Glibber-Invasion: Tausende Quallen im Hafen von Triest
Gut, der Hafen von Triest ist auch zu quallenfreien Zeiten kein Badeort. Aktuell dürfte es aber noch weniger verlockend sein als sonst, sich dort abzukühlen. Denn die Schiffe und Boote teilen sich das Wasser mit einem riesigen Quallenteppich. Dieses saisonale, massenhafte Auftreten der Tiere hat einen Namen: die Quallenblüte. Wie das Spektakel aussieht, siehst du im Video.
Ideale Bedingungen für Quallen
Gemäss heutigem Wissensstand begünstigen sowohl Klimaveränderungen als auch Umweltverschmutzung deren Vorkommen.
Bevor die Lungenquallen das Medusen-Stadium erreichen, in dem man sie kennt, wenn sie durch die Meere schweben, durchlaufen sie den Lebenszyklus als Polyp. Zu diesem wird eine befruchtete Larve, die auf den Meeresgrund sinkt. Sobald die Umweltbedingungen stimmen, schnürt der Polyp kleine Quallen ab, die dann als Medusen aufsteigen. Forschende vermuten, dass bei steigenden Meerestemperaturen mehr Polypen überleben und dann anschliessend Medusen bilden können.
Ein weiterer Faktor ist die Umweltverschmutzung durch Überdüngung. Besonders in Küstenbereichen gelangen Düngemittel durch Landwirtschaft und Abwasser ins Meer, was dazu führt, dass mehr Algen blühen. Werden diese dann von Bakterien zersetzt, nimmt im Prozess der Sauerstoffgehalt des Wassers ab. Das ist für viele Arten wie Fische ein Problem – für die Quallen jedoch nicht, was ihnen einen Vorteil unter schwierigen Umweltbedingungen verschafft.
Schliesslich spielt ihnen die Fischerei zusätzlich in die Karten, da sie umso weniger Fressfeinde haben, je mehr gefischt wird.
Strände, die regelmässig von grossen Quallen-Ansammlungen heimgesucht werden, verlieren an Attraktivität für den Tourismus. Auch Fischer klagen über den Einfluss grosser Quallen-Ansammlungen auf das Ökosystem: Einige Arten machen den Fischen die Nahrung streitig oder können gemäss einigen Berichten sogar die Netze verstopfen.
Keine Gefahr für Menschen
Von der Lungenqualle, die mit einer Schirmgrösse von 60 bis 90 Zentimetern zu den grössten Quallen im Mittelmeer gehört, geht für den Menschen keine Gefahr aus. Nur in Ausnahmefällen kann es gemäss Experten beim Kontakt mit ihren Nesselzellen zu Unwohlsein kommen.
Im Beispiel von Triest scheint der Quallenteppich aber keinen negativen Einfluss auf den Tourismus zu haben: Gemäss Angaben lokaler Zeitungen beobachteten Touristen und Anwohnende das Spektakel mit Faszination. So sieht das aus:
(hde)
