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Am 15. August 2014 wird ein deutsches Flugzeug mit Hilfsgütern für den Irak beladen.
Am 15. August 2014 wird ein deutsches Flugzeug mit Hilfsgütern für den Irak beladen.Bild: EPA/DPA
IS-Vormarsch

Erste deutsche Hilfsgüter im Nordirak angekommen – USA fliegen weitere Luftangriffe auf Islamisten

16.08.2014, 06:4116.08.2014, 10:32

Ein Transportflugzeug der deutschen Bundeswehr hat die ersten deutschen Hilfsgüter in den Nordirak geflogen. Die Maschine landete am Samstagmorgen um 02.14 Uhr mitteleuropäischer Zeit auf dem Flughafen in Erbil im nordirakischen Kurdengebiet.

Das deutsche Flugzeug soll nach dem Entladen der 6,6 Tonnen Hilfsgüter wie etwa Lebensmittel umgehend wieder starten. Weitere Hilfsflüge der Bundeswehr vom türkischen Incirlik aus soll es voraussichtlich am Samstagabend geben.

Insgesamt transportieren fünf Transall-Maschinen Hilfsgüter für die in Not geratenen Menschen im Nordirak. Nach Erbil hatten sich Zehntausende Jesiden, Christen und andere Vertriebene gerettet, die vor der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) geflüchtet waren.

Der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier am Freitag in Brüssel.
Der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier am Freitag in Brüssel.Bild: AFP

Ob sich Deutschland an Waffenlieferungen beteiligen wird, blieb derweil unklar. Beim Kampf gegen die Terrormiliz sei eine enge Abstimmung mit der irakischen Führung nötig, sagte der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier in Brüssel. «Wir werden uns zunächst mal anhören, was dort erwartet wird von den Europäern und auch von Deutschland.»

Frankreich hat sich als einziges EU-Land bereits für Waffenlieferungen entschieden. London stellt Transportkapazitäten bereit. Tschechien könnte bereits Ende August erste Handfeuerwaffen oder Munition an die Kurden im Nordirak liefern, sagte ein Sprecher des Aussenministeriums in Prag.

Wieder US-Luftangriffe auf Islamisten im Irak

Derweil haben die USA erneut Luftangriffe auf Islamisten im Irak geflogen. Eine Drohne habe in der Nacht auf Samstag zwei Fahrzeuge der Extremistengruppe Islamischer Staat (IS) zerstört, teilte das US-Militär mit. Der Angriff folgte auf Berichte über ein Massaker an Jesiden. Der Einsatz habe sich in der Nähe einer Ortschaft im Norden des Landes ereignet, in der die radikalen IS-Kämpfer laut kurdischen Angaben Zivilisten getötet hatten. 

Vertreter der halbautonomen Kurdenregion hatten berichtet, dass die Islamisten am Freitag in einem Dorf etwa 80 Jesiden umgebracht hätten. Die Angehörigen der religiösen Minderheit hätten sich geweigert, zum Islam überzutreten. Laut Augenzeugen sollen die Männer erschossen und die Frauen und Kinder verschleppt worden sein. 

Es war zunächst unklar, ob der US-Luftangriff in Zusammenhang mit dem Massaker stand. US-Präsident Barack Obama hatte vor einer Woche die Luftschläge autorisiert, um den Vormarsch der Islamisten zu stoppen und einen Völkermord an den Jesiden zu verhindern. 

Die salafistischen Islamisten bezeichnen die Jesiden als Teufelsanbeter und bedrohen sie mit dem Tode. Der IS gilt als radikaler als Al-Kaida und hat in den eroberten Gebieten in Syrien und im Irak einen Gottesstaat ausgerufen. Immer wieder wird von Gräueltaten berichtet. (viw/sda/dpa/reu)

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