Videos
Video

Trump hat Angst vor drittem Impeachment – und lügt über Briefwahl

Video: watson/Lucas Zollinger

Trump hat Angst vor Impeachment – und lügt über Briefwahl

07.01.2026, 19:0107.01.2026, 21:45

US-Präsident Donald Trump hat bei einer Rede im Repräsentantenhaus in Washington, D.C., am 6. Januar auf die Mitglieder seiner Partei eingeredet. Diese müssten die Midterms im November gewinnen, weil er sonst von den Demokraten angeklagt würde.

Er äusserte ausserdem erneut Kritik an der Briefwahl und verbreitete Missinformation dazu:

Video: watson/Lucas Zollinger

Die sogenannten «Midterm elections», zu Deutsch Halbzeitwahlen, finden jeweils in der Hälfte einer präsidialen Amtszeit, also das nächste Mal im November dieses Jahres, statt. Sollten die Demokraten dann die Mehrheit im Parlament zurückerlangen, so würden sie ihn wegen Amtsvergehen anklagen, befürchtet Trump.

«Sie sind gemein und schlau.»
Donald Trump über die Demokraten.

Die Republikaner hätten nie ein Amtsenthebungs-Verfahren (ein sogenanntes «Impeachment») gegen die Demokraten eröffnet, auch wenn ihnen Joe Biden 100 Gründe geliefert hätte, so Trump weiter. Das sei, weil die Demokraten «gemeiner» seien als die Republikaner.

Es wäre bereits das dritte Impeachment gegen Trump. Während seiner ersten Amtszeit von 2017 bis 2021 wurden bereits zwei solcher Verfahren eingeleitet. Er ist bisher der Einzige, der zwei solche Impeachments hinter sich hat.

Protesters call for the impeachment of President Donald Trump as a threat to democracy, at the Capitol in Washington, Wednesday, July 23, 2025. (AP Photo/J. Scott Applewhite)
Congress Trump
Demonstrantinnen fordern im Juli 2025 die Amtsenthebung Trumps vor dem Kapitol.Bild: keystone

Trump wettert gegen Briefwahl

In derselben Rede äusserte Trump erneut Kritik daran, dass in den USA per Post gewählt werden kann. Dies führe zu massivem Wahlbetrug, so der 79-Jährige. Frühere Vorwürfe dieser Art haben sich nie bestätigt und entsprechende Gerichtsverfahren, die Trump deswegen eingeleitet hatte, wurden verworfen.

Trump ist schon seit Längerem ein Gegner davon, Wahlen per Post abzuhalten. Er will die Möglichkeit noch vor den Midterms abschaffen.

FILE - Todd Gallagher prepares mail in ballot envelopes including an I Voted sticker, July 29, 2020 in Minneapolis. (Glen Stubbe/Star Tribune via AP, File)
Voting Felony Minnesota
Ein US-Wahlcouvert.Bild: keystone

Der US-Präsident behauptete ausserdem, dass die USA das einzige Land sei, das «dumm genug» sei, eine solche Briefwahl überhaupt zuzulassen. Dabei handelt es sich um eine Falschinformation.

«Wir sind das einzige Land, das Wahlen per Post abhält. Das wissen Sie, richtig?»
Donald Trump zu den Repräsentantinnen und Repräsentanten.

Tatsächlich erlauben viele Länder ihren Stimmberechtigten, per Post abzustimmen oder zu wählen – unter anderem auch die Schweiz. Andere Beispiele sind Deutschland, Liechtenstein, Österreich, Luxemburg, die Niederlande, Grossbritannien, Island, Kanada, Australien, Neuseeland und Südkorea.

Eine Reihe weiterer Staaten erlaubt das Abstimmen oder Wählen per Post, solange gewisse Voraussetzungen erfüllt sind, etwa, wenn sich Stimmberechtigte im Ausland befinden oder mit wegen Krankheit oder Behinderung nicht an die Urne gehen können. (lzo)

Weitere Videos zu Donald Trump:

Trump blödelt bei Rede rum und bringt Simultanübersetzer ins Schwitzen

Video: watson/lucas zollinger

Das ist die Rhetorik zwischen Donald Trump und Gustavo Petro

Video: watson/lucas zollinger

Trump macht den «Sleepy Joe» – Jimmy Kimmel weiss, warum

Video: extern/Hanna Dedial
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Donald Trump: Das Leben (und die Psyche) des US-Präsidenten in Bildern
1 / 60
Donald Trump: Das Leben (und die Psyche) des US-Präsidenten in Bildern

Sicherlich hatte er bereits 1987 in seinem Trump Tower Office davon geträumt, dass er einmal die ganze Welt in Händen halten würde.

quelle: newsday rm / newsday llc
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Trump sprach zur Nation – gesagt hat er wenig Neues
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
62 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Frankygoes
07.01.2026 19:20registriert März 2019
Na ja, in der gleichen Rede hat er auch gesagt, man sollte die Midterms vielleicht einfach nicht stattfinden lassen. Problem ist also so gut wie gelöst.
1402
Melden
Zum Kommentar
avatar
mMn
07.01.2026 20:04registriert September 2020
Ich kenne einige, die Trump wählten und wieder wählen. Die lesen keine Zeitung oder so... sie haben nichts von Venezuela oder Epstein mitbekommen. Sie kapieren es einfach nicht. Die sagen einfach "you will see, he'll make America great again" viele Staaten werden ihn nach wie vor wählen.

Wir haben ein paar US-Staatsbürger in der Familie... sie wählten alle Harris. Vergebens...

Ich habe keine Hoffnung für dieses Land. Es wird kommen wie es muss: Krieg
1033
Melden
Zum Kommentar
avatar
DerPhysiker
07.01.2026 19:10registriert Februar 2022
Hoffentlich wirkt das als Wahl-Motivationsschub für alle Bürger:innen, die mit Trump unzufrieden sind!
823
Melden
Zum Kommentar
62
Trumps «State of the Union» – diese 8 Dinge fielen während der Rede auf
Die State of the Union Address («SOTU») ist eine jährliche Rede, die der US-Präsident vor dem Kongress hält und bei welcher er der Nation seine Sicht der Dinge schildert. Heute Nacht war Trumps Auftritt – das hatte er zu sagen.
Trump ging angeschlagen in seine erste SOTU-Rede der zweiten Amtszeit. Die US-Bevölkerung zeigt sich in Umfragen zunehmend unzufrieden mit der Politik des US-Präsidenten. Viele Menschen in den USA schienen zuletzt genug zu haben von Trumps aussenpolitischen Ausflügen und Anwandlungen, während sich die wirtschaftliche Lage kaum verändert und weiterhin viele unter hohen Preisen leiden. Sogar in den Bereichen Migration und Wirtschaft, zwei Themen mit denen Trump sich in der Vergangenheit profilieren konnte und die massgeblich für seinen Wahlsieg verantwortlich waren, schwand die Zustimmung.
Zur Story