Tier
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Mehr Tierversuche in der Schweiz: Über 600'000 mussten für uns Menschen leiden



Über 12'000 Tiere haben letztes Jahr in Tierversuchen qualvolle Schmerzen oder dauerhafte Schäden erlitten. Es handelt sich um jene 2 Prozent der gut 606'000 Tiere, an welchen Versuche des Schweregrads 3 durchgeführt worden sind.

Das geht aus der Tierversuchsstatistik 2014 hervor, die das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) am Mittwoch veröffentlicht hat. Im Jahr zuvor waren noch rund 1000 Tiere weniger für die qualvollsten Tierversuche eingesetzt worden.

Eine Maus sitzt am 24. Januar 2006 auf der Hand eines Angestellten in einem Labor fuer Tierversuche in Bar Harbor, USA. Am Freitag, 24. April 2009, ist

Eine Maus in einem US-Versuchslabor. Bild: AP

Krebs und Infektionen

Es handelt sich beispielsweise um tödlich verlaufende Infektions- und Krebskrankheiten, mit welchen die Tiere zu Forschungszwecken angesteckt werden, um tödlich verlaufende Chemotherapien, Schocks, Isolation oder den Entzug von Futter oder Wasser. 

Alle Tierversuche werden jedoch nur dann bewilligt, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. So müssen die erwarteten Erkenntnisse bedeutender sein als das Leiden der Tiere. Zudem darf das Forschungsziel nicht mit anderen Methoden erreicht werden können.

Schweregrad 2 bedeutet, dass das Versuchstier kurzfristig einer mittleren Belastung oder längerfristig einer leichten Belastung ausgesetzt wird. Dazu gehören etwa der Einsatz von Tieren mit Mutationen, die wiederholte Entnahme von Körperflüssigkeiten oder schwere Angstzustände. Für solche Versuche wurden 2014 fast 125'000 Tiere eingesetzt.

606'505 Tiere für Versuchszwecke eingesetzt

Über drei Viertel der eingesetzten Tiere wurden bei den Versuchen einer Belastung der Schweregrade 0 oder 1 ausgesetzt. Das Tier wird dabei entweder gar nicht belastet oder nur leicht und kurzfristig. Zum Schweregrad 1 gehört etwa die Kastration männlicher Tiere unter Narkose.

Tierversuche mit Kaninchen

So viele Versuche wie früher gibt es Gott sei Dank nicht mehr: An der ETH Zürich kamen Kaninchen zum Einsatz. bild: eth zürich

Insgesamt wurden 606'505 Tiere für Versuchszwecke eingesetzt, 2.8 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Grund für die Zunahme sind laut BLV Studien mit einer grossen Zahl von Fischen oder Geflügel, beispielsweise eine Verhaltensstudie an Legehennen, um den Einfluss der Haltungsform und Fütterung zu untersuchen.

Fast 80 Prozent der Versuchstiere waren Nagetiere. Die Hälfte der Tiere wurden in der Grundlagenforschung an Hochschulen und Spitälern eingesetzt. Für Versuche im Bereich von Kosmetika oder Tabakwaren wurden laut BLV keine Tiere verwendet.

Der Bundesrat möchte Tierversuche einschränken, trotz einem markanten Rückgang der Anzahl Tierversuche in den letzten Jahren. Beispielsweise schlägt er die Schaffung eines nationalen Kompetenzzentrums vor, das die Forschung ohne Tierversuche gezielt fördern soll.

(sda)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen

8 Dinge, die Katzen von uns Menschen erwarten

Hast du dich schon mal gefragt, was Katzen eigentlich von uns Menschen erwarten? Nein? Egal. Wir beantworten diese Frage trotzdem!

Nein, ein einfaches «Hallo!» reicht nicht. Es ist eine Katze – da musst dir schon etwas Besseres einfallen lassen.

Die Katze steht immer an erster Stelle. IMMER.

Katzen brauchen keine Worte – denn ihre Körpersprache spricht bereits für sich.

Eine Katze zu verstehen ist nicht schwer. Du musst bloss in ihre Augen blicken – und du wirst die Wahrheit erkennen.

Schliesslich …

Artikel lesen
Link zum Artikel