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E3 Harelbeke

Das Bild des Anstosses: Ein Velofahrer grabscht nach der Ehrendame. Bild: E3 Harelbeke

Sexistisches Velo-Plakat

«Wer schnappt in Harelbeke zu?» Diese Werbung erfüllt ihren Zweck – und sorgt deshalb für Wirbel

In einem Monat findet der belgische Halbklassiker E3 Harelbeke statt. Um das Rennen zu bewerben, veröffentlichten die Organisatoren ein umstrittenes Werbesujet: Es zeigt einen Velorennfahrer, der gleich der Ehrendame in den Po kneift.



Werbung muss auffallen. Das weiss jeder und deshalb kann man gratulieren: Gut gemacht, Belgier. Wir wissen jetzt, dass am 27. März das Velorennen E3 Harelbeke stattfindet. Der Halbklassiker mit dem ungewöhnlichen Namen ist hierzulande bekannt, weil ihn Fabian Cancellara dreimal gewinnen konnte (2010, 2011 und 2013).

Ein anderer Sieg des Schweizers in Flandern war es, der die Organisatoren zum umstrittenen Werbesujet für die aktuelle Ausgabe inspirierte. Denn während Cancellara 2013 nach der Flandern-Rundfahrt von der blonden Schönheit Maja Leye den Siegerkuss auf die Wange gedrückt erhielt, griff der Zweitplatzierte Peter Sagan ebendieser Blondine mit einem schelmischen Grinsen ans Füdli.

Peter Sagan

Die Inspiration: Peter Sagan bei der Flandern-Rundfahrt 2013. Bild: AP

«Mach' mir ein Sandwich und bring' mir ein Bier!»

Dass das Werbesujet kritisiert wird, dürfte den Renn-Organisatoren bewusst sein – und egal. Die Reaktionen auf das am Montagmorgen präsentierte Frauenfüdli liessen nicht lange auf sich warten und sie fallen zu einem Grossteil negativ aus. Eine kleine Auswahl:

«Ich stelle fest, dass wir uns nicht weiter entwickelt haben», twittert die Eurosport-Radsport-Reporterin Laura Meseguer enttäuscht.

«Die Werbung sagt allen Frauen: ‹Für uns bist du nicht als Zuschauerin wertvoll, du bist ein Objekt. Nur Männer zählen. Mach' mir ein Sandwich und bring' mir ein Bier!›», twittert die amerikanische Radsport-Journalistin Laura Weislo.

Der Protest einer populären Radsport-Seite: Keine Tweets zum Rennen.

«Wiederholungstäter»

Peter Sagan entschuldigte sich nach seinem Griff ans Füdli der Ehrendame. «Ich hätte das nicht tun sollen, es tut mir leid», sagte der Slowake am Tag danach.

Ob sich die Renn-Organisatoren nun ebenfalls «mit Bedauern» oder anderen Floskeln auf die Kritik reagieren werden, scheint fraglich. Denn der Blick in die Vergangenheit zeigt, dass sie sich in Flandern offensichtlich an eine alte Weisheit halten: Sex sells.

Was hältst du von dieser Werbung?

Die alten Sujets

E3 Harelbeke 2014

Das Werbeplakat für die letztjährige Ausgabe. Bild: E3 Harelbeke

E3 Harelbeke

Schon 2009, 2011 und 2014 setzten die Macher beim Plakat auf Sex. Bild: E3 Harelbeke

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