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«Wir sind dort angekommen, wo ich hoffte, nie anzukommen» – zwei User, die die besten Worte zu einem Bild fanden, das wir nicht zeigen wollten



Es ist schwierig, dieser Tage Worte zu finden. Und doch hilft der Austausch oder das schlichte Niederschreiben der eigenen Gedanken beim Verarbeiten des «Erlebten».

Ich freue mich sehr, dass es bei watson in den Kommentaren oft sehr konstruktiv und freundlich zu und her geht. Nicht selten finden die User die besseren Worte, als ich sie aneinander reihen könnte. Zum Beispiel diese zwei:

«Verdammt noch mal! Braucht es diese Bilder des 3-jährigen, ertrunkenen Kindes, damit wir uns bewusst werden, was mit Flüchtlingen wirklich abläuft. Boat people, Menschenhändler, «Fluchthelfer» die skrupellos und gierig die Flüchtlinge bis zum letzten Cent «ausnehmen». Eltern, die Kleinkinder bei sich haben, sind bereit, jede Summe zu bezahlen.
Aber: Das wussten wir doch schon längst – oder etwa nicht. Erst die Bilder des ertrunkenen Kindes brauchte es, um das Blut in den Adern stocken zu lassen! Für einen Moment – dann gehen wir zur Tagesordnung zurück! Wo sind wir angekommen?»

Rodolfo

Und als Antwort darauf:

Wir sind leider dort angekommen, wo gewisse Politker mit zynischen Sprüchen über genau dieses Drama im Mittelmeer geschmacklose Witze machen. Wir sind dort angekommen, wo wir in Zukunft wohl bei jedem Strandurlaub damit rechnen müssen, dass eine Leiche angespült wird und wir mit dem Versagen unserer Politik und unserer angeblichen Menschlichkeit konfrontiert werden.
Wir sind dort angekommen, wo ich hoffte, nie anzukommen.

Tatwort

Das klingt zwar arg emotional, aber ich bin überzeugt, dass Bilder, wie die des toten Flüchtlingjungen, bei sensiblen Menschen sehr wohl negative Spuren hinterlassen können. Da ist es dann nicht das gewünschte «Aufrütteln», sondern es könnte eine lähmende Apathie oder gar Depression auslösen. 

Deshalb ist es auch wichtig, dass wir uns austauschen, um herauszufinden, wie solche «starke Bilder» (um es mal so zu formulieren) auf jemand Anderen wirken können. Wer solche Aufnahmen verbreitet, sollte es im Wissen tun, dass nicht alle gleich reagieren, wie man es selber tut.

Hier auf der Redaktion waren wir extrem unsicher, ob wir das Bild des angeschwemmten toten Jungen zeigen sollten oder nicht. Einerseits soll man User nicht ohne Vorwarnung mit Bildern schockieren. Andererseits drückt kein Bild die Misere und die Debatte um angebliche Wirtschaftsflüchtlinge so gut aus, wie die angespülte Leiche eines unschuldigen Kindes. Das Bild könnte zur Ikone des gesamten Konflikts werden. Ein Argument war auch, dass sowieso inzwischen alles in den sozialen Medien gezeigt wird und alte Regeln nicht mehr gelten. Wir entschieden uns letztlich dagegen, da der Schrecken des Konflikts wohl jedem halbsensiblen Mitmenschen auch unabhängig von diesem Bild klar ist.

Ich verstehe, wenn für dich das Thema durch ist und wenn du es satt hast, dir dazu noch weiter den Kopf zu zerbrechen. Klicke weiter. Es ist voll okay.

Wenn du jedoch magst, dann schreibe in die Kommentare, was das Bild bei dir ausgelöst hat oder nachwirken lässt.

Oder teile uns deine Meinung mit, ob du es richtig findest, dass watson das Bild nur als Illustration gezeigt hat. 

Kinder auf der Flucht

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