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VW T6 Vorstellung

Der VW-Bus ist erstmals unter den Top 10 der neu zugelassenen Personenwagen. Obwohl bei Fussgängerunfällen gefährlicher, hat er ein besseres Image als SUVs wie der Porsche Macan. bild:pd

Der Hippiebus ist eine CO2-Schleuder – aber (fast) alle lieben ihn

Schweizer sind verrückt nach VW-Bussen. Kritik daran gibt es im Gegensatz zu den Geländewagen SUV kaum. Warum eigentlich?

Pascal Ritter / ch media



Es geschah am Rande der Klimademonstration in Bern. Ein Geländewagen der Marke Range Rover wurde vom Vorderreifen bis zum Heckfenster mit Aufklebern der Klimajugend zugeklebt. Da war er wieder, der SUV – das Sports Utility Vehicle, wie diese städtischen Geländewagen heissen, das Feindbild umweltbewusster Städter.

Gegen 100'000 an Klimademo – und ein SUV-Fahrer wird sich für immer an diesen Tag erinnern
Und er steht gleich auf zwei Parkverboten gleichzeitig. Das ist Arroganz vom Feinsten. Geschieht ihm recht

Bild: comments://186373685/2138186

Es ist gar noch nicht so lange her, da warben die Jungen Grünen mit durchgestrichenen Offroadern für ihre Initiative gegen umweltschädliche Fahrzeuge. Das Begehren wurde schliesslich zugunsten eines indirekten Gegenvorschlages zurückgezogen. Geblieben ist das Feindbild Geländewagen.

Das hat nicht nur mit dem CO2 zu tun, das die stark motorisierten Wagen ausstossen, sondern auch mit der Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer. Fussgänger und Velofahrer, aber auch die E-Biker und Elektrotrottinettfahrer, welche sich vermehrt in den Stadtverkehr stürzen, fühlen sich von Geländewagen bedroht.

Schweizer mögen grosse Autos – nicht nur SUVs

Gerade erst wurde die Diskussion wieder angeheizt, als in Berlin ein Porsche Macan – ein typischer SUV – in eine Gruppe Fussgänger raste. Bei dem Unfall starben vier Menschen. Es kam in der Folge zu Demonstrationen gegen Geländewagen in der Stadt.

SUVs gehören in der Schweiz zu den beliebtesten Autos. In den ersten zehn Plätzen der Neuzulassungsstatistik von Auto Schweiz befinden sich vier SUVs. Sozusagen im Windschatten dieser Stadtgeländewagen befindet sich aber ein anderes grosses Fahrzeug auf der Überholspur: der VW-Bus. Er erlebt in der Schweiz gerade ein Hoch.

In der Zulassungsstatistik von Auto Schweiz belegt der VW-T6 den neunten Platz. Kann er diesen Platz bis Ende Jahr halten, käme der Bus zum ersten Mal unter die zehn meistverkauften Personenwagen. Im Jahr 2013 rangierte er noch auf dem 51. Platz. Bis Ende September wurden 2019 in der Schweiz 3145 Fahrzeuge verkauft.

Mit dem leistungsstarken Macan S erweitert Porsche seine Kompakt-SUV-Reihe. Der Sportwagenhersteller bringt dabei einen Dreiliter-V6-Turbobenziner mit weiterentwickelter Brennraumgeometrie und Ottopartikelfilter zum Einsatz. Weiterer Text ueber ots und www.presseportal.ch/de/nr/100050872 (PPR/obs/Porsche Schweiz AG/Porsche)

Ein SUV wie er im Bilderbuch stehen könnte: Der Porsche Macan. Bild: PPR

Obwohl die VW-Busse die Schweizer Strassen erobern, blieben sie bisher von Kritik weitgehend verschont. Sieht man Kleber auf einem Bus, sind es meist Erinnerungsstücke aus Feriendestinationen oder ein alter «Atomkraft? Nein danke»-Sticker.

Auffällig ist, dass der VW-Bus im Unterschied zum SUV auch bei einer Klientel beliebt ist, die sonst eher dem Umweltschutz nahesteht. So sind etwa öffentliche Parkplätze einer Wohnbaugenossenschaft in Zürich, die in ihren Statuten eine möglichst umweltfreundliche Bauweise verankert hat, auffällig oft von VW-Bussen belegt.

Büssli für Fussgänger gefährlicher

Im Vergleich mit Geländewagen schneidet der VW-Bus allerdings nicht unbedingt besser ab. Nehmen wir einmal den Aspekt Sicherheit. Zwar sieht ein Porsche-SUV des Typs Macan unheimlicher und aggressiver aus, wenn er aus der Tiefgaragenausfahrt auf einen Fussgänger zudonnert, der Fussgänger ist dabei aber sicherer, als wenn die freundliche Büssli-Nase eines VW T5 einem entgegenschnäuzt.

Dies belegen die Crashtests des europäischen Neuwagenbewertungsprogramms. Der VW-Bus T5 kommt auf einen Fussgängersicherheitswert von gerade einmal 30 Prozent. Vor allem Beine und Füsse von Passanten sind bei einer Frontalkollision gefährdet. Ausgerechnet der Porsche Macan, der in den tragischen Unfall in Berlin involviert war, ist doppelt so sicher. Er kommt auf einen Wert von 60 Prozent.

T5 transporter of German car manufacturer VW are displayed on September 23, 2014 in Hanover, central Germany during the preview day of the 65th IAA Commercial Vehicles 2014 fair. The fair runs from September 25 to October 2, 2014.  AFP PHOTO / DPA/ JULIAN STRATENSCHULTE   GERMANY OUT

Der VW T5. Bild: DPA

In der Gesamtbewertung, in die auch die Sicherheit der Insassen und der Sicherheitsassistent einfliessen, bekommt der Porsche fünf von fünf Sternen, der VW-Bus nur vier.Immerhin ist ein VW-Bus etwas ökologischer als ein schwerer Porsche-SUV. Gemäss dem Hersteller verbraucht ein Porsche Macan mit Benzinmotor und 245 PS 186 Gramm CO2 auf einem Kilometer und 8.2 Liter Treibstoff.

Bei einem VW-Bus des Modells Multivan Trendline mit Dieselmotor und 102 PS sind es 169 Gramm pro Kilometer und 6.5 Liter auf 100 Kilometer. Zwar weniger als der auch deutlich teurere Porsche, aber auch nicht gerade ökologisch vorbildlich. Und das ist ein neues Modell. Ältere Nostalgikerbusse haben eine noch eine deutlich schlechtere Ökobilanz.

Der Hippiefaktor und der Faktor Camping

Was hat also den VW-Bus bisher vor einem schlechten Ruf bewahrt? Es dürften Nostalgie, Design und der Faktor Camping sein. Der Mundart-Reggae-Künstler Dodo besingt den Hippiebus. Im dazugehörigen Video wird der Bus durch bemalten Karton dargestellt. Fröhliche Menschen ziehen damit ganz harmlos durch die Stadt. Der SUV hingegen kommt in Filmen oder Videoclips eher als Fahrzeug für Banker, Staatsmänner oder Gangsterrapper vor.

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Der VW-Bus steht noch immer für ein relaxtes Lebensgefühl. Bild: Shutterstock

Hinzu kommt der Campingboom. Zeltplätze wurden in den letzten Jahren wieder beliebter. Gerne werden sie mit dem VW-Büssli angesteuert. Nicht zuletzt ist der Minibus für klimabewusste Reisende eine Art Flugmethadon: Es ist zwar umweltschädlicher als Velofahren, aber immer noch viel besser als Fliegen.

Wird das Büssli auch in Zukunft von der Klimakritik verschont? Nicht unbedingt. Bereits gibt es erste Anzeichen, dass auch der Hippiebus – auch wenn noch so herzig – Opfer des neuen Umweltbewusstseins sein wird. Als der Aargauer Ständratskandidat Thierry Burkart stolz sein Wahlkampfmobil, einen alten VW-Bus, präsentierte, wurde er von links wegen seiner «alten Dreckschleuder» angegiftelt. (aargauerzeitung.ch)

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