Alle Jahre wieder: Stau am Mount Everest
Ab einer Höhe von 2500 Metern können Symptome der Höhenkrankheit auftauchen. Kopfschmerzen, Schwindel, Herzrasen. Im schlimmsten Fall ein Höhenhirnödem, bei dem sich aufgrund langanhaltenden Sauerstoffmangels der Hirndruck erhöht und sich Wasser im Gewebe ansammelt. Es kann tödlich enden.
Jedes Jahr setzen sich hunderte Menschen gar Höhen von über 8000 Metern aus. Sie versuchen, den Mount Everest, den höchsten Berg der Welt, zu erklimmen. Dieses Jahr wurden gemäss Angaben nepalesischer Behörden so viele Klettergenehmigungen wie noch nie erteilt. Dutzende dieser Menschen gerieten in gefährlichen Höhen, kurz vor dem Camp Nummer drei, auf knapp 8300 Metern, in einen Stau.
Das Video eines nepalesischen Bergführers zeigt, wie Dutzende Kletterer in der sogenannten Todeszone warten müssen, bis sie weiter in Richtung Gipfel können:
Für das südasiatische Land ist der Bergsteigertourismus ein lukratives und wirtschaftlich wichtiges Geschäft. Im vergangenen Jahr wurden die Gebühren der Genehmigungen von 11'000 USD auf 15'000 USD für die Besteigung über die Südroute zum Gipfel erhöht. Dieses Jahr vergaben die Behörden auch eine Rekordzahl an Kletterzulassungen, was zum Dichtestress am Berg beitragen dürfte.
Ein weiterer Grund für die Staus ist, dass die Klettersaison des Mount Everest dieses Jahr erst mit erheblicher Verspätung losging. Ein Sérac – ein aufgetürmter Eisblock – hatte die Route beim Khumbu-Eisbruch versperrt. Aufgrund dessen wurde ein Einsturz im ohnehin technisch sehr anspruchsvollen Gletschergebiet befürchtet und die Route noch nicht freigegeben. Normalerweise ist die Strecke ab Mitte April geöffnet.
Wie gefährlich die Everest-Besteigungen sind, belegen die Zahlen. In der diesjährigen Saison haben bereits zwei nepalesische Bergsteiger ihr Leben verloren.
(sda/hde)
