Videos
Video

Trump prophezeite, Obama würde Iran angreifen – jetzt macht er es selbst

Video: watson/lucas zollinger

Trump tut im Iran genau das, wovor er früher bei Obama gewarnt hat

Noch vor 15 Jahren warnte Trump, dass Obama einen Krieg im Iran beginnen würde. Jetzt hat er genau das selbst getan.
02.03.2026, 19:3202.03.2026, 20:12

US-Präsident Donald Trump und seine Regierung haben verfügt, dass die USA in Zusammenarbeit mit Israel in den frühen Morgenstunden des 28. Februar den Iran angreifen. Damit haben sie im Nahen Osten einen neuen Krieg losgetreten, denn das Land hat umgehend mit Angriffen auf mehrere Nachbarstaaten begonnen, die bis jetzt andauern.

Brisant dabei ist: Trump und seine Regierung hatten bis vor Kurzem eine sehr klare Meinung zu militärischen US-Interventionen im Ausland – und besonders im Iran.

Donald Trump hat während seines Wahlkampfs immer wieder betont, er wolle – im Gegensatz zu seiner Konkurrentin Kamala Harris – ein Präsident des Friedens sein. Das haben damals auch seine Unterstützerinnen und Unterstützer immer wieder wiederholt. So schrieb etwa Stephen Miller, mittlerweile stellvertretender Stabschef im Weissen Haus damals:

An alle, die noch leichtgläubig genug sind, um auf die schmutzigen Medien-Lügen hereinzufallen: Trump sagte, dass kriegstreiberische Neokonservative es lieben, eure Kinder in den Tod zu schicken, für Kriege, die sie selbst niemals führen würden. Liz Cheney ist Kamalas oberste Beraterin. Liz will den gesamten Nahen Osten erobern. Kamala = Dritter Weltkrieg. Trump = Frieden.

Tulsi Gabbard, heute Direktorin der US-Geheimdienste, beteuerte damals ebenfalls:

Eine Stimme für Kamala Harris ist eine Stimme für Dick Cheney und eine Stimme für Krieg, Krieg und noch mehr Krieg. Eine Stimme für Donald Trump ist eine Stimme für die Beendigung von Kriegen, nicht für deren Beginn. Wir stehen an einem historischen Scheideweg. Unsere gottgegebenen Rechte werden angegriffen. Jetzt ist es an der Zeit, dass wir zusammenstehen, aus Liebe zu unserem Land, und dass Donald Trump uns zurück auf den Weg zu Frieden, Freiheit und Wohlstand führt.

Diese Rhetorik kam vor allem auch bei Trumps «Make America Great Again»-Wählerbasis gut an.

Nach seiner Wiederwahl gab sich Trump weiterhin als Friedenspräsident. Im ersten Jahr seiner zweiten Amtszeit fühlte er sich deshalb auch übergangen, als ihm der Friedens-Nobelpreis nicht verliehen wurde, obwohl er laut eigenen Aussagen «acht Kriege beendet» hatte. Daraufhin gründete er kürzlich ein eigenes «Board of Peace».

Jetzt aber scheinen der US-Präsident und seine Regierung mit ihren Handlungen eine 180°-Wendung hingelegt zu haben. Das ist umso erstaunlicher, wenn man alte Aussagen von Donald Trump anschaut. Bereits vor 15 Jahren äusserte er sich zum Iran – und bezichtigte den damaligen US-Präsidenten Obama genau dessen, was er jetzt selbst tut:

Mittlerweile gelöschter VLOG von Trump vom 16. November 2011.Video: youtube/RollCallFactbase

Auch auf der Social-Media-Plattform X (damals noch Twitter) setzte Trump über die Jahre mindestens sieben Posts zum Thema ab. Wir haben sie euch hier chronologisch geordnet und übersetzt.

«Um gewählt zu werden, wird Barack Obama einen Krieg mit dem Iran starten.»
«Barack Obama wird den Iran attackieren, um wiedergewählt zu werden.»
«Ich habe immer gesagt, dass Barack Obama den Iran vor der Wahl auf irgendeine Weise attackieren wird.»
«Jetzt, wo Obamas Umfragewerte im Sturzflug sind, muss man damit rechnen, dass er einen Angriff auf Libyen oder den Iran startet. Er ist verzweifelt.»
«Lasst Obama nicht die Iran-Karte spielen, um einen Krieg zu starten, um gewählt zu werden – seid vorsichtig, Republikaner!»
«Ich prophezeie, dass Präsident Obama irgendwann den Iran angreifen wird, um sein Gesicht zu wahren!»
«Erinnert euch, was ich vorher schon gesagt habe – Obama wird eines Tages den Iran angreifen, um zu zeigen, wie hart er ist.»
«Denkt daran, dass ich vor langer Zeit vorausgesagt habe, dass Präsident Obama den Iran angreifen wird, weil er nicht in der Lage ist, richtig zu verhandeln – er ist nicht geschickt darin!»

Donald Trump behauptete damals, Barack Obama würde den Iran angreifen, um wiedergewählt zu werden, sein Gesicht zu wahren oder zu zeigen, wie hart er sei. Auch in Obamas tiefen Umfragewerten oder seiner Unfähigkeit, zu verhandeln, sah Trump damals Gründe für einen drohenden US-Angriff auf den Iran.

Fakt ist aber, dass Obama den Iran trotz den Prophezeiungen des aktuellen US-Präsidenten nie angegriffen hat – weder mit Bodeninvasionen noch mit Luftschlägen oder anderen militärischen Operationen.

Trump selbst befindet sich hingegen aktuell in genau der Lage, die er damals als Gründe für Obamas vermeintlichen Angriff auf den Iran angegeben hatte. Seine Umfragewerte sind laut CNN auf einem historischen Tiefpunkt. Und es stehen die Midterms, die Zwischenwahlen im November, bevor.

Dabei muss sich Trump zwar nicht selbst einer Wahl stellen – wird er nicht des Amtes enthoben, wird er noch bis 2029 US-Präsident bleiben –, wohl aber seine Unterstützerinnen und Unterstützer im Repräsentantenhaus und Senat. Aktuellen Schätzungen zufolge dürften die Republikaner dabei ihre Mehrheiten verlieren, was den Präsidenten in seiner Macht stark einschränken würde.

Trump und seine Regierung befanden sich bis kurz vor dem Angriff auf den Iran in Verhandlungen mit dem Land. Dies, nachdem die USA auf Trumps Entscheidung hin selbst aus einem existierenden Abkommen zu Nuklearwaffen mit dem Iran ausgetreten waren.

Weitere aktuelle Videos zum Krieg im Nahen Osten:

Diese Karte zeigt eine Übersicht der Angriffe des Kriegs im Iran nach 48 Stunden

Video: watson/Michael Shepherd

Video zeigt, wie US-Kampfjet in Kuwait abstürzt

Video: watson/lucas zollinger

«Freude und Schmerz»: Reaktionen aus dem Iran

Video: watson
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Ein Trio soll Iran vorübergehend führen
1 / 5
Ein Trio soll Iran vorübergehend führen

Irans Präsident Massud Peseschkian

quelle: ap / vahid salemi
Auf Facebook teilenAuf X teilen
USA und Israel greifen Iran an – Das sagt Trump
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
23 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
zap
02.03.2026 20:10registriert September 2019
Warum hat Trump damals Obama vorgeworfen er würde einen Krieg starten um die Wiederwahl zu gewinnen?

Weil es genau das ist was Trump tun würde, bzw nun getan hat!
301
Melden
Zum Kommentar
avatar
Chrisbe
02.03.2026 20:09registriert Oktober 2019
Er bleibt sich treu. Er macht das, was er anderen vorwirft
Und Trump: "Was kümmert mich mein Geschwätz von früher".
Ich hoffe das Eis wird für Donnie noch dünner ...
231
Melden
Zum Kommentar
23
«Sie sagen, diesen Brauch muss man abschaffen» – wir waren am ‹Pschuuri› in Splügen
In Splügen gibt es den Fasnachtsbrauch ‹Pschuuri›, bei dem ledige Frauen und Kinder von Männern durchs Dorf gejagt werden. Was für Aussenstehende brutal aussieht, ist für die Splügner das Highlight des Jahres.
Jeweils am Aschermittwoch verwandelt sich das bündnerische Splügen für ein paar Stunden in ein Dorfspektakel mit Versteckspiel.
Zur Story