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Der Ukraine-Konflikt
quelle: x00514 / reuters tv
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«300 Gefangene und viele Tote»

Kiew bestätigt Einnahme von Debalzewo durch Separatisten



Die ukrainische Regierung hat die weitgehende Einnahme der strategisch wichtigen Stadt Debalzewo durch die prorussischen Separatisten bestätigt. «Die Strassenkämpfe dauern an», teilte das Verteidigungsministerium in Kiew am Dienstag mit. Die Aufständischen setzten dabei Artillerie und Panzertechnik ein. Regierungstreue Einheiten versuchten, den Gegner aufzuhalten.

Zuvor hatte Separatistensprecher Eduard Bassurin gesagt, dass die Stadt bereits «zu 80 Prozent» eingenommen worden sei.

«Nur ein paar Wohnviertel sind noch übrig, dann haben wir den Ort völlig unter Kontrolle.»

Bassurin

Mehr als 300 gegnerische Soldaten seien gefangen genommen worden. Es gebe «viele Tote». «Wir durchkämmen die Stadt nach weiteren Soldaten», sagte Bassurin am Dienstag in Donezk.

Trotz einer eigentlich geltenden Waffenruhe sind in den Strassen der strategisch wichtigen Stadt Debalzewo erstmals Kämpfe zwischen der ukrainischen Armee und prorussischen Separatisten ausgebrochen. Dies bestätigten Vertreter beider Seiten am Dienstag. Rings um den Bahnknotenpunkt Debalzewo wurde seit Tagen gekämpft, tausende ukrainische Soldaten waren in der Stadt zuletzt von den Rebellen eingekesselt. 

Nach Angaben der Regionalpolizei drangen bewaffnete Separatisten in die Stadt ein. «Der Vormarsch verläuft sehr aktiv. Ein grosser Teil der Stadt befindet sich unter unserer Kontrolle», sagte ein Sprecher der Aufständischen der Agentur Interfax. Es gebe «viele Opfer» bei den Regierungseinheiten, Dutzende andere Soldaten würden kapitulieren.

Wichtiger Bahnknotenpunkt

Die prorussischen Separatisten wollen den Kampf um die Kontrolle der ostukrainischen Stadt Debalzewo nicht beenden. «Dazu haben wir nicht das Recht», sagte der Rebellenvertreter Denis Puschilin am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters in Donezk. «Das ist auch eine moralische Angelegenheit.» 

«Es gibt von Seiten der Aufständischen keine wirkliche Waffenruhe, deshalb sind die Voraussetzungen nicht gegeben», sagte ihrerseits der ukrainische Militärsprecher Andrej Lyssenko am Dienstag in Kiew. Die Armee sei weiter bereit zur Bildung einer Pufferzone. «Unsere Stellungen werden aber wiederholt unter Feuer genommen», beklagte er. 

Debalzewo ist ein wichtiger Bahnknotenpunkt zwischen den Rebellenhochburgen Donezk und Lugansk.

OSZE-Beobachter müssen warten

Das Minsker Friedensabkommen sieht den Beginn des Abzugs schwerer Waffen in der Ostukraine für Dienstag vor. Die Beobachtung gestalte sich aber schwierig, sagt der Schweizer Alexander Hug, stellvertretender Missionschef der OSZE. Er sei mit einer Patrouille der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) auf der Fahrt in eine kleine Stadt nahe dem Kampfgebiet, wo man die ukrainischen und russischen Generäle treffen wolle, sagte Hug in einem Interview mit Radio SRF vom Dienstag.

«Wir werden versuchen, uns Zugang zur umkämpften Stadt Debalzewo zu verschaffen. Das haben wir bereits am Montagabend versucht.»

«Es hat aber nicht geklappt, weil uns keine Garantien für unsere Sicherheit gegeben wurden. Es hiess, die Strassen seien vermint und dass beide Seiten aufeinander schiessen.»

Leiter der OSZE-Sondermission in der Ukraine

Auf die Frage, wie die OSZE die Feuerpause und den Abzug der Waffen in diesem Gebiet kontrollieren wolle, sagte Hug, die OSZE habe entschieden, schnellstmöglich die für diese Mission eingeplanten 350 Mitarbeiter in den Osten zu verschieben. «Momentan haben wir 300 vor Ort. Wir werden uns mit ihnen auf die kritischen Punkte auf dem 500 Kilometer langen Abschnitt beschränken. Zuerst werden wir uns um die darin wichtigen strategischen Städte Debalzewo, Donezk, Lugansk und die Hafenstadt Mariupol kümmern. Danach werden wir uns auf die Gebiete dazwischen konzentrieren», sagte Hug.

(whr/sda/afp)

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