Sport
WM 2014

«Der Schiedsrichter war der mieseste, den ich in den letzten zehn Jahren gesehen habe»

Hat er zu viel laufen gelassen? Schiedsrichter Carlos Velasco steht in der Kritik – von beiden Seiten.
Hat er zu viel laufen gelassen? Schiedsrichter Carlos Velasco steht in der Kritik – von beiden Seiten.Bild: AFP
Maradona poltert wieder

«Der Schiedsrichter war der mieseste, den ich in den letzten zehn Jahren gesehen habe»

Diego Maradona sorgt mit seinen Aussagen einmal mehr für Aufsehen. Der Argentinier kritisiert den Schiedsrichter des Spiels Brasilien – Kolumbien scharf. Er habe die Brasilianer geschützt. Das sehen diese natürlich völlig anders.
05.07.2014, 11:0905.07.2014, 11:17

Diego Maradona hat den spanischen Schiedsrichter Carlos Velasco nach dem Viertelfinal zwischen Brasilien und Kolumbien (2:1) harsch kritisiert: «Der Schiedsrichter war der mieseste, den ich in den letzten zehn Jahren gesehen habe», sagte Maradona am Freitagabend (Ortszeit) in seiner Sendung «De Zurda» des venezolanischen Senders Telesur.

Velasco habe bei Fouls durch brasilianische Spieler weggeschaut, meinte Maradona. Verteidiger David Luiz «konnte James Rodriguez systematisch siebenmal foulen». Auch Torhüter Julio Cesar und Mittelfeldspieler Hulk hätten Maradonas Ansicht nach Rot sehen müssen. 

Hätte der Schiedsrichter bei den Attacken auf James Rodriguez härter durchgreifen müssen?
Hätte der Schiedsrichter bei den Attacken auf James Rodriguez härter durchgreifen müssen?Bild: FABRIZIO BENSCH/REUTERS

Thiago Silva rechnet mit Neymar-Fouler Zuniga ab

Über die Verletzung von Neymar äusserte sich Maradona betroffen. «Es ist eine Sünde, dass Neymar seine WM verpasst», sagte er dem spanischen Sender Cadena Ser. 

FIFA untersucht das Foul an Neymar
Wie das «Folha de Sao Paulo» berichtet, wird sich die Fifa das Foul von Zuniga an Neymar nochmals anschauen. Man wolle über eine allfällige Bestrafung Zunigas beraten.

Das Foul von Camilo Zuniga an Neymar erregt derweil die Gemüter in Brasilien. Trainer Felipe Scolari versuchte zwar zu beruhigen, indem er sagte, dass solche Dinge halt passieren können.

Das Foul von Zuniga an Neymar.Video: Youtube/brazil 2014 goings-on

Deutlich weniger entspannt sahen die Szene die Mitspieler des Superstars. Als David Luiz in der Mixed-Zone von der Diagnose erfuhr, sagte er mit Tränen in den Augen: «Das ist traurig. Ich weiss grad nicht, was ich sagen soll.» Thiago Silva fand danach gegenüber o Globo deutliche Worte: «Als Verteidiger kann ich sagen: So geht man nicht in ein Duell. Er nahm die Verletzung in Kauf.»

Silva allerdings – der im Halbfinal ebenfalls fehlen wird, versuchte sogleich positiv zu denken: «Jetzt zeigt sich unsere Kraft. Neymar ist sehr wichtig für uns, aber dieser Moment kann uns als Team noch näher zusammenbringen.» (fox/si/dpa) 

Marcelo leidet sichtbar mit seinem Teamkollegen.
Marcelo leidet sichtbar mit seinem Teamkollegen.Bild: LEONHARD FOEGER/REUTERS
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Tempo, Talent und Taktik – die verlorene Romantik der ZSC Lions
Die ZSC Lions haben vollbracht, was in Bern noch kaum je einem Gast gelungen ist: Der SCB ist bei der 1:4-Niederlage in Ehrfurcht erstarrt. Die Zürcher zelebrierten erneut die emotionslose Leichtigkeit des Siegens und Yannick Weber, einer ihrer zahlreichen Leitwölfe, wird bald seinen Vertrag verlängern.
Mit dem Namenswechsel von Zürcher SC zu ZSC Lions durch die Fusion mit GC ist 1997 das Chaos im Stadtzürcher Hockey geordnet worden. Mit dem Umzug vom Hallenstadion in die Swiss Life Arena vor vier Jahren ist die Hockey-Kultur der Stadt zwar definitiv in der Moderne angekommen. Aber ein bisschen Romantik und Dramatik ist in die neue Zeit hinübergerettet worden. Das Kapitel, das beispielsweise Meistertrainer und Champions League-Sieger Marco Bayer 2025 geschrieben hat, endete für ihn mit dem berühmten Satz aus einem Schiller-Drama: «Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen.»
Zur Story