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Christian Constantin, le President de Sion lors de la rencontre de football de Super League entre le FC Sion et le FC St. Gallen, ce samedi 5 decembre 2009 au stade de Tourbillon a Sion. (KEYSTONE/Dominic Favre)

Gäbe es ihn nicht, er müsste erfunden werden: Christian Constantin. Bild: KEYSTONE

Unvergessen

Am Geburtstag seines Sohns entlässt sich Christian Constantin selbst

24. Dezember 2008: Um 17 Uhr macht Präsident Christian Constantin den Fans des FC Sion ein Weihnachtsgeschenk. Er verschickt ein Communiqué, in dem er einmal mehr einen Trainerwechsel bekannt gibt. Gehen muss: Christian Constantin selber.



Christian Constantin führt sich als Präsident des FC Sion seit Jahr und Tag als das auf, was er offensichtlich in sich sieht: als Gott, der Allmächtige und Unfehlbare. Wobei der Blick in die Trainerliste der Walliser zeigt, dass auch unfehlbare Personen bisweilen klitzekleine Fehler machen und sie die Wahl eines Übungsleiters deshalb öfter korrigieren müssen, als es ihnen lieb ist.

An Heiligabend 2008 fühlt sich CC dazu veranlasst, die Notbremse zu ziehen. Wieder einmal muss ein Trainer gehen – nur dieses Mal ist es er selber. Nach seiner kurzen Zeit als Interimscoach übergibt Constantin das Amt an das Duo Umberto Barberis und Christian Zermatten.

Christian Constantin president-entraineur du FC Sion a la tete de ses joueurs lors de la marche de 3heures dans la neige a travers les vignes de maniere a renforcer la cohesion de la premiere equipe du FC Sion ce jeudi 27 novembre 2008 sur les hauteurs de Saillon.  (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

27. November 2008: Constantin geht voran. Auf einem dreistündigen Marsch durch die Weinberge will er das Team zusammenschweissen. Bild: KEYSTONE

Stielike, der Mann mit Weltruf, beginnt die Saison

Als der FC Sion in die Saison 2008/09 startet, tut er dies mit Uli Stielike als Trainer. Der Deutsche ist als Spieler eine Koryphäe: Europameister, je dreifacher deutscher (Mönchengladbach) und spanischer Meister (Real Madrid), zwei Meistertitel mit Xamax. Als Nationaltrainer legt Stielike bei seiner ersten Trainerstation die Basis dafür, dass die Schweiz unter seinem Nachfolger Roy Hodgson erstmals nach 28 Jahren wieder an einer Fussball-WM teilnehmen kann.

Bis heute legendär ist das karierte Sakko, in dem Stielike als Co-Trainer von Erich Ribbeck für das deutsche Scheitern an der Euro 2000 mitverantwortlich war. Jahrelang ist er im Nachwuchs des DFB tätig, ehe er von 2006 bis 2008 die Geschicke der Elfenbeinküste verantwortet. Als Stielike im Wallis anheuert, tut er dies als Trainer, dessen Ruf nicht mehr so gut ist wie einst.

Christian Constantin, gauche, president du FC Sion sert la main du nouvel entraineur du FC Sion, Uli Stielike, droite, apres la conference de presse ce samedi 31 mai 2008 a Martigny. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

31. Mai 2008: CC begrüsst Stielike als neuen Sion-Trainer. Bild: KEYSTONE

CC spricht wieder mal von der Champions League

Die Ziele beim FC Sion sind wie immer gross. Zwar spielt der Klub in der Vorsaison bis zum Schluss um den Ligaerhalt. Doch bei der Vorstellung Stielikes spricht Constantin bereits wieder von der Champions League. «Er muss aus einer vielsprachigen Multikulti-Truppe eine Einheit bilden», fordert CC im «Walliser Boten». Ein Satz, den er nicht zum ersten und nicht zum letzten Mal sagt. Drei Jahre lang gibt der Präsident, dieses Synonym für Ungeduld, seinem neuen Trainer Zeit. Stielike lobt er vor der Saison: «Es war nicht einfach, einen zu finden, der unseren Ansprüchen genügt.»

Ins Wallis verschlägt es Stielike nach der Offerte vor allem auch wegen Marco Schällibaum. Er habe mit ihm länger gesprochen, verrät Stielike, sein Trainerkollege habe ihm zum Engagement geraten. Zur Erinnerung: Besagter Schällibaum war exakt vom 6. Oktober bis zum 21. November 2006 Trainer des FC Sion …

L'entraineur du FC Sion, Uli Stielike, lors de la rencontre de football de Super League entre le FC Sion et le Grasshopper Club Zuerich, ce samedi 26 octobre 2008 au Stade de Tourbillon a Sion. (KEYSTONE/Olivier Maire)

26. Oktober 2008: Stielikes Zeit bei Sion läuft bereits wieder ab. Bild: KEYSTONE

Schällibaum wird zum Robin Hood der Trainerbranche

Am 3. November 2008 endet auch Stielikes Beschäftigung im Wallis früher als abgemacht – schon nach 13 Meisterschaftsspielen, nicht erst nach drei Jahren. Sion hat bei Basel 0:3 verloren und liegt in der Tabelle bloss auf Platz 7.

Auf Stielike folgt: Constantin. Der Präsident macht sich nach der Trennung vom deutschen Trainer gleich selber zu dessen Nachfolger. «Ich musste doch etwas unternehmen», begründet er. «Wir haben aus den letzten vier Spielen gerade mal zwei Punkte geholt und ein einziges Törchen geschossen. Das sind Resultate, mit denen ich nicht zufrieden sein kann.»

Wenige Tage später folgt das erste Spiel unter CC – ausgerechnet gegen Marco Schällibaum, der Trainer der AC Bellinzona ist. Vor dem Spiel kündigt der Hitzkopf an, ein Zeichen setzen zu wollen. Schällibaum spricht von einem Affront gegen alle Trainer, der bestraft werden müsse. «Uli Stielike ist doch ein Grosser und keine Pfeife», sagt Schällibaum. «Constantin kann die Trainer doch nicht ständig so blossstellen, als hätten sie keine Ahnung von Fussball

Die Revanche des «Robin Hood» aus Bellinzona gelingt, die Tessiner gewinnen dank einem von Mauro Lustrinelli verwandelten Penalty in der 90. Minute mit 2:1. «Die Genugtuung ist gross», gibt Schällibaum zu, «dieser Sieg ist einer für alle diplomierten Trainer».

Sion Praesident und Coach Christian Constantin grimassiert auf der Tribuene, beim Meisterschaftsspiel der Fussball Super League zwischen dem AC Bellinzona und dem FC Sion, am Samstag, 8.November 2008, im Stadio Comunale von Bellinzona. (KEYSTONE/Karl Mathis)

8. November 2008: Constantin beim Debüt als Sion-Trainer. Weil er keine Lizenz hat, muss er von der Tribüne aus zuschauen. Bild: KEYSTONE

Bellinzona Trainer Marco Schaellibaum muss bei der zweiten Penalty-Situation zurueckgehalten werden, beim Meisterschaftsspiel der Fussball Super League zwischen dem AC Bellinzona und dem FC Sion, am Samstag, 8.November 2008, im Stadio Comunale von Bellinzona. Bellinzona gewann das Spiel 2-1. (KEYSTONE/Karl Mathis)

8. November 2008: Bellinzona-Trainer Schällibaum, wie man ihn kennt: mit hochrotem Kopf. Bild: KEYSTONE

Barberis: «Der Totomat gilt auch für mich»

Constantin bleibt trotz der Niederlage im Amt und obwohl er gar nicht über die nötigen Diplome verfügt. Der Kniff des juristisch mit allen Wassern gewaschenen Architekten: Stielike ist nicht entlassen, sondern gilt als krankgeschrieben. Unter Trainer CC ändert sich im Wallis nicht viel. Auch zum Ende der Hinrunde ist Sion nur auf Rang 7 klassiert.

Und so folgt der Heiligabend, an dem Constantin beschliesst, den Trainerjob wieder abzugeben. Er hat es nicht besser, aber auch nicht schlechter gemacht als andere. Umberto Barberis und Christian Zermatten werden als Trainer bestimmt. «Der Totomat gilt auch für mich», weiss Barberis, der 1993/94 schon einmal Trainer unter Constantins Gnaden war und damals entlassen wurde. CC pflegt jeweils zu sagen, nicht er entscheide über das Schicksal seiner leitenden Angestellten, sondern die Anzeigetafel.

Bertine Barberis, gauche, l'entraineur du FC Sion et Christian Zermatten l'entraineur assistant, droite, jouent au billard dans la salle de jeux dans le centre d'entrainement du FC Sion ce mercredi 7 janvier 2009 a Riddes. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

7. Januar 2009: Barberis (links) und Zermatten mit den falschen Kugeln auf grünem Filz, statt grünem Rasen. Bild: KEYSTONE

On/off-Beziehung mit Tholot

Barberis' zweite Amtszeit in Sion ist kürzer: Sie dauert nur bis am 9. April. Dann zieht CC wieder einmal die Notbremse – und steht für den Cup-Halbfinal gegen Luzern erneut an die Seitenlinie. Sion gewinnt das Spiel und zieht in den Cupfinal ein. Dort wird es von Didier Tholot zu einem 3:2-Erfolg nach 0:2-Rückstand gecoacht.

Didier Tholot, l'entraineur du FC Sion, gauche, et Christian Constantin le president du FC Sion, droite, celebrent avec le public valaisan la 11eme Coupe Suisse ce jeudi matin 21 mai 2009 sur la place de la planta a Sion. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

21. Mai 2009: Tholot und Constantin präsentierten den Schweizer Cup. Bild: KEYSTONE

Fast exakt vor drei Jahren gibt Christian Constantin bekannt, mit einem neuen Trainer in die Rückrunde der Saison 2014/15 zu starten. Mit Didier Tholot. Und, oh Wunder, der Franzose hält sich mehr als eineinhalb Jahre im Amt, im August 2016 hat CC dann aber wieder genug. Er schmeisst Tholot zum vierten Mal raus, sitzt kurz selbst auf die Bank und stellt dann Peter Zeidler ein. 

Doch auch der smarte Deutsche hält sich kein Jahr auf Constantins Schleudersitz. Der Walliser Napoléon schmeisst ihn im April 2017 raus, obwohl Sion auf dem dritten Rang liegt. Es ist der Anfang vom grossen Niedergang, der im September in der Ohrfeige gegen Rolf Fringer mündet und vorläufig mit dem Abrutschen auf den letzten Rang der Super League endet.

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Constantin geht im September 2017 auf Rolf Fringer los. Video: YouTube/Teleclub

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob hervorragende Leistung, bewegendes Drama oder witzige Anekdote – alles ist dabei.
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Ein Drei- oder gar Vierkampf um den Titel? Endlich ist die Super League wieder spannend

Dank dem 3:0-Sieg des FC Basel gegen Meister YB und dem nächsten Erfolg des FC St.Gallen (4:1 in Luzern) ist die Spitze der Super League zusammengerückt. Drei Teams sind nur durch zwei Punkte getrennt. Diese Konstellation gab es schon lange nicht mehr.

Die erste Kerze am Adventskranz brennt – und die Super League ist an der Spitze so spannend wie seit Jahren nicht mehr:

Drei Teams sind nur durch zwei Punkte getrennt, weil Basel den Young Boys im Spitzkampf keine Chance liess und weil Peter Zeidlers junger FC St.Gallen nach wie vor die positive Überraschung der Saison ist. Hinzu kommt als vierte Kraft der formstarke und ambitionierte FC Zürich, der Sieg an Sieg reiht und sich nach vorne orientieren kann.

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