USA
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White House press secretary Josh Earnest speaks during the daily news briefing at the White House in Washington, Tuesday, June 2, 2015. Earnest discussed the NSA phone collection bill, US-led coalition's IS group strategy, and Bruce Jenner's transition to Caitlyn Jenner, and other topics. (AP Photo/Carolyn Kaster)

Josh Earnest, einer der Presse-Verantwortlichen des Weissen Hauses, informiert über die Reformen. Bild: Carolyn Kaster/AP/KEYSTONE

US-Kongress ringt sich durch und stimmt für Reform des Spionagegesetztes: NSA darf weiter Bürger überwachen, bekommt aber Auflagen 



Mehr als zwei Jahre nach den Enthüllungen des Whistleblowers Edward Snowden hat der US-Kongress eine Reform des Spionagegesetzes für den Geheimdienst NSA verabschiedet. Der Senat stimmte am Dienstag mit 67 zu 32 Stimmen für ein entsprechendes Vorhaben.

Präsident Barack Obama hatte bereits angekündigt, das Gesetz zu unterzeichnen, sobald es seinen Schreibtisch erreicht. «Ich bin froh, dass der Senat endlich den USA Freedom Act verabschiedet hat», erklärte Obama. Das Gesetz schütze die Bürgerrechte und die nationale Sicherheit.

President Barack Obama applauds in the East Room of the White House in Washington, Tuesday, June 2, 2015, after presenting the Medal of Honor posthumously to Army Sgt. William Shemin and Army Pvt. Henry Johnson during a ceremony. (AP Photo/Susan Walsh)

Ein erleichterter Barack Obama. Bild: Susan Walsh/AP/KEYSTONE

Das als USA Freedom Act bekannte Gesetz erlaubt der National Security Agency auch weiterhin, die Festnetz- und Handyanschlüsse von US-Bürgern zu überwachen. Nach einer Übergangsfrist von sechs Monaten sollen die Daten nicht mehr bei der NSA selbst, sondern bei den Telefongesellschaften gespeichert werden.

Um auf bestimmte Datensätze zugreifen zu können, muss sich die NSA dann für jeden begründeten Einzelfall einen Beschluss des Spezialgerichts Foreign Intelligence Surveillance Court besorgen. Die NSA muss ihre Arbeit zudem transparenter gestalten. Die Spionage im Ausland ist von der Reform nicht betroffen.

«Bemühungen, unsere Anti-Terror-Werkzeuge zu zerlegen, sind nicht nur unflexibel, sondern auch zeitlich äusserst unpassend», sagte der republikanische Mehrheitsführer Mitch McConnell. Er warnte angesichts bestehender Terror-Gefahren davor, die Arbeit der NSA einzuschränken. Das Abgeordnetenhaus hatte vor knapp drei Wochen mit einer breiten Mehrheit von 338 zu 88 Stimmen für die Reform gestimmt. Der Freedom Act wurde bereits seit Anfang 2014 im Kongress diskutiert.

Senate Majority Leader Mitch McConnell of Ky. arrives for a Senate policy luncheon on Capitol Hill in Washington, Tuesday, June 2, 2015, as legislation to end the National Security Agency's collection of Americans' calling records while preserving other surveillance authorities is expected to clear the Senate late Tuesday. But House leaders have warned their Senate counterparts not to proceed with planned changes to a House version. (AP Photo/Andrew Harnik)

Mitch McConnell sorgt sich um die Sicherheit der USA. Bild: Andrew Harnik/AP/KEYSTONE

Gesetz blockiert 

Die US-Bürgerrechtsorganisation American Civil Liberties Union (ACLU) begrüsste die Verabschiedung. Die Annahme der Reform sei «ein Zeichen dafür, dass die Amerikaner nicht länger gewillt sind, den Geheimdiensten einen Blankoscheck auszustellen», erklärte ACLU-Sprecher Jameel Jaffer. Allerdings sei das Gesetz von einer «umfassenden» Reform noch weit entfernt und spare viele Überwachungsprogramme der Regierung aus.

Der Patriot Act war in den vergangenen Jahren immer wieder verlängert worden. Nach den Enthüllungen des früheren US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden über die NSA-Spähprogramme hatte Obama eine Reform versprochen, das Gesetz steckte aber lange im Kongress fest.

In der Nacht zum Montag waren zentrale Bestimmungen des Patriot Act ausgelaufen, weil der Senat wegen einer Blockade des republikanischen Senators und Präsidentschaftsbewerbers Rand Paul das neue Gesetz nicht rechtzeitig verabschiedete. Die US-Geheimdienste mussten die Telefondatensammlung im Inland daraufhin vorübergehend einstellen. Die Befugnis zum massenhaften Sammeln von Daten hatte die NSA nach den verheerenden Terroranschlägen vom 11. September 2001 erhalten.

epa04668200 US whistleblower Edward Snowden speaks during a live broadcast at the CeBIT in Hanover, Germany, 18 March 2015. The world's biggest computer fair CeBIT runs until 20 March 2015. National Security Agency (NSA) whistleblower Edward Snowden, a computer specialist, leaked classified information from the (NSA) to the media.  EPA/OLE SPATA

Edward Snowden brachte im Jahr 2013 den Stein ins Rollen. Bild: EPA/DPA

«Sehr schwere Straftaten»

Spionage-Befürworter McConnell versuchte am Dienstag vergeblich, die durch das Reformgesetz vorgesehenen Einschränkungen der Spähtätigkeit so klein wie möglich zu halten. Das Weisse Haus hatte zuvor erneut darauf gedrängt, die Reform zu verabschieden. Die «Spielereien» müssten ein Ende haben, sagte Regierungssprecher Josh Earnest am Dienstag.

Der nach Russland geflüchtete Computerspezialist Edward Snowden hatte die Spionagepraxis der NSA im Sommer 2013 öffentlich gemacht. Ihm droht in den USA weiterhin ein Prozess wegen Geheimnisverrats. «Fakt ist, dass Herr Snowden sehr schwere Straftaten begangen hat», hatte Earnest am Montag betont. Er müsse vor Gericht gestellt und für seine Taten zur Rechenschaft gezogen werden.

Snowden sprach kurz vor der Verabschiedung im Senat von einem «historischen» Gesetz. Allerdings beklagte auch er, dass der USA Freedom Act die Massenüberwachung durch die NSA noch nicht ausreichend einschränke. Der Ex-Geheimdienstmitarbeiter äusserte sich bei einer Veranstaltung der Menschenrechtsorganisation Amnesty International in London, wo er per Video aus seinem russischen Exil zugeschaltet war. (feb/sda/dpa/afp)

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Mann schiesst auf Barbesucher in den USA – vier Tote

In der Stadt Kansas City im Mittleren Westen der USA hat ein Mann in einer Bar am Sonntagmorgen um sich geschossen und dabei vier Menschen getötet. Fünf weitere seien verletzt worden, teilte die örtliche Polizei mit.

Nach Angaben von US-Medien hatte der Mann die Bar in der Stadt im Bundesstaat Kansas betreten und daraufhin das Feuer eröffnet. Der Schütze sei noch nicht gefasst, berichtete der Sender CNN unter Berufung auf die Polizei. Details zum Täter und einem Motiv waren noch unklar. (sda/dpa)

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