Syrien
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A dust-covered civil defense member walks at a site hit by what activists say was a barrel bomb dropped by forces loyal to Syria's President Bashar al-Assad, in Aleppo's al-Fardous district April 29, 2015. REUTERS/Hosam Katan

Ein Mann der zivilen Verteidigung nach einem Angriff. Bild: HOSAM KATAN/REUTERS

Amnesty-Bericht zeigt, wie Assads gefürchtete Fassbomben Tausende Zivilisten töten

Das Regime von Baschar al-Assad bombardiert gezielt Krankenhäuser, Schulen, Märkte und Moscheen. Laut Amnesty International sind seit 2012 mehr als 11'000 Menschen durch den Abwurf von Fassbomben in Syrien getötet worden.



Ein Artikel von

Spiegel Online

Syrische Regierungstruppen haben in den vergangenen drei Jahren mindestens 11'000 Zivilisten durch sogenannte Fassbomben getötet. Allein in der Provinz Aleppo wurden mit dieser Waffe seit Januar 2014 mehr als 3000 Menschen getötet. Diese Zahlen nennt die Menschenrechtsorganisation Amnesty International in einem aktuellen Bericht.

Fassbomben sind Tonnen, die mit Metallstücken, Benzin und Sprengstoff gefüllt sind. Die Armee wirft diese Sprengsätze mit Helikoptern ab.

Das Regime von Diktator Baschar al-Assad greife «gezielt und systematisch» Zivilisten an und bombardiere dabei Krankenhäuser, Schulen, Märkte und Moscheen, heisst es in dem Bericht mit dem Titel «Death everywhere: War crimes and human rights abuses in Aleppo».

epa04708216 A handout picture made available on 17 April 2015 by Syrian Arab News Agency (SANA) shows Syrian President Bashar al-Assad speaking during an interview with the Swedish Expressen Newspaper in Damascus, Syria, 15 April 2015. According to SANA, Assad described talks held in Russia between Syrian opposition groups and the government as a 'breakthrough' in the crisis. Assad also warned that Europe was not safe from terrorism as long as its backyard, the Mediterranean and Northern Africa is in chaos and full of terrorists.  EPA/SANA HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Baschar al-Assad bestreitet den Einsatz von Fassbomben. Bild: EPA/SANA

Viele öffentliche Einrichtungen hätten daher ihren Betrieb mittlerweile in geschützte Bunker und Kellerräume verlegt. Die Dauer, das Ausmass und die Intensität der Angriffe lasse auf eine Form der «kollektiven Bestrafung» gegen die Bevölkerung von Aleppo schliessen. «Eine solche kollektive Bestrafung ist ein Kriegsverbrechen», schreibt Amnesty.

Der Bericht beschreibt unter anderem einen einzelnen Angriff in Aleppo im Juni 2014, bei dem ein Hubschrauber des Militärs eine Fassbombe auf rund 150 Menschen abwarf, die in einer Schlange auf die Zuteilung von Lebensmittelrationen einer Hilfsorganisation warteten.

Assad hat den Einsatz von Fassbomben bislang bestritten. Allerdings dokumentieren zahlreiche Videos, wie seine Armee diese Sprengsätze über Städten und Dörfern abwirft.

ATTENTION EDITORS - VISUAL COVERAGE OF SCENES OF INJURY OR DEATH 
A man holds an injured boy after what activists said was a barrel bomb dropped by forces loyal to Syria's President Bashar al-Assad and hit a school and a residential building in Seif al-Dawla neighborhood of Aleppo May 3, 2015. REUTERS/Hosam Katan

Das Leid, das die Angriffe über die Bevölkerung bringen, ist schier unermesslich.  Bild: HOSAM KATAN/REUTERS

Amnesty wirft auch den Rebellen im Norden Syriens Kriegsverbrechen vor. Sie benutzten unpräzise Waffen und hätten bei Angriffen auf Aleppo im vergangenen Jahr mindestens 600 Zivilisten getötet. Zudem entführten und folterten beide Konfliktparteien Zivilisten, beklagt der Bericht.

«Vor über einem Jahr hat die UNO eine Resolution verabschiedet, in welcher sie ein Ende der Menschenrechtsverletzungen forderte, insbesondere durch den Einsatz von Fassbomben», sagte der für den Nahen Osten zuständige Amnesty-Direktor Philip Luther. Doch statt die angedrohten Konsequenzen einzuleiten, habe die internationale Gemeinschaft inzwischen «den Zivilisten von Aleppo den Rücken zugewandt».

syd/AFP/dpa

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    Alle Leser-Kommentare
  • Wandtafel 05.05.2015 08:47
    Highlight Highlight Beide Seiten kämpfen unmenschlich, nur ist Assad mein Favorit da durch sein Verschwinden ein Machtvakuum à la Lybien entsteht und zum Nährboden von Radikalen wird. Der Westen will es nicht zugeben, doch eigentlich vermissen viele Ghadaffis eiserne Hand über Lybien und so wird es mit Assad sein.
  • Schwerthans 05.05.2015 06:13
    Highlight Highlight Titel.... *haben soll.

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