Nach dem Vormarsch der Dschihadisten im Norden Iraks will das Militär in der Umgebung von Samarra zu einem Gegenschlag ausholen. Das kündigte ein Armeeoberst am Samstag an. Verstärkung von Seiten der Polizei und der Armee sei bereits am Freitag in der Stadt 110 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bagdad eingetroffen.
Nuri al-Maliki hat in einer Fernsehansprache an die irakische Bevölkerung appelliert, im Kampf gegen die Terrorgruppe ISIS zusammenzustehen. «Wir sind die Kinder einer Religion», sagte al-Maliki am Samstag im Staatsfernsehen. Für eine Spaltung in Sunniten und Schiiten gebe es keinen Platz, sagte al-Maliki. Er versprach, die sunnitischen Extremisten von ISIS zurückzuschlagen. «Wir sind die Tapferen.»
Al-Maliki hielt die Rede in der Stadt Samarra, rund 130 Kilometer nördlich von Bagdad. Samarra war Mitte der Woche von ISIS-Kämpfern eingenommen worden – wurde aber am Freitag von der irakischen Armee befreit.
Die irakischen Truppen waren zunächst vom raschen Vordringen von ISIS überrascht worden. Viele Soldaten flohen vor den Dschihadisten. Al-Maliki forderte nun die Iraker auf, vereint gegen die Angreifer vorzugehen. «Der Staat steht hinter euch, das Kabinett, die Gelehrten und die Stämme», sagte der Regierungschef. Die ganze Welt vertraue auf «unseren Kampf gegen ISIS».
Die Kämpfer der Gruppe Islamischer Staat im Irak und in Syrien (ISIS) näherten sich am Freitag in einem Umkreis von weniger als 100 Kilometern Bagdad aus den Provinzen Al-Anbar im Westen, Salaheddine im Norden und Dijala im Osten. (whr/egg/sda)