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Wie hoch stehen eigentlich die Chancen, dass wir Clarkson, May und Hammond zusammen bei einem anderen Sender sehen? Verdammt gut, sagen wir jetzt einfach mal



Bevor wir uns genüsslich auf die Spekulationen stürzen, zuerst die News. Und die News kommen im Form von Twitter-Meldungen – von FAKE-Twitter-Meldungen:

Dieser Tweet machte gestern die Runde. Er erweckt den Anschein, dass auch James May «Top Gear» verlasse. Doch dem ist (noch) nicht so. Beim entsprechenden Twitter-Account handelt es sich um einen Fake-Account. Der kleine, aber entscheidende Unterschied macht der Unterstrich zwischen «Mr» und «JamesMay» – und das Fehlen der Verifikation neben dem Namen.

Der originale May äusserte sich bisher sehr zurückhaltend zu seiner Zukunft bei «Top Gear». 

Mit einem lustigen Hut auf, sagte er, dass seine nächsten Schritte vor allem aus «genauem und vorsichtigem Abwägen» bestünden. Und damit haben wir das weite Feld der Spekulationen erreicht.

Spekulation 1: James May verlässt «Top Gear»

Dass der 52-Jährige «Top Gear» verlässt, erscheint auf den ersten Blick wahrscheinlich. BBC-Generaldirektor Tony Hall will «Top Gear» «auffrischen». Und wie es Mays Freund Jeremy Clarkson bereits in seiner Sun-Kolumne schrieb, überleben Dinosaurier solche Prozesse in der Regel nicht. Und May ist definitiv ein Dinosaurier. Seine jüngsten Statements, er wolle jetzt Lehrer werden, deuten auf jeden Fall einen Ausstieg an.

Die Chance, dass May «Top Gear» trotz 710'000 Franken Gehalt pro Staffel verlässt, stehen in unseren Augen bei 75 Prozent.

HAMMERSMITH, ENGLAND - MARCH 25:  Top Gear presenter James May poses for a photograph outside his home on March 25, 2015 in Hammersmith, London, England. Mr May is currently awaiting news on the future of the BBC programme Top Gear. His co-presenter, Jeremy Clarkson, today heard the news that his contract would not be renewed with the BBC after he was involved in what was described as a 'fracas' with a producer on the show.  (Photo by Dan Kitwood/Getty Images)

James May. Bild: Getty Images Europe

Spekulation 2: Richard Hammond verlässt «Top Gear»

«Hamster» ist mit 45 Jahren der jüngste des Dreigespanns. Im Gegenteil zu seinen Kollegen versucht er mit seinem Take-That-esquen Kleidungsstil auch ein jüngeres Publikum anzusprechen. Ausserdem steht er dem gefeuerten «Orang-Utan» weniger nahe als May. Ihm ist am ehesten zuzutrauen, dass er sich in ein neues Moderationsteam integrieren kann. 

Die Chance, dass Hammond «Top Gear» trotz 710'000-Franken-Gehalt pro Staffel verlässt, stehen in unseren Augen bei 50 Prozent.

epa03018715 Top Gear team James May (L), Jeremy Clarkson (C) and Richard Hammond (R) in Downing Street during the filming of an episode of the television series Top Gear in London, Britain, 29 November 2011.  EPA/ANDY RAIN

Richard Hammond (der Kleine), neben Jeremy Clarkson (der Grosse) und James May (der Mähnige). Bild: EPA

Jetzt wird es kompliziert. Spekulation 3: Clarkson, May und Hammond machen bei einem anderen Sender eine neue Show

Sowohl Hammonds, wie auch Mays Verträge mit der BBC laufen aus. Bei den kommenden Verhandlungen nächsten Monat wird das Thema «Exklusivvertrag» mit Sicherheit ein wichtiges Traktandum sein. 

Das spricht dagegen: Vor allem Mays und Hammonds Bindung zur BBC

In der Vergangenheit besassen sowohl Hammond wie auch May solche Exklusivverträge, welche es ihnen verbot, bei anderen Sendern ihr Gesicht zu zeigen. Die BBC wird in der jetzigen Situation erneut auf diesem eigentlich branchenüblichen Passus bestehen. 

Sollte May mit Clarkson bei einem anderen Sender anheuern wollen, müsste er also seine BBC-Sendungen «James May's Toy Stories», «James May's Man Lab» und «James May's Things You Need To Know» beerdigen. Kein kleines Opfer – es sei denn, die BBC verzichtet auf das Exklusivrecht (und May damit auf ziemlich viel Geld).

Wegen einem BBC-Exklusivvertrag musste Richard Hammond 2006 die Sky-Show «Brainiac: Science Abuse» aufgeben. Trotzdem. Seine Situation ist nicht ganz so verzwickt, wie diejenige von Kollege May: Seine Aktivitäten bei der BBC halten sich im Moment in Grenzen. Tatsächlich war Hammonds letzter BBC-Vertrag nicht exklusiver Art. 2014 war er auch im National Geographic-Channel zu sehen, welcher zu Teilen der British Sky Broadcasting gehört.

Bild

Richard Hammond beim National Geographic-Channel. bild:screenshot National Geographic Channel

Das spricht dafür: vieles

«Uns gibt es als Paket», sagte James May gegenüber Sky News. An diesem Satz halten die «Top Gear»-Fans nun fest. Doch es gibt weitere Punkte, welche für eine neue Show sprechen.

Schwer wiegt der Faktor Alter. Für May (52) wäre es nochmals eine letzte Möglichkeit, einen grossen beruflichen Schritt zu wagen. Auch Hammond (45) dürfte eine Abwechslung gelegen kommen.

Ausserdem beteuerte May, dass er gerne mit Clarkson arbeite – und reiche Menschen (Mays Vermögen beträgt geschätzte 15 Millionen Franken, Hammonds circa 20 Millionen) können es sich leisten, Arbeit zu suchen, welche Spass macht. 

Dazu kommt, dass Clarksons Entlassung für «Top Gear» nicht nur eine oberflächliche Verletzung ist, welche vor allem am TV zu sehen ist. Clarkson galt als Motor der Show. Sein Fehlen ist ein tiefer Einschnitt, der im gesamten Produktionsprozess zu spüren sein wird. Ein Riesenverlust für die Show ist auch Produzent Andy Wilman, der heute seinen Rücktritt bekannt gab. 

Eine neue Show der drei wäre dank dem Bekanntheitsgrad der Moderatoren, der damit verbundenen medialen (gratis) PR im Vorfeld ein weltweiter Gassenhauer. Rekordquote garantiert. Als Chef von Netflix oder einem anderen potenten Kanal, würde ich ohne zu zögern zum Checkheft greifen. 

Fazit:

Die einzige grosse Hürde zu einer Vereinigung der Drei sind die Verträge, Mays Sendungen und sein Wunsch, Lehrer zu werden. Die Chancen, dass «Top Gear»-Fans schon bald wieder auf ihre Kosten kommen, stehen also – schlecht. 

Wieso jetzt schlecht?

Wegen den Worten «schon bald».

Ich lehne mich jetzt aus dem Fenster und sage: Die Chancen, dass man sich auf eine gemeinsame Sendung der Drei freuen kann, stehen bei 90 Prozent.

Die Chancen, dass dies noch 2015 der Fall sein wird, ist aber gleich null. 

Es wird 2016.

Mindestens.

Wir bleiben dran.

jeremy clarkson top gear auto test

Bild: screenshot: top Gear

Ich bin mir übrigens durchaus bewusst, dass die Rechnung oben nicht aufgeht.  

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    Alle Leser-Kommentare
  • Zeit_Genosse 26.03.2015 15:04
    Highlight Highlight Aber auch bei Netflix kann man sich nicht rassistisch und gewalttätig aufführen. Ich mag die 3 und hoffe auf ein Wiedersehen als Team.
    • saukaibli 26.03.2015 16:50
      Highlight Highlight Ach hört mal auf mit dem blöden Rassismus-Vorwurf. Wenn man sieht wie Clarkson (und auch die anderen) mit den Menschen anderer Ethnien umgeht, kann man doch kein Bisschen Rassismus spüren, im Gegenteil. Egal wo sie waren, sie waren immer sehr nett zu den Leuten. Und JC hat mehr Witze über sich selber oder die Engländer gemacht als über alle anderen Völker zusammen (naja, ausser vielleicht die Franzosen) . Wer ihn ernst nimmt, hat ihn einfach nicht verstanden. Meine Freunde (fast nur Ausländer) und ich (CH) verarschen und dauern mit Klischewitzen und wir sind def. nicht rassistisch.
    • Adi E. 26.03.2015 22:04
      Highlight Highlight Da ist er... der Rassimusvorwurf. Ebenso dämlich wie unpassend!
    • Zeit_Genosse 27.03.2015 16:45
      Highlight Highlight Ich bin ganz bei Euch Antwortenden. Für mich persönlich macht gerade diese Ungeschliffenheit und Unkorrektheit mit britischem Humor durchsetzte Art die Sendung aus. Doch ein Staatsunternehmen (BBC) muss andere (gesellschaftspolitische) Massstäbe ansetzen und kann es nicht tolerieren, wenn ein Moderator den Produzenten ins Krankenhaus prügelt oder derbe Sprüche gegen Ethnien raushaut. Und bei Netflix sind wir bei den Amerikanern, die mit ihren Moralvorstellungen und Correctness wieder andere Limiten setzen. Kein Sex, Alk, Drogen und Rassismus (auch nicht in der ironischen Form), dafür Gewalt. Schaut Euch Das US-TopGear an. Schwachstrom-Typen zum Gähnen, dafür dürfen sie jedes Auto killen. Trotzdem wäre es cool, wenn die 3 in den USA mit ihrer britischen Art "Asyl" bekämen und weiterhin mit fast uneigeschränktem Budget agieren könnten. Die Sendung ist so teuer, dass sie einen Grossmarkt ansprechen müssen. Es gäbe da noch die Inder oder die Falkland Inseln ;)
  • elivi 26.03.2015 14:55
    Highlight Highlight Ich möchte noch hineinwerfen dass das briten sind und anhand ihren vielen patriotischen witzen sind sie doch auch sehr angetan von ihrer Insel. ich denke wenn neue show dann eine britishe neue show. Kann mir die drei nicht vorstellen jetzt amerikanisch zu werden ... und es wäre auch ne gelegenheit für die anderen zwei was zu machen ohne clarkson. May macht das auch schon erfolgreich ....

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