Wirtschaft
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Bund spendiert Schweizer Verlagen ein Weihnachtsgeld von 1.85 Millionen Franken



Innenansicht aus dem Diogenes-Verlag in Zuerich. Eine Frau liest im Heft zum 50-jaehrigen Jubilaeum des Verlagshauses, aufgenommen am 30. Mai 2002.  (KEYSTONE/Martin Ruetschi) : FILM]

1.85 Millionen Franken stehen für die Verlage zur Verfügung.
Bild: KEYSTONE

Der Bund begegnet der Strukturkrise in den Schweizer Verlagen nun mit einer Verlagsförderung im Umfang von 1.85 Millionen Franken für alle Sprachregionen. Das Förderkonzept zu den Massnahmen gilt ab Januar 2016 und Gesuche können ab Februar 2016 eingereicht werden, bestätigt Anne Weibel, Leiterin Kommunikation beim Bundesamt für Kultur (BAK) entsprechende Informationen der Nachrichtenagentur SDA. Über Details will das BAK jedoch erst Ende Januar informieren.

Die strukturelle Verlagsförderung ist Teil der Kulturbotschaft 2016-2020, die der Nationalrat nach dem Ständerat bereits Anfang Juni 2015 verabschiedet hat. Seither haben Arbeitsgruppen mit Vertretern aus den Verlagen und vom BAK an den Details gefeilt. Ähnlich wie in der Filmförderungen über Kinoeintritte sollen sich die Förderbeiträge für die Verlage über die Kassenumsätze einzelner Bücher errechnen.

Pro Buch maximal 80'000 Franken

Damit jedoch nicht einzelne Verlage mit Bestsellern, beispielsweise Diogenes mit einem Werk von Martin Sutter, den Fördertopf überdurchschnittlich leeren, sollen die Beiträge pro Buch bei 80'000 Franken plafoniert werden; minimal sollen sie bei 7'500 Franken liegen. 2.5 bis 3.5 Prozent des Umsatzes mit einem Buch sollen über die Fördermassnahme gedeckt werden. Erwirtschaftet also ein Verlag mit einem Buch einen Umsatz von 1 Million Franken, erhält er rund 30'000 Franken aus dem Fördertopf; liegt der Umsatz aber beispielsweise bei 3 Millionen Franken, wird der Beitrag bei 80'000 Franken plafoniert.

Es liegt auf der Hand, dass Beiträge in diesem Umfang keinen Schweizer Verlag retten können. Auch die Währungsnachteile werden über diese Massnahmen nicht ausgeglichen. Aber: «Diese Förderung ist eine Anerkennung unserer kulturellen Leistung und deshalb ist sie wichtig», kommentiert Sabine Dörlemann vom gleichnamigen Verlag.

Und Lucien Leitess vom Unionsverlag sagt: «Die Verlagsförderung ist nur die längst fällige Unterstützung für diesen bisher stiefmütterlich behandelten Bereich der Kulturwirtschaft.» Seit Jahrzehnten sei dieses Thema auf der Tagesordnung und in anderen Ländern, beispielsweise in Österreich, längst mit deutlich grösseren Budgets realisiert. Doch weder Dörlemann noch Leitess können Angaben machen, was sie für ihre Verlage an Fördermitteln erwarten. Beim Diogenes Verlag gibt man sich grundsätzlich zugeknöpft zu diesem Thema, da das BAK «noch nicht offiziell informiert hat».

(sda)

Abonniere unseren Newsletter

Abonniere unseren Newsletter

Themen
1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Dr. Zoidberg 22.12.2015 09:47
    Highlight Highlight für ein buch, das 3 mio. umsatz macht und damit für den verlag ohnehin ein ziemlich gutes geschäft ist, bekommt der verlag noch mal 80000 sfr geschenkt. das ist mal eine sinnvolle massnahme, um die kulturelle vielfalt und und kleine, nicht am mainstream orientierte, verlage zu fördern.
    0 0 Melden

IBM schluckt Linux-Gigant Red Hat – 5 Fragen und Antworten zum Monsterdeal

Noch müssen die Aktionäre und die Aufsichtsbehörden zustimmen.

IBM will Red Hat übernehmen. Der Mega-Deal beträgt rund 34 Milliarden Dollar, wie die Unternehmen am Sonntag ankündigten.

Der Software-Gigant Red Hat ist vor allem durch sein Open-Source-Betriebssystem Linux bekannt geworden, das mit Microsofts Windows konkurriert.

Red Hat startete vor 25 Jahren mit einer eigenen Variante des Open-Source-Betriebssystems Linux, die vor allem auf Servercomputern verwendet wird. Heute erzielt das Unternehmen seinen Umsatz vor allem mit seinem Softwarepaket und …

Artikel lesen
Link to Article