Spitznamen «The Rocket» kommt man schliesslich nicht ohne Grund.

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3 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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fisk
15.02.2019 11:52registriert Oktober 2018
"Ein Spieler habe die Pflicht, den Zuschauern die bestmögliche Leistung zu zeigen und eine Show abzuliefern"
Kann man so sehen. Ich glaube aber, dass O'Sullivan einer der Gründe ist, wieso Snooker vielen (ausserhalb der Insel) ein Begriff geworden ist. Weil er eben eine gewisse Show bietet.
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