Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Graham Hill im Jahr 1971 beim GP von Holland. bild: commons.wikimedia.org

Unvergessen

Graham Hill – das tragische Ende im Nebel

29. November 1975: Rennfahrer sterben nicht nur in ihren Boliden. Graham Hill verlor sein Leben bei einem Absturz mit seiner eigenen Maschine.



Auf der Rennpiste hat Graham Hill alles im Griff. «Kalkuliertes Risiko» ist der Titel seiner Autobiographie aus dem Jahre 1971.

Er ist der perfekte Rennfahrer. Ein Mann ohne Nerven und ein Perfektionist. Ein charmanter Gentleman mit Sinn für feinen Humor. Er hat es von ganz unten nach ganz oben geschafft. 1954 wird er noch als «arbeitsloser Rennfahrer» registriert. Bei seinem Rücktritt im Mai 1975, ein paar Monate vor seinem Tod, ist er einer der erfolgreichsten Rennfahrer aller Zeiten und einer der beliebtesten Sportler Englands.

FILE - In this May 30, 1966, file photo, Graham Hill,  driving a Lola- Ford, raises his arm in victory as he takes the checkered flag to win the 50th running of the Indianapolis 500 auto race at Indianapolis Motor Speedway in Indianapolis, Ind.  (AP Photo/File)

Graham Hill beim Sieg des Indianapolis 500 im Mai 1966. Bild: AP

Graham Hill gewann 14 von 176 Rennen in der Formel 1 und zweimal die WM (1962 und 1968) – und als erster die «Triple Crown». Die «dreifache Krone» wird demjenigen verliehen, der beim Formel 1 GP von Monaco, den 24 Stunden von Le Mans und in Indianapolis 500 (Indy 500) triumphiert. Sein Sohn Damon wird 1996 Weltmeister. Die Hills sind die erste Familie, in der Vater und Sohn Weltmeister werden.

Aber das Leben ist auch abseits der Pisten gefährlich. Auch die Grössten und Besten sind verwundbar.

1973 gründet Graham Hill sein eigenes Team («Embassy Hill»). Nachdem er sich nicht mehr für den GP von Monaco vom 11. Mai 1975 qualifizieren kann, tritt er als Rennfahrer zurück und konzentriert sich ganz auf die Führung seines Teams.

Bild

Graham Hill in seinem «Embassy Hill Lola» im Jahr 1974. bild: flickr

Am 25. November 1975 fliegt er mit seinem Teammanager Ray Brumble, dem Fahrer Tony Brise (eines der grössten britischen Talente), dem Designer Andy Smallman und den beiden Mechanikern Tony Alcock und Terry Richards von Tests in Le Castellet zurück nach London. Mit seiner Privatmaschine, einer zweimotorigen «Piper Aztec», die er einst mit der Prämie für den Sieg in Indianapolis gekauft hat.

Nördlich von London gerät Graham Hill mit seinem Flugzeug in dichten Nebel, fliegt zu tief, streift kurz vor der Landung auf dem Flughafen Elstree Baumkronen und stürzt bei Arkley in der Nähe seines Hauses auf einen Golfplatz. Alle Passagiere verlieren ihr Leben. Sie wollten am Abend noch eine Party besuchen.

Der offizielle Unfallbericht lastet dem Piloten keinen Fehler an. Allerdings wird auch technisches Versagen ausgeschlossen.

Vermutlich hatte sich Graham Hill bei den katastrophalen Wetterbedingungen näher am Flughafen gewähnt, als er wirklich war. Die Suchaktion wird zu einem Desaster. Die Krankenwagen bleiben in den Sandbunkern des Golfplatzes («Arkley Golf Course») stecken. Das Wrack wird im dichten Nebel erst nach Stunden gefunden. Sein Sohn Damon, damals 15 Jahre alt, erfährt aus den Fernseh-Nachrichten von der Katastrophe.

Formula One Japanese Grand Prix winner Damon Hill of Britain sprays champagne during the awarding ceremony at the Suzuka Circuit Sunday, Oct. 13, 1996. Behind Hill is third placer Mika Hakkinen of Finland. Hill also clinched the Formula One drivers championship Sunday. (AP Photo/Sadayuki Mikami)

Der spätere Weltmeister Damon Hill erfuhr aus den Nachrichten vom Tod seines Vaters. Bild: AP

Die Maschine ist nicht richtig versichert. Die Familie gerät in grosse finanzielle Schwierigkeiten. Damon Hill muss seine Ausbildung selbst finanzieren und alle möglichen Aushilfejobs annehmen.

Es gibt eine Episode aus dieser schweren Zeit. Regelmässig werden im Haus die Ränder der Teppiche umgedreht, um sicherzugehen, dass nicht doch irgendeine Münze darunter geraten war. Damon, seine Mutter Bette und seine beiden Schwestern leiden nicht nur unter dem Verlust des Familienoberhauptes. Sie müssen auch Schulden abzahlen. Mit den ersten Preisgeldern, die Damon in der Formel 1 gewinnt, begleicht er erst einmal alte Verbindlichkeiten.

Scottish racing driver Jim Clark puts his Lotus (1) in the lead soon after the start of the German Grand Prix at Nurburgring, Germany, on Aug. 1, 1965. He went on to win the race and clinch the 1965 World Drivers's Championship. He was champion in 1963. Following him on this bend are Graham Hill (who came second) and Jackie Stewart, right. (AP Photo)

Bild: AP

Als Rennfahrer hatte Graham Hill alle Schutzengel auf seiner Seite. Praktisch unversehrt zu überleben war in diesen «wilden Jahren» der Formel 1 keine Selbstverständlichkeit. Nur einmal hat es ihn erwischt. 1969 bricht er sich bei einem Crash beim GP der USA in Watkins Glen beide Beine. Seiner Gattin daheim in England lässt er ausrichten: «Sagt ihr, ich werde die nächsten Wochen nicht auf Partys tanzen können…»

Die schlimmsten Formel-1-Unfälle seit 1994

Die 4 Schweizer Atlantik-Überquerer kurz vor dem Ziel: «Der Nagelklipser hat uns gerettet»

Link zum Artikel

Er hat das Unmögliche geschafft! Mark Beaumont fuhr in weniger als 80 Tagen um die Welt

Link zum Artikel

Sieht das nach einem Velorennen aus? Es ist eines – und es geht im Zick-Zack durch Europa

Link zum Artikel

Was machen vier Schweizer, nachdem sie über den Atlantik gerudert sind?

Link zum Artikel

Weltumsegler Alan Roura: «Es ist die Hölle da unten bei der Antarktis»

Link zum Artikel

Schotte radelt in nur 42 Tagen 10'000 km von Kairo nach Kapstadt und schiesst dabei diese grossartigen Bilder

Link zum Artikel

Dieser Schweizer schob ein Einkaufswägeli quer durch Australien. Hier erzählt er warum

Link zum Artikel

Dieser Mann will in 28 Jahren JEDEN Wanderweg der Schweiz ablaufen

Link zum Artikel

Vom Metal-Rocker zum Extremsportler und mit dem Velo im Eilzugstempo ans Nordkap

Link zum Artikel

Der Sieger? Völlig egal! Die Vendée Globe ist das letzte grosse Abenteuer unserer Zeit

Link zum Artikel

Sie haben es geschafft! Das sind die ersten Schweizer, die über den Atlantik gerudert sind

Link zum Artikel

Diese 4 Schweizer wollen in Weltrekordzeit über den Atlantik rudern

Link zum Artikel

«Ich lief täglich 21 Stunden» – er hat als Einziger das härteste Rennen der Welt beendet

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

Diese 9 Food Trucks aus New York wünschen wir uns in der Schweiz (weil absolut 🤤)

Link zum Artikel

Federer/Nadal necken sich wie ein altes Ehepaar und McEnroe will «ihre Karrieren beenden»

Link zum Artikel

«Kein Brexit ohne Parlament!» John Bercow sagt Johnson in Zürich den Kampf an

Link zum Artikel

St. Galler Polizist schiesst sich aus Versehen in den Oberschenkel

Link zum Artikel

Die lange Reise der Schiedsrichter-Pfeife an die Rugby-WM nach Japan

Link zum Artikel

Eins vor Tod will ich Sex und (eventuell) eine Ohrfeige

Link zum Artikel

CVP fährt grosse Negativ-Kampagne gegen andere Parteien – die Reaktionen sind heftig

Link zum Artikel

Wo du in dieser Saison Champions League und Europa League sehen kannst

Link zum Artikel

Migros Aare baut rund 300 Arbeitsplätze ab

Link zum Artikel

Eine Untergrund-Industrie plündert Banking-Apps wie Revolut – so gehen die Betrüger vor

Link zum Artikel

YB droht Bickel mit Gericht, nachdem er als Sportchef 40 Mio. verlochte

Link zum Artikel

Warum wir bald wieder über den Schweizer Pass reden werden

Link zum Artikel

«Ich hatte Sex mit dem Ex meiner besten Freundin…»

Link zum Artikel

Die amerikanische Agentin, die Frankreichs Résistance aufbaute

Link zum Artikel

Matheproblem um die Zahl 42 geknackt

Link zum Artikel

Wie gut kennst du dich in der Schweiz aus? Diese 11 Rätsel zeigen es dir

Link zum Artikel

«In der Schweiz gibt es zu viel Old Money und zu wenig Smart Money»

Link zum Artikel

So schneiden die Politiker im Franz-Test ab – wärst du besser?

Link zum Artikel

Röstigraben im Bundeshaus: «Sobald ich auf Deutsch wechsle, sinkt der Lärm um 10 Dezibel»

Link zum Artikel

So erklärt das OK der Hockey-WM in der Schweiz die Ähnlichkeit zum Tim-Hortons-Spot

Link zum Artikel

Die Geschichte von «Ausbrecherkönig» Walter Stürm und seinem traurigen Ende

Link zum Artikel

«Informiert euch!»: Greta liest den Amerikanern bei Trevor Noah die Leviten

Link zum Artikel

Keine Angst vor Freitag, dem 13.! Diese 13 Menschen haben bereits alles Pech aufgebraucht

Link zum Artikel

Der Kampf einer indonesischen Insel gegen den Plastik

Link zum Artikel

«Ich bin … wie soll ich es sagen … so ein bisschen ein Arschloch-Spieler»

Link zum Artikel

Alles, was du über die neuen iPhones und den «Netflix-Killer» von Apple wissen musst

Link zum Artikel

15 Bilder, die zeigen, wie wunderschön und gleichzeitig brutal die Natur ist

Link zum Artikel

Shaqiri? Xhaka? Von wegen! Zwei Torhüter sind die besten Schweizer bei «FIFA 20»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Das schlimmste Foul im Schweizer Fussball: Gabet Chapuisat zertrümmert Lucien Favres Knie

13. September 1985: Gabet Chapuisat hat sich bis zum Herbst seiner Karriere den Namen als Raubein regelrecht ertreten. Doch was er gegen Lucien Favre zeigt, schockt alle.

Unterschiedlicher könnten die beiden kaum sein. Auf der einen Seite Pierre-Alain «Gabet» Chapuisat: überharter Abwehrchef, ein Klopfer, ein Raubein, das «Enfant terrible» im Schweizer Fussball. Auf der anderen Seite Lucien Favre: eleganter Regisseur, gesegnet mit einem linken Zauberfuss, eine Augenweide.

Während Chapuisat – der Vater des späteren BVB- und Nati-Stürmers Stéphane – mit 37 Jahren im Spätherbst seiner Karriere steht und nach 34 Länderspieleinsätzen (letztes Spiel 1979) …

Artikel lesen
Link zum Artikel