Videos
Video

So sieht die «Schabbat-Zone» in Zürich aus

Video: ch media/Tele Züri

So sieht die neue «Schabbat-Zone» aus

Cédric Bollag ist Initiator des «Eruv» in Zürich, einer Art Zaun um die Stadt, die orthodox jüdischen Menschen mehr Freiheit gibt. Im Video zeigt er, wie der unscheinbare Zaun aussieht.
16.01.2026, 20:1716.01.2026, 21:38

Er umzäunt rund 80 Prozent des Wohngebiets der in Zürich wohnhaften orthodox jüdischen Menschen: der neue Eruv. Initiator Cédric Bollag verrät, dass schon seit zwei Jahren an der Installation gebaut wurde. Pfosten wurden angebracht und Nylonschnüre gespannt, die sich im Gewirr der Zürcher Oberleitungen verlieren.

«95 Prozent des Eruv bestehen aus bestehenden Strukturen», sagt Bollag. Das bedeutet, dass der meist unsichtbare Zaun entlang von Mauern, Zäunen und Leitungen besteht, die sich sowieso durch die Stadt winden. Dort wo es Lücken gibt, haben Freiwillige schlichte Pfosten angebracht oder eben Nylonschnüre aufgespannt.

Da es Bauten auf öffentlichem Grund sind, war natürlich auch die Stadt involviert. Bollag spricht positiv von der Zusammenarbeit. Eine erste Machbarkeitsstudie haben Bollag und die weiteren Initianten bereits vor zehn Jahren in Auftrag gegeben, als Bollag und seine Frau zum ersten Mal Eltern geworden sind. Das ist kein Zufall: Mit Kleinkind wurde Bollag klar, wie stark man als orthodox jüdische Person eingeschränkt ist, wenn man sich um ein Kleinkind kümmern muss, das noch nicht selbst gehen kann.

Am Schabbat, also zwischen Freitag- und Samstagabend ist es gemäss der Tora nämlich nicht erlaubt, körperliche Arbeiten ausserhalb der eigenen vier Wände zu verrichten. Dazu gehört auch das Tragen von Kindern, Kinderwagen oder das Schieben von Rollstühlen. Auch Personen, die auf einen Rollator angewiesen sind, waren in dieser Zeit ans Haus gebunden. Der Eruv macht die Zone darin zur «Erweiterung des Zuhauses», und ermöglicht es den Gläubigen, auch mit Kleinkindern und gebrechlichen Menschen aus dem Haus zu gehen.

Die zusätzlich gebauten Strukturen, die den Eruv vervollständigt haben, werden gemäss Bollag jeden Donnerstag überprüft. Nur wenn sie intakt sind, greift der Eruv.

Gemäss Cédrig Bollag seien die Synagogen seither samstags viel besser besucht, im Eingangsbereich stünden Kinderwagen und Rollatoren. Der Eruv in Zürich ist der erste in der Schweiz. (hde)

Video: ch media/Tele Züri
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Zürich in 10 Biografien
1 / 52
Zürich in 10 Biografien

Johanna Spyri (1827–1901), geborene Heusser, wuchs im Dorf Hirzel über dem Zürichsee auf. Mit vierzehn Jahren kam sie zum ersten Mal nach Zürich, um gute Manieren zu lernen. 1852 heiratete sie den Juristen Bernhard Spyri, der später Stadtschreiber wurde.

quelle: wikimedia
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Tausende Bauarbeiter streiken in Zürich: «Es muss sich endlich etwas ändern»
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
35 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
FaktenImFondue
16.01.2026 20:34registriert Oktober 2025
Sie sind nicht eingeschränkt, sie schränken sich höchstens selber ein. Eigentlich so wie alle die sich an eine alte, längst überholte Sichtweise halten.
10314
Melden
Zum Kommentar
avatar
Bananensalat
16.01.2026 21:23registriert Dezember 2016
-Unser bronzezeitliches Buch verbietet uns, einen Kinderwagen ausserhalb des Hauses zu schieben, sagst du?
-Ja, so steht es geschrieben.
-Das ist unrealistisch. Sollten wir nicht die Regeln, wie sie im Buch des Lebens stehen, hinterfragen und an unsere Lebensumstände anpassen?
-Lass uns lieber "zuhause" neu definieren. Wie wär's mit einem Nylonfaden?
856
Melden
Zum Kommentar
avatar
MadPad
16.01.2026 21:02registriert Mai 2016
Diese Probleme muss man haben. 🤦‍♂️ 1.5 Millionen für einen Nylon Zaun damit man sein Baby draussen tragen kann. Merkt ihr selber oder?
7211
Melden
Zum Kommentar
35
«Ihr seid alle so krass»: Sabeth hat Cheerleading in Zürich ausprobiert
Dass Frauen, die Cheerleading machen, mehr als Pompon-Girls sind, hat Sabeth diese Woche auf die harte Tour gelernt.
Cheerleading ist halb-nackte Frauen, die vor dem Football-Match der Männer eine Show abziehen. Dieses Bild haben viele Menschen, wenn sie vom US-Sport hören. Dass dies aber alles andere als der Wahrheit entspricht, hat Sabeth diese Woche beim Training mit den «Fire Allstars» in Zürich hautnah miterlebt.
Zur Story