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Eishockeyrechte missbraucht: Weko büsst UPC mit 30 Millionen Franken

Die UPC hat die Fernsehrechte an der Schweizer Eishockeymeisterschaft missbraucht. Zu diesem Schluss kommt die Wettbewerbskommission (Weko).



Die UPC wird von der Wettbewerbskommission (Weko) zu einer Millionenbusse verdonnert. Der Grund: Sie liess die Swisscom bis vor Kurzem keine Eishockey-Spiele senden. Den Weko-Entscheid will die Kabelnetzbetreiberin aber nicht auf sich sitzen lassen.

Die Weko habe festgestellt, dass die UPC bei der Live-Übertragung der Schweizer Eishockeymeisterschaft im Bezahlfernsehen marktbeherrschend sei, schrieb die Weko am Dienstag in einer Mitteilung. Das alleine sei zwar noch kein Grund für die Rüge, betonte die Weko.

Fribourgs Gotteron Stuermer Ryan Gardner, rechts, im Duell mit Berns Justin Krueger, im Eishockey-Meisterschaftsspiel der National League A zwischen dem HC Fribourg-Gotteron und dem SC Bern, am Samstag, 27. Februar 2016 in der BCF Arena in Fribourg. (KEYSTONE/ Peter Schneider)

UPC hat der der Swisscom jahrelang die Übertragung von Eishockey verweigert. Bild: KEYSTONE

Die UPC habe allerdings diese marktbeherrschende Stellung missbraucht, indem sie der Swisscom bis Sommer 2020 jegliches Angebot für die Ausstrahlung von Live-Eishockey verweigert habe. Die UPC hatte sich die exklusiven Fernsehrechte für Spiele der Schweizer Eishockeymeisterschaft für die Jahre 2017 bis 2022 gesichert.

Mit dieser Verhaltensweise habe UPC die Swisscom in unzulässiger Weise im Wettbewerb behindert, stellte die Weko fest. Für die kartellrechtlich unzulässige Verweigerung wird die Kabelnetzbetreiberin mit rund 30 Millionen Franken gebüsst. Zudem verpflichtet die Weko die UPC dazu, künftig allen ersuchenden TV-Plattformen in der Schweiz entweder das Rohsignal der Eishockeyübertragung der National und Swiss League anzubieten oder das Programm von MySports durchzuleiten.

UPC zieht Urteil weiter

UPC teilte mit, sie nehme den Entscheid zur Kenntnis, sei damit aber nicht einverstanden. Nach mehreren Verhandlungsmonaten sei nämlich dieses Jahr eine Einigung mit dem Konkurrenten Swisscom erzielt worden. Sie will den Entscheid der Weko deshalb vor das Bundesverwaltungsgericht weiterziehen.

Bis im Sommer herrschte ein langjähriger Zwist zwischen den beiden Konkurrenten UPC und Swisscom um die Übertragung von Eishockeyspielen. Jahrelang hatte die Swisscom in der Übertragung von Sportspielen dominiert. Dann stieg UPC mit MySports in das Geschäft ein und ersteigerte 2016 die Rechte an der Übertragung von Eishockeyspielen. Swisscom hat mit ihrer Tochter Blue TV (vormals Teleclub) hingegen die Live-TV-Rechte für die hiesigen Fussballligen inne.

Ab heutigem Dienstag Eishockey für Swisscom-Kunden

Für Fans bedeutete das ab der Saison 2017, dass sie sowohl Blue TV als auch MySports abonnieren mussten, um Zugriff auf alle Sportinhalte zu haben. Mit der Einigung im vergangenen Juli legten die beiden Konkurrenten ihren langjährigen Streit allerdings bei und kündigten an, ihren Kunden künftig gleichberechtigten und vollständigen Zugang und Live-Sport zu bieten.

Diese Ankündigung tritt am heutigen Dienstag in Kraft: Ab sofort können die Swisscom-Kunden auch die Sportinhalte von MySports empfangen und umgekehrt die UPC-Kunden die Inhalte der Swisscom-Tochter Blue TV.

Damit sei das UPC-Angebot nun bei über 3,3 Millionen Schweizer Haushalten verfügbar, schrieb UPC am Dienstag. Nebst allen Spielen der Schweizer Eishockey National League würden auch zahlreiche Spiele des internationalen Eishockey, der Swiss League und des Schweizer Hockey Nationalteams gezeigt. Zudem gehörten weitere Sport-Events und -Sender zum Angebot. (awp/sda)

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