Unvergessen
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FILE - In this Feb. 11, 1990, file photo, James Douglas follows with a left, dropping Mike Tyson to the canvas in the 10th round of scheduled 12-round heavyweight champion bout at the Tokyo Dome in Tokyo. Tyson, the youngest heavyweight champion in boxing history, comes into the bout 37-0 with 33 knockouts, while the unknown Douglas is 29-4-1 with 19 KOs. (AP Photo/Tsugufumi Matsumoto, File)

Der Moment der Entscheidung: Douglas schickt Tyson auf die Bretter. Bild: AP NY

Unvergessen

Gegen 42:1-Aussenseiter James Douglas geht Mike Tyson im 38. Kampf erstmals k.o.

11. Februar 1990: Niemand glaubt daran, dass James «Buster» Douglas den ungeschlagenen Schwergewichts-Weltmeister Mike Tyson besiegen kann. Doch er schafft das Unmögliche, schickt «Iron-Mike» auf die Bretter und holt sich den Gürtel.



37 Kämpfe, 37 Siege, 33 durch Knockout. Die Kampfbilanz von Mike Tyson ist im Februar 1990 makellos und furchteinflössend, als er in Tokio auf James Douglas trifft. Im «Tokio Dome» sitzt auch Evander Holyfield als Zuschauer am Ring. Allgemein wird erwartet, dass Tyson nach seinem «Aufwärmsieg» gegen Douglas anschliessend gegen den unbesiegten Holyfield um die Schwergewichts-Krone kämpfen wird.

Doch es kommt alles ganz anders. Für «Iron-Mike» sollte der Fight gegen «Buster» Douglas zum Anfang seines Niedergangs werden. Denn er endet mit einer der grössten Sensationen der Sportgeschichte: Mit dem Sieg des 42:1-Aussenseiters.

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Die Vorstellung der beiden Fighter. Video: streamable

«Schau ihm nicht einfach zu!»

Douglas hatte schon drei Jahre vorher um den WM-Titel geboxt, damals aber gegen Tony Tucker verloren. Dank sechs Siegen erhält er nun noch einmal die Chance, Weltmeister zu werden. Aber Douglas geht angezählt in den Ring. Einerseits, weil ihn die Grippe erwischt hat. Andererseits trauert er um seine Mutter, die nur drei Wochen vor dem Kampf gegen Tyson verstorben ist.

Aber es gelingt dem 29-Jährigen, all dies auszublenden. Er geht mutig in den Kampf, wirkt unerschrocken und angriffig. «Schau ihm nicht einfach nur zu, du musst arbeiten!», ruft Tysons Betreuer Jay Bright seinem Schützling aus der Ecke zu. Aber Tyson hat einen schlechten Tag erwischt.

Zwar landet er nun ein paar zünftige Treffer. Doch Douglas behält die Oberhand – und Tyson schwillt das linke Auge zu. Er büsst für eine Nachlässigkeit seiner Betreuer. Wohl aus Überheblichkeit haben sie weder Eis noch kühlendes Metall dabei.

FILE - In this Feb. 11, 1990, file photo, World Heavyweight Champion Mike Tyson drives challenger James Douglas against the ropes during the first round in Tokyo. Wednesday, Feb. 11, 2015, marks the 25th anniversary of one of the most startling upsets in sports _ Buster Douglas' knockout of the seemingly invincible Mike Tyson in Tokyo. AP Photo/Sadayuki Mikami, File)

Das Böse in Person: Tyson (rechts) bearbeitet Douglas. Bild: AP NY

Douglas geht auf die Bretter …

Aber auch wenn Tysons Sicht eingeschränkt ist, so ist er immer noch der unbesiegte Champion. Kurz vor dem Ende der achten Runde landet er einen rechten Uppercut und schickt Douglas damit zu Boden.

Der Ringrichter zählt Douglas aus … aber nach neun Sekunden steht der Aussenseiter wieder auf den Beinen. Der Kampf geht weiter.

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Nun leckt Tyson Blut. Er spürt, dass er Douglas doch schlagen kann. Aber dieser wehrt sich weiterhin zäh, er scheint den Niederschlag wegstecken zu können. Der Fight wiegt nun hin und her.

… und dann erwischt es Tyson

In der zehnten Runde fällt Tyson – und damit die Entscheidung. Nach einer Serie von Treffern geht Mike Tyson im 38. Kampf seiner Karriere erstmals überhaupt zu Boden.

Er versucht noch, seinen Zahnschutz wieder in den Mund zu schieben und aufzustehen. Aber Ringrichter Octavio Meyran hat ihn bereits ausgezählt. Der Champion ist geschlagen.

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Video: streamable

Im Sieger-Interview bricht James Douglas in Tränen aus. «Nur wegen meiner Mutter» habe er das Unmögliche möglich gemacht und Mike Tyson schlagen können, bricht es aus ihm heraus.

James

Stolz präsentiert Douglas bei der Rückkehr in die USA seinen Weltmeister-Gürtel. Bild: AP NY

Don King reklamiert

Doch Douglas hat die Rechnung ohne den Wirt gemacht, der in diesem Fall Don King heisst. Die wahrscheinlich schillerndste Figur der Box-Geschichte ist Tysons Manager. King protestiert, dass der Ringrichter zu spät mit Zählen begonnen habe, als Douglas auf dem Boden war.

Nach einigem Hin und Her weisen die Verbände die Beschwerde Kings jedoch ab. James «Buster» Douglas ist nun endgültig Schwergewichts-Weltmeister.

FILE--Boxer Mike Tyson is held high by promoter Don King after knocking out Tervor Berbick to become the youngest heavyweight champion in this Nov. 22, 1986 file photo in Las Vegas. William Eaddy, 33, a hall monitor at an Albany,  N.Y., elementary school, was arrested late Tuesday, April 4, 2000, and charged with second-degree criminal possession of stolen property, a felony, police said in connection with trying to sell Tyson's1986 WBC and WBA heavyweight championship belts on the internet.  Police say Tyson reported the belts were stolen from a Las Vegas storage locker.(AP Photo/Douglas C. Pizac)

Eine Aufnahme aus glücklicheren Tagen: «Stromfrisur» King und sein Schützling Tyson feiern. Bild: AP

Bis(s) zum bitteren Ende

Pläne für einen Rückkampf werden nicht in die Tat umgesetzt. Stattdessen versucht Douglas, seinen Titel gegen Evander Holyfield zu verteidigen. Er scheitert: Douglas geht in der dritten Runde K.o. und tritt zurück. Sechs Jahre später gibt er ein Comeback, gewinnt dabei acht seiner neun Kämpfe.

Mit Tyson geht es nach der sensationellen Niederlage bergab. Ein Jahr später wird er wegen der Vergewaltigung einer Schönheitskönigin verurteilt, er muss vier Jahre hinter Gitter. Wieder draussen schnappt er sich rasch wieder die Gürtel der Verbände WBA und WBC. Er verliert sie gegen Evander Holyfield und wird nie wieder Weltmeister. Dafür sorgt Mike Tyson im Rückkampf für einen unvergessenen Moment, als er ein Stück von Holyfields Ohr abbeisst und disqualifiziert wird.

Der legendäre Kampf zwischen Mike Tyson und Evander Holyfield

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob hervorragende Leistung, bewegendes Drama oder witzige Anekdote – alles ist dabei.
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    Alle Leser-Kommentare
  • bcZcity 11.02.2019 08:55
    Highlight Highlight Tyson ist das beste Beispiel darin, dass man mit den falschen Leuten im Hintergrund, an die Wand gefahren wird. Er hätte seinen Status ausbauen können, er hätte über lange Zeit der beste Boxer aller Zeiten sein können. Doch seine Naivität wurde schamlos ausgenutzt. Er trainierte nicht mehr richtig, seine Betreuer waren unfähig, Don King nur hinter dem schnellen Geld her.

    Man vergisst immer dass bei allem Mythos, auch andere gut boxen können. Und Tyson musste dies schmerzlich erfahren. Er kam nie mehr auf das Niveau welches ihn so gefährlich gemacht hat. Auch Talent braucht Training!
    • greeZH 11.02.2019 09:43
      Highlight Highlight Stimmt schon so. Aber bei allem Talent hat sein Mythos doch viel mit Hype zu tun. Er hat nie wirklich einen Boxer von Format geschlagen, einen alten Holmes mal ausgenommen. Nie ist ihm ein KO nach der 7. Runde gelungen, was zeigt dass Tyson schlagbar war wenn der Gegner mal die ersten paar Runden überstanden hat.

      Auch wenn viele sagen dass Tyson bei seinen Kämpfen gegen Holyfield und Lewis über dem Zenit war, so wurde er doch klar dominiert. So bleibt er meiner Meinung nach nach Lewis, Holyfield und auch Riddick Bowe nur Nr. 4 in seiner Ära.
    • Myk38 11.02.2019 09:45
      Highlight Highlight Tyson war der beste aller Zeiten, da es in seiner Natur lag. Don King hat ihn zerstört.
    • bcZcity 11.02.2019 12:57
      Highlight Highlight @greenZH

      Ich würde ja gerne mal einen Kampf von Tyson vs Lewis/Holyfield sehen, wo alle in der Form ihres Lebens sind. Danach könnte man darüber sprechen.

      Fakt ist dass Tyson zwar klein, aber zu Beginn seiner Karriere sehr schnell, beweglich und intelligent für seine Gewichtsklasse. Dazu hatte er durchaus Nehmer Qualitäten, eine gute Kondition und natürlich einen harten Punch.

      Nur hat er sich nach dem Tod seiner Trainers eher zurück entwickelt, Don King's Team gab ihm den Rest. Am Ende war er nur noch ein Schläger.

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  • tolgito 11.02.2019 02:35
    Highlight Highlight Unvergessen... Live miterlebt

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Er esse alles gerne – «ausser Chinesisch», erklärt der 26-jährige Werner Günthör vor seinem Abflug an die Leichtathletik-WM 1987 in Rom. Wer dem Kugelstoss-Giganten einmal persönlich gegenüberstand, mag diesen Worten gerne Glauben schenken. Zwei Meter gross, 127 Kilogramm Körpergewicht, Schuhgrösse 46 – es sind alles nur Zahlen, die seine imposante Erscheinung nicht einmal ansatzweise erfassen können.

Und dann sind da die blonden Strähnchen, die irgendwie gar nicht ins Bild passen wollen, …

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