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Die falschen Süssigkeiten verteilt

Dieser PR-Gag der ukrainischen Separatisten ging schief, aber so richtig schief



Welch tiefe Gräben die ukrainische Gesellschaft inzwischen durchziehen, zeigte sich am Sonntag in der von prorussischen Separatisten dominierten Stadt Donezk im Osten des Landes. Griff White, Korrespondent der «Washington Post» wurde dort Zeuge einer surrealen Szene.

Die Separatisten hatten zu einer Kundgebung für die Kinder auf den Leninplatz gerufen, der viele Eltern folgten. Ein weisser Lieferwagen tauchte auf, Männer in Kampfmontur stiegen aus – doch statt wie üblich Gewehre trugen sie Süssigkeiten bei sich, die sie offenbar aus einem nahegelegenen Lagerhaus geplündert hatten. Zur grossen Freude der Kinder und Eltern begannen sie, diese zu verteilen.

Doch dann bemerkten einige, dass es sich um Süssigkeiten der Firma Roshen handelte, die dem Schokoladenmilliardär und frisch gewählten Präsidenten Petro Poroschenko gehört. Im Osten der Ukraine machen viele die Zentralregierung in Kiew für die Gewalt verantwortlich. Sofort drehte die Stimmung: «Das ist eine Provokation», schrien einige. «Die Süssigkeiten sind vergiftet», andere. Und: «Wir wollen keine blutigen Süssigkeiten.»

Daraufhin begann die Menge, auf die Kartons einzutreten und die Rebellen anzuschreien. Die schrien zurück: «Wir wollten den Kindern eine Freude bereiten. Was spielt es für eine Rolle, woher die Süssigkeiten stammen?» Doch es war zu spät. Die Rebellen hüpften schleunigst zurück in ihren Lieferwagen und brausten davon.

Auf dem Leninplatz zu Donezk entflammte eine Debatte, ob die Zurückweisung der Süssigkeiten richtig gewesen war. «Wir rauchten deutsche Zigaretten im Zweiten Weltkrieg. Was für einen Unterschied macht das?», sagte ein älterer Herr. «Poroschenko kann uns nicht gleichzeitig ermorden und zu essen geben», erwiderte eine Frau.

Zurück blieb viel Abfall und Karamell, das auf dem heissen Asphalt klebte. Letztlich mussten Angestellte der Stadtreinigung die Sauerei aufräumen.

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