Uli Hoeness
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«Stelle mich den Konsequenzen dieses Fehlers»

Uli Hoeness verzichtet auf Revision und geht ins Gefängnis

Bayern Munich President Uli Hoeness arrives  for the second day of his trial for tax evasion at the regional court in Munich March 11, 2014. Hoeness stunned a German court on Monday by admitting he had evaded taxes of 18.5 million euros ($26 million) using a secret Swiss bank account - more than five times the amount on a prosecutors' charge sheet.  Once one of Germany's most admired managers, Hoeness apologised and appealed for leniency at the start of a trial in a case that shocked Germany and prompted other tax dodgers to turn themselves in. Hoeness could be sentenced to between five and 10 years in jail if convicted of evading more than 1 million euros in taxes.                             REUTERS/Sven Hoppe/Pool  (GERMANY  - Tags: SPORT SOCCER CRIME LAW BUSINESS)

«Das entspricht meinem Verständnis von Anstand, Haltung und persönlicher Verantwortung», Uli Hoeness.   Bild: Reuters

Uli Hoeness verzichtet auf eine Revision in seinem Steuerprozess und akzeptiert damit die Haftstrafe von dreieinhalb Jahren. «Nach Gesprächen mit meiner Familie habe ich mich entschlossen, das Urteil des Landgerichts München II in meiner Steuerangelegenheit anzunehmen», teilt Hoeness mit. Zudem tritt er mit sofortiger Wirkung als Präsident und Aufsichtsratschef des FC Bayern München zurück. Das teilte der 62-Jährige in einer persönlichen Erklärung mit.

Uli Hoeness' Erklärung im Wortlaut: 

«Nach Gesprächen mit meiner Familie habe ich mich entschlossen, das Urteil des Landgerichts München II in meiner Steuerangelegenheit anzunehmen. Ich habe meine Anwälte beauftragt, nicht dagegen in Revision zu gehen. Das entspricht meinem Verständnis von Anstand, Haltung und persönlicher Verantwortung. Steuerhinterziehung war der Fehler meines Lebens. Den Konsequenzen dieses Fehlers stelle ich mich.»

«Ich habe meine Anwälte beauftragt, nicht dagegen in Revision zu gehen.»

«Ausserdem lege ich mit sofortiger Wirkung die Ämter des Präsidenten des FC Bayern München eV und des Aufsichtsratsvorsitzenden der FC Bayern München AG nieder. Ich möchte damit Schaden von meinem Verein abwenden. Der FC Bayern München ist mein Lebenswerk und er wird es immer bleiben. Ich werde diesem grossartigen Verein und seinen Menschen auf andere Weise verbunden bleiben, solange ich lebe. Meinen persönlichen Freunden und den Anhängern des FC Bayern München danke ich von Herzen für ihre Unterstützung. Uli Hoeness»

Haftantritt kann noch mehrere Wochen dauern

Uli Hoeness wird seine Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung nicht umgehend antreten müssen. Zunächst muss noch die Staatsanwaltschaft entscheiden, ob sie das Urteil akzeptiert oder in Berufung geht. Der Entscheid soll Anfang nächste Woche gefällt werden.

Dies sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft München II, Ken Heidenreich, am Freitag. Nur wenn auch die Staatsanwaltschaft auf eine Revision verzichtet, kann die Verurteilung von Hoeness zu dreieinhalb Jahren Haft rechtskräftig werden. Falls die Staatsanwaltschaft in Revision gehen sollte, müsste der Bundesgerichtshof entscheiden. Das Urteil vom Donnerstag über dreieinhalb Jahre Haft lag zwei Jahre unter der Forderung der Anklage.

Hoeness kann auf Freigänger-Status hoffen

Auch wenn die Staatsanwaltschaft auf eine Berufung verzichtet, wird Hoeness nicht sofort ins Gefängnis kommen. «Es wird sicherlich noch einige Wochen in Anspruch nehmen, bevor er in Haft gehen wird», sagte die Sprecherin des Oberlandesgerichts München, Andrea Titz, am Freitag. Zunächst müsse mit der für ihn zuständigen Justizvollzugsanstalt Landsberg geklärt werden, wann ein Haftplatz frei ist. Die Anstalt in Landsberg ist ein geschichtsträchtiger Ort. Hier verbüsste Adolf Hitler nach seinem gescheiterten Putsch 1923 seine Haft. 

Hoeness kann dann hoffen, nach einiger Zeit den Status als Freigänger zu bekommen. Titz sagte zu den Voraussetzungen: «Eines ist klar, der Verurteilte muss in Haft erst mal unter Beweis gestellt haben, dass er sich ordnungsgemäss führt und das von ihm keine Fluchtgefahr droht.» Sobald er dies unter Beweis gestellt habe, setze der Freigängerstatus dann noch voraus, dass er sozial eingebunden sei und ein geordnetes Leben führe. Sollte dies der Fall sein, könnte Hoeness im offenen Vollzug morgens das Gefängnis verlassen, zur Arbeit gehen und nach Feierabend in seine Zelle zurückkehren. 

Hoeness war am Donnerstag in erster Instanz vom Landgericht München wegen der Hinterziehung von mindestens 28,5 Millionen Euro Steuern verurteilt worden. (rar/oku/sda)

Lesen Sie hier von den emotionalen Reaktionen zu Hoeness' Entscheid: «Uli, der Held, der Taktiker, der Kriminelle»

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10Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • TobiS 14.03.2014 13:31
    Highlight Highlight Es gibt genügend Beispiele von Wohlhabenden, die so viel Geld in Anwälte und Verfahrin investieren, bis sie um einen Gefängnisaufenthalt herum kommen.
    Deshalb riesen Respekt vor Herr Hoeness und seiner Entscheidung mit den Konsequenzen seiner Handlungen zu leben.
    Ich höre tagtäglich Menschen über die Last der Steuern diskutieren und darüber zu beraten, wie man wohl möglichst wenig abgeben muss. Wenn ich mir vorstelle, dass diese Menschen so wohlhabend wären, dass sie solche riesen Millionenbeträge wie Uli abgeben müssten... Weiss nicht ob da nicht die eine oder andere Million verschwinden würde ;-)
    Courage und die Fähigkeit, Fehler zuzugeben sind mehr Wert als Geld.
  • Adonis 14.03.2014 12:00
    Highlight Highlight Der Mann weiss nue was er tut, er tat es schon so lange so, dass er jetzt anders nicht kann. Er wurde bestimmt sehr früh von: "Fach-Wissenden" Personen gewarnt, dass da mal was schieflaufen könnte. Nach der grossen Wirtschaftskriese wurde immer klarer, dass auch im Sektor Steuern, ganzheitlich etwas geschehen würde.

    Entweder ist er in einer Depression, (scheint so, wenn man vorher/nachher, sein Gesicht studiert/vergleicht. Der Mann wird niemals mehr spielen/zocken können, das muss für ihn schrecklich sein. Jeder Süchtige weiss wie das ist. Oder aber er hat Angst, dass noch mehr ans Licht kommt, zieht er das Ganze weiter. So oder so ist er in diesem Zustand vollumfänglich am Ende, für alle und alles..., sofern der Zuschauer noch an das Recht und die Gerechtigkeit glaubt, versteht er diese Zeilen. Ich wünsche dem Uli einen guten Aufenthalt im Knast und denke, dass er sich so gut aufführen wird, so dass er "nach drin, schon bald draussen", sein wird.
  • René F. Lisi 14.03.2014 11:38
    Highlight Highlight Respekt! Manch einer hätte "auf Zeit" gespielt. Hier einer der einen Fehler gemacht hat und dazu steht und die Konsequenzen akzeptiert.
  • belzig 14.03.2014 11:10
    Highlight Highlight Gut möglich, dass die Staatsanwaltschaft nun erst recht den Afterburner zündet. Für UH wünsche ich mir dass die Angelegenheit nun ein Ende hat.
  • samy4me 14.03.2014 10:53
    Highlight Highlight Danke Uli... Am Ende halt doch ein grosser Mann, der dem FC Bayern und dem Fussball fehlen wird.
  • filmorakel 14.03.2014 10:29
    Highlight Highlight Echt sportlich, oder vielleicht ist es auch besser so, bevor noch mehr Fragen gestellt werden...
  • Romeo 14.03.2014 10:22
    Highlight Highlight Als Tessiner sage ich: Uli ha le palle ! Er steht zu seiner Tat. Das finde ich gut. Es wird schwierig für ihn, aber wenn er es akzeptiert wird's für ihn persönlich leichter dieses Kapitel abzuhacken.
  • Baba 14.03.2014 10:22
    Highlight Highlight Wow, das hätte ich nicht erwartet. Er hat einen Riesensch**** gebaut, aber er stellt sich ohne Wenn und Aber den Konsequenzen. Damit wird er glaubwürdig, dass er den ganzen Schlamassel wirklich bereut. Herr Hoeness, Sie haben mich heute positiv überrascht!
    • Squalli 14.03.2014 11:32
      Highlight Highlight Alles andere wäre noch "falscher" gewesen... Immerhin steht er dazu.
    • CG aus G :-) 14.03.2014 11:45
      Highlight Highlight Scheisse gebaut, verurteilt, Verantwortung übernommen!
      Respekt.

      Ich finde es super, dass Herr Hoeness den Anstand hat die Strafe ohne Wenn und Aber zu akzepieren
      Manch anderer hätte alle juristischen Möglichkeiten bis zum Exzess ausgeschöpft und damit seine Unbelehrbarkeit bewiesen, Beispiel Berlusconi.

Steueraffäre

Zeuge soll angeblich Hoeness entlasten

Im Prozess gegen Uli Hoeness soll es einen bislang unbekannten Zeugen geben. Laut «Bild am Sonntag» handelt es sich dabei um einen Stuttgarter Finanzbeamten. Dieser soll im Kontakt zu einem Reporter gestanden haben, der Fragen zu einem Schweizer Konto stellte.

Uli Hoeness dürfte es schwergefallen sein, den 6:1-Triumph seines FC Bayern in Wolfsburg zu geniessen. Denn ab Montag steht er in München wegen Steuerhinterziehung vor Gericht. Dann geht es um die Frage, ob seine Selbstanzeige aus dem Januar 2013 ihn vor einer Strafe schützen oder diese zumindest mildern kann.

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