Tsunami
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10 Jahre nach dem Tsunami

Zehn Jahre danach

Gebete und Tränen für die Tsunami-Opfer

26.12.14, 09:46 26.12.14, 14:07

Mit bewegenden Gedenkgottesdiensten und Schweigeminuten haben Tausende Menschen rund um den Indischen Ozean der Opfer des verheerenden Tsunamis vor zehn Jahren gedacht. Die Riesenwellen hatten in 14 Ländern rund 230'000 Menschen in den Tod gerissen.

Neben dem Erinnern an die Toten stand auch der Dank für die Hilfe aus aller Welt im Fokus. «Ich habe noch nie eine so aussergewöhnliche Solidarität und Grosszügigkeit erlebt», sagte Indonesiens Vizepräsident Jusuf Kalla am Freitag bei einer Gedenkveranstaltung in Banda Aceh.

Schweizer Botschafterin bei den Feierlichkeiten dabei

In Südthailand kamen Angehörige von Opfern sowie Überlebende zu einer Zeremonie mit deutschsprachigen Seelsorgern zusammen. Direkt am Strand von Khao Lak beteten sie. Mit dabei war auch die Schweizer Botschafterin in Thailand, Christine Schraner Burgener. In Thailand waren 110 Schweizer Staatsangehörige in den Flutwellen umgekommen.

Bei der Katastrophe kamen zahlreiche Touristen ums Leben. Zehn Jahre danach reisen viele Angehörige und Offizielle nach Asien um den Opfern ihre Ehre zu erweisen.  Bild: YONGYOT PRUKSARAK/EPA/KEYSTONE

«Die Bilder von damals haben ihren Schrecken nicht verloren», verlas der deutsche Botschafter in Thailand, Rolf Schulze, ein Grusswort von Bundespräsident Joachim Gauck. «Die Panik, das Chaos, die Wucht, als die grosse Welle kam», schrieb Gauck.

Der damals 15-jährige Ben Atréu Flegel erlebte die Katastrophe in unmittelbarer Nähe des Ortes, wo nun die Gedenkzeremonie stattfand. «Mein Blut ist in diese Erde geflossen», sagte er. Seine Grosseltern kamen bei ihren Ferien vor zehn Jahren ums Leben.

Ein Schweizer erzählt

Der Schweizer Raymond Moor, der die Katastrophe überlebt hatte, erinnerte sich an die schreckliche Zeit vor zehn Jahren in der Ortschaft Ban Nam Khem. Er habe seiner Frau zugerufen, sie solle rennen, um sich zu retten, erzählte er an der Feier. «Das war keine Welle, sondern eine schwarze Mauer». Er selber sei vom Wasser weggespült worden, es sei wie in einer Waschmaschine gewesen. «Eine Thailänderin im Hotel hat mich auf einen Balkon gezogen.» Später sei sie gestorben, sagte er mit Tränen in den Augen.

In Indonesien kamen die Menschen schon in der Nacht und am frühen Morgen in zahlreichen Moscheen zusammen. Viele von ihnen weinten und klagten. Andere gingen zu den Massengräbern, um zu beten. «Ich habe im Tsunami zwei Kinder verloren, aber ich weiss nicht, wo sie beerdigt sind», sagte die 51 Jahre alte Maimunah an einem Massengrab. «Aber hier bete ich für alle Opfer», erklärte sie.

Trauernde in Banda Aceh.  Bild: ADI WEDA/EPA/KEYSTONE

Aceh war die am schlimmsten betroffene Region. Etwa 170'000 Menschen starben dort; grosse Teile der Provinzhauptstadt Banda Aceh waren nur noch Trümmerteile und Mauerreste.

Das gewaltige Erdbeben, das den Tsunami am zweiten Weihnachtsfeiertag auslöste, ereignete sich vor der indonesischen Insel Sumatra, an dessen Spitze Aceh liegt. Die Wellen türmten sich an der Küste Indonesiens bis zu 20 Meter hoch auf. Ausläufer waren sogar bis Madagaskar und Tansania sichtbar.

Ein Sonderzug für die Überlebenden

In Sri Lanka fuhr ein Sonderzug mit Überlebenden bis zu genau der Stelle in Peraliya, wo damals eine gewaltige Welle den Zug traf. Unterwegs waren sie mit der Lok und Waggons von damals, wie Organisator Ralph Gunawardena sagte. Der Zug sei nach dem Unglück restauriert worden.

Die tonnenschweren Waggons waren aus den Schienen gerissen und weit ins Landesinnere gespült worden. Rund 1'600 Menschen starben in dem Zug. Die überlebenden Passagiere – darunter auch der Kondukteur von damals – gedachten in einer religiösen Zeremonie der Opfer. Einige brachten alte Fahrkarten von damals und Fotos der Toten mit.

In Indien trafen sich die Menschen zu interreligiösen Gebeten, etwa auf den schwer getroffenen Inseln der Andamanen und Nikobaren. Vor dem Tsunami-Denkmal in der grössten Inselstadt Port Blair gedachten sie zwei Minuten lang der Toten, wie Distriktsprecher Arun Kumar Jha erklärte.

Im Süden des Subkontinents setzten viele Dorfbewohner Süssigkeiten und Blumen ins Meer. In staatlichen Schulen sei der toten Kinder gedacht worden, sagte Vanaja Soundrabai von der örtlichen Hilfsorganisation Sneha. (feb/sda/dpa)



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