Umfragen: Trumps Basis hält weiterhin zu ihm – doch ein Punkt muss ihm Sorgen bereiten
Donald Trump ist seit mehr als einem Jahr im Amt, in dieser Zeit hat er nicht nur aussenpolitisch für viel Aufruhr gesorgt, sondern auch mit seiner Innenpolitik die Gemüter erhitzt.
Doch wie stehen die US-Bürgerinnen und US-Bürger zur Arbeit des US‑Präsidenten? Eine Übersicht über die neuesten Umfragewerte von Trump:
Allgemeine Zustimmung
Trumps Werte zur allgemeinen Zustimmung (Job Approval) sind schlecht. Die durchschnittliche Zustimmung aus 16 verschiedenen Umfragen ergibt, dass lediglich 42,4 Prozent die Arbeit des US-Präsidenten gutheissen. Im Gegenzug sind 54,8 Prozent der US-Bürgerinnen und Bürger mit Trump unzufrieden. In fünf der 16 Umfragen liegt seine Zustimmungsrate sogar unter 40 Prozent. Und nur in einer Umfrage ist die Zustimmung höher als die Ablehnung.
Seit seinem Amtsantritt zeigt sich ein klares Bild: Die Zustimmung sinkt kontinuierlich, die Ablehnung steigt. Auch auffällig: Seine Werte verschlechterten sich ab dem 10. Januar merklich, was zeitlich mit der Erschiessung von Renée Good durch ICE am 7. Januar zusammenhängt.
Interessant ist der Vergleich mit Trumps demokratischen Vorgängern Joe Biden und Barack Obama. Bei Biden sehen die Zahlen nach einem Jahr im Amt (2022) nämlich ähnlich schlecht aus: Lediglich 41,3 Prozent waren damals mit der Arbeit von Biden zufrieden, während 54,2 Prozent diese ablehnten. Auch Obama kam im zweiten Jahr seiner zweiten Amtszeit auf keine positiven Werte (42,5 Prozent Zustimmung zu 52,9 Prozent Ablehnung). Diese Werte steigerten sich allerdings gegen Ende seiner Amtszeit wieder erheblich.
Wirtschaft
Ein besonders schlechtes Bild haben die US-Amerikaner von Trumps Wirtschaftspolitik. Im Schnitt sehen nur 40,7 Prozent der Befragten diese positiv, 55,9 Prozent negativ. In fünf von 15 Umfragen liegt die Zustimmung gar unter 40 Prozent. Keine einzige Umfrage zur Wirtschaft kommt dabei über eine Zustimmungsrate von 50 Prozent.
In einer Fox-Umfrage vom 28. Januar zum Beispiel heisst es: «Neues Jahr, gleich Meinung.» Die Mehrheit gab an, dass die Wirtschaft in schlechter Verfassung sei und es dem Land schlechter gehe als vor einem Jahr. Bei dieser Umfrage zeigt sich aber auch der politische Graben zwischen den beiden Parteien deutlich: So sehen die Republikaner die Wirtschaft bei weitem nicht so schlecht (61 Prozent sagen, den Leuten geht es besser als vor einem Jahr) wie die Demokraten (84 Prozent Ablehnung) und die Unabhängigen (71 Prozent Ablehnung).
Aussenpolitik
Ukraine, Gaza, Iran, Venezuela, Grönland: In der Aussenpolitik hat Trump keinen Stein auf dem anderen gelassen. Auch hier lehnen die meisten US-Bürgerinnen und ‑Bürger Trumps Vorgehen ab. Im Schnitt kommt er in elf Umfragen auf eine Zustimmung von gerade einmal 40,1 Prozent, 53,5 Prozent sehen seine Arbeit negativ. In fünf dieser Umfragen kommt er nicht über 40 Prozent Zustimmung.
Vor allem seine Ambitionen bezüglich Grönland kommen in der Bevölkerung nicht gut an. Eine Umfrage von Reuters/Ipsos Mitte Januar ergab, dass lediglich 17 Prozent für eine gewaltsame Einverleibung der Insel sind.
Auch in der Aussenpolitik zeigt sich wieder der tiefe Graben zwischen Republikaner und Demokraten: Während 40 Prozent der Republikaner glauben, die Grönland-Drohungen von Trump hätten keine grossen Auswirkungen auf die Partnerschaft mit der Nato, zeigen sich Demokraten (91 Prozent) sowie Unabhängige Wählerinnen und Wähler (70 Prozent) sehr besorgt über die Zukunft des transatlantischen Bündnisses.
Immigration
Am besten schneidet Trump in Migrations-Fragen ab, aber auch hier sehen seine Zahlen nicht gut aus. So sehen durchschnittlich 44,4 Prozent seine Immigration-Politik positiv, während 52,4 Prozent diese negativ beurteilen. Bei drei aus insgesamt 14 Umfragen rutscht die Zustimmung unter 40 Prozent, eine Umfrage ergibt eine 51-prozentige Zustimmung.
Schaut man sich die Umfragen genauer an, ist vor allem das Vorgehen von ICE für die schlechten Zahlen verantwortlich. Die meisten der Befragten (61 Prozent) beurteilen zum Beispiel in einer Umfrage von CBS von Mitte Januar das Vorgehen der Migrationsbehörde als «zu hart». Im November lag diese Zahl noch bei 56 Prozent.
Aber auch hier zeigt sich das gleiche Bild wie schon bei anderen Themen: Der Graben zwischen den Republikanern und Demokraten ist tief. Während die ICE-Aktionen bei den Republikanern auf einen positiven Zustimmungswert kommen, lehnen die Demokraten aber auch die unabhängigen Wähler diese konsequent ab.
Fazit
Die allgemeine Zustimmung zu Trump nach einem Jahr in seiner zweiten Amtszeit ist tief. Allerdings hatten auch seine beiden Vorgänger Joe Biden und Barack Obama damit zu kämpfen.
Auffällig ist bei allen grossen Themen der politische Graben. Während die Demokraten die Politik Trumps praktisch geschlossen ablehnen, halten die Republikaner weitgehend noch zu Trump.
Sorgen bereiten müssten Trump aber vor allem die unabhängigen Wählerinnen und Wähler. In der Innen- sowie in der Aussenpolitik steigt die Ablehnung dieser Wählergruppe immer weiter. In einem politischen System, in dem Wahlen vor allem durch die unabhängigen Stimmen entschieden werden, sind diese Zahlen für Trump angesichts der Midterms im November ein schlechtes Omen.
