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Olympia 2026: Wladyslaw Heraskewytsch spricht über seinen Ausschluss

Ukrainian skeleton athlete Vladyslav Heraskevych speaks to the media as he arrives for a CAS appeal hearing in Milan, Italy, Friday, Feb. 13, 2026. (AP Photo/Antonio Calanni)
Vladyslav Heraskevych
Wladyslaw Heraskewytsch am Freitag beim CAS-Termin.Bild: keystone

«Den Skandal habe ich nie erwartet» – CAS bestätigt Olympia-Ausschluss von Skeletonfahrer

Wladyslaw Heraskewytsch darf an den Olympischen Spielen von Mailand-Cortina nicht antreten. Der Skeletonfahrer aus der Ukraine kämpfte darum, dass die Disqualifikation durch das IOC rückgängig gemacht wird. Doch der Internationale Sportgerichtshof (CAS) gab dem IOC Recht.
13.02.2026, 14:0413.02.2026, 18:11

Am frühen Freitagabend wird der Olympiasieger im Skeleton ermittelt. Aber der Sport ist gerade wegen eines Athleten zum grossen Thema geworden, der vom Wettkampf ausgeschlossen wurde: Wladyslaw Heraskewytsch. Während in Cortina um die Medaillen gefahren wird, kämpfte er vor Gericht.

CAS bestätigt Ausschluss
Der Ausschluss des Ukrainers Wladislaw Heraskewytsch von den olympischen Skeleton-Wettkämpfen wird durch den Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in einem Eilverfahren bestätigt.

In der Begründung des CAS hiess es, das Gericht sei der Ansicht, dass die IOC-Richtlinien «ein angemessenes Gleichgewicht herstellen zwischen dem Interesse der Athleten, ihre Meinung zu äussern, und ihrem Interesse, ungeteilte Aufmerksamkeit für ihre sportlichen Leistungen an der Wettkampfstätte zu erhalten.» An diese Regeln sei auch der CAS gebunden.​

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte dem Ukrainer verboten, in einem Helm anzutreten, auf dem Opfer des Kriegs in seiner Heimat zu sehen sind. Der Ausschluss sei gerechtfertigt gewesen, weil der Helm gegen die Neutralitätsregeln verstosse, liess das IOC verlauten. IOC-Präsidentin Kirsty Coventry hatte am Donnerstagmorgen im persönlichen Gespräch versucht, den 27-Jährigen umzustimmen.

«Ich bereue nichts»

Gegen diesen Entscheid hatte Wladyslaw Heraskewytsch Einspruch beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) eingelegt. Am Freitagmorgen war er in Mailand angehört worden.

Selbst bei einem Erfolg vor Gericht könnte er nicht mehr ins Rennen, dessen erste zwei von vier Läufen gestern waren, eingreifen. «Es sieht danach aus, dass dieser Zug abgefahren ist», sagte Heraskewytsch. Das Gericht werde versuchen, rasch eine Entscheidung zu treffen, sagte CAS-Generaldirektor Matthieu Reeb.

Zweieinhalb Stunden lang dauerte die Anhörung, die der Ukrainer mit einem Lächeln auf den Lippen verliess. Er habe daran geglaubt, dass das CAS in seinem Sinn entscheide. «Ich bereue nichts. Vom ersten Tag an habe ich stets betont, dass ich im Recht bin.» Trainings im olympischen Eiskanal in Cortina d'Ampezzo durfte er mit dem Helm noch bestreiten.

Ukraine's Vladyslav Heraskevych starts for a men's skeleton training session at the 2026 Winter Olympics, in Cortina d'Ampezzo, Italy, Wednesday, Feb. 11, 2026. (AP Photo/Aijaz Rahi)
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Heraskewytsch bei einem Trainingslauf.Bild: keystone

Kompromiss abgelehnt

Die Ausmasse, die der Fall angenommen hat, habe er nicht kommen sehen, sagte der Athlet. «So einen grossen Skandal hätte ich nie erwartet.» Die Schuld daran trägt in seinen Augen das IOC. Erst durch die Ablehnung des Helms wurde dieser weltweit zum Thema.

Sie glaube, dass Heraskewytsch es in gewisser Weise verstanden habe, weshalb man ihm das Tragen des Helms verbot, sagte IOC-Präsidentin Coventry. Er sei aber sehr von seiner Ansicht überzeugt gewesen, was sie respektieren könne. «Aber leider ändert das nichts an den Regeln.»

Die Funktionäre hatten dem Ukrainer angeboten, dass er den Helm nach dem Rennen bei den Interviews zeigen und mit einem Trauerflor am Arm fahren dürfe. Das hatte Heraskewytsch abgelehnt.

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quelle: keystone / wu hao
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33 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Raffaele Merminod
13.02.2026 15:48registriert Februar 2014
Auf dem Helm sind Bilder von rund 20 Athletinnen und Athleten, die bei russischen Angriffen ums Leben kamen. Nur Fotos – kein Text, keine Parolen, keine Forderungen. Die IOC-Regel verbietet politische Propaganda oder Demonstrationen. Genau das liegt hier nicht vor. Eine stille Erinnerung ist keine politische Kampagne. Wer das dennoch so auslegt, dehnt die eigenen Regeln bis zur Unkenntlichkeit. Nicht der Athlet verstösst gegen sie – sondern das IOC missbraucht sie für eine politisch motivierte Entscheidung.
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Arthurius
13.02.2026 14:38registriert Januar 2026
das IOC kann ja als Alternative einen neuen Olympia - Friedenspreis kreieren und umgehend an Trump verleihen.
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dancortez
13.02.2026 14:55registriert September 2017
Der Ausschluss mit dem verbunden Skandal bringt sein Anliegen paradoxerweise wohl mehr ins Rampenlicht, als der Helm selbst. Es tut mir leid, dass an ihm ein Exempel statuiert werden soll. Konsequent ist es nicht.
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