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epa08735205 People attend the departure of the 9th stage of the 2020 Giro d'Italia cycling race over 208km from San Salvo to Roccaraso, Italy, 11 October 2020.  EPA/LUCA ZENNARO

Man hält sich an die Maskenpflicht: Szene am Sonntag vor dem Start zur 9. Etappe. Bild: keystone

Der Giro befürchtet, dass ihn das Coronavirus in die Knie zwingt

Der Radsport ist bislang gut durch die Corona-Krise gekommen. Die Tour de France schaffte es bis nach Paris, die WM und wichtige Klassiker konnten stattfinden. Mit den steigenden Corona-Zahlen in Europa wachsen aber die Sorgen, gerade auch rund um den Giro.



Im Corsa Rosa geht die Angst um. Mit bangem Blick verfolgt Mauro Vegni als Chef des Giro d'Italia die steigenden Corona-Zahlen in seinem Land. Als die Rundfahrt am 3. Oktober auf Sizilien los rollte, lagen die Zahlen der täglichen Neuinfektionen knapp über der 2000er-Marke, inzwischen sind es weit über 5000. Dazu gab es innerhalb der Radsportblase auch den ersten Corona-Fall durch den Briten Simon Yates. Selten hat Vegni das Finale in Mailand so sehr herbeigesehnt wie 2020.

Britain's Simon Yates wears a face mask prior to the third stage of the Giro d'Italia cycling race from Enna to Etna, Monday Oct. 5, 2020. Overall contender Simon Yates has withdrawn from the Giro d

Flirt mit dem Siegerpokal: Für Simon Yates endete die Rundfahrt mit einem positiven Corona-Test. Bild: keystone

Aber schafft es der Tross überhaupt noch in die lombardische Metropole? «Wenn uns die Behörden verbieten weiterzufahren, haben wir uns daran zu halten. Ein kürzerer Giro ist etwas, wozu wir gezwungen werden könnten. Die Situation besorgt mich, weil die Infektionen weiter steigen. Und wir haben noch zwei Wochen», sagt Vegni.

Jeder Tag könnte der letzte sein bei dieser 103. Auflage der Traditionsrundfahrt, die durch die Corona-Krise bereits vom Mai in den Herbst verlegt werden musste. Die italienische Regierung will mit weiteren Verboten einen zweiten Lockdown des bereits mit mehr als 36'000 Corona-Toten schwer getroffenen Landes verhindern. Seit Kurzem gilt in ganz Italien auch im Freien eine Maskenpflicht.

«Die Blase funktioniert»

Kein Wunder, dass auf eine Grossveranstaltung wie den Giro ganz genau geschaut wird. Positive Corona-Tests wie der von Yates sind im Kampf um ein reguläres Ende des Etappenrennens nicht hilfreich. Rund um den ersten Ruhetag wurden alle Fahrer und Betreuer erstmals wieder getestet.

Droht vor der Weiterfahrt am Dienstag der Corona-Schock? Man sei perplex gewesen, dass im Mitchelton-Scott-Team von Yates keine weiteren Fälle aufgetreten seien, meinte Vegna: «Es zeigt, dass die Blase funktioniert und die Kontrollen effizient sind.» Yates hatte am Giro ein Einzelzimmer, vielleicht war alles einfach grosses Glück.

epa08726205 Slovak rider Peter Sagan of team Bora Hansgrohe ahead of the departure of the 5th stage of the 2020 Giro d'Italia cycling race over 225 kilometers from Mileto to Camigliatello Silano, Mileto, Italy, 07 October 2020. The 103rd Giro d'Italia is scheduled from 03 to 25 October.  EPA/LUCA ZENNARO

Superstar Peter Sagan trägt vor dem Rennstart eine zum Trikot passende Maske. Bild: keystone

Viele Schnelltests, dafür weniger strenge Regeln als bei der Tour, so lautet die Devise am Giro. So müssen die Teams nicht bei zwei positiven Kontrollen zwingend die Heimreise antreten. «Man fragt sich, ob weitere Fahrer im Peloton positiv sind. Ich habe keine Angst, aber die ganze Situation in Europa ist beängstigend», sagte der auf Gesamtrang 2 klassierte Niederländer Wilco Kelderman.

Spanien-Rundfahrt in Frage gestellt

Gerade in Frankreich schiessen die Infektionszahlen in die Höhe, am Samstag waren es fast 27'000 positive Fälle an einem Tag. Da auch in Lille die höchste Corona-Warnstufe gilt, wurde der Klassiker Paris-Roubaix gestrichen. Auch das Amstel Gold Race in den Niederlanden wurde abgesagt. Ansonsten ist der Radsport bislang glimpflich durch die Krise gekommen.

epa08731869 The pack of riders before the 7th stage of the 2020 Giro d'Italia cycling race over 143km from Matera to Brindisi, Italy, 09 October 2020  EPA/LUCA ZENNARO

Italien kann seine Schönheiten der Welt präsentieren – aber wie lange noch? Bild: keystone

Die Tour erreichte Paris, die WM wurde in Imola statt im Unterwallis ausgetragen. Auch Klassiker wie Mailand-Sanremo, Lüttich-Bastogne-Lüttich oder die Lombardei-Rundfahrt gingen über die Bühne. Der Branche kommt zugute, dass sie nicht auf Zuschauereinnahmen angewiesen ist.

Die Flandern-Rundfahrt am nächsten Wochenende und die am 20. Oktober beginnende Vuelta wären die letzten Highlights im Radsport-Kalender. «Ich wäre besorgt, wenn ich an der Stelle meines Freundes Javier Guillen (Vuelta-Renndirektor) wäre», sagt Vegni wenig ermutigend. Am 8. November soll die Spanien-Rundfahrt im Corona-Hotspot Madrid enden, wo gerade eine Abriegelung durch die spanische Zentralregierung angeordnet worden ist. (ram/sda/dpa)

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Die Sieger des Giro d'Italia seit 1995

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