DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
VW über den Abgasskandal: «Spagat zwischen Vorgaben in den USA und in Europa immer schwieriger zu lösen.»<br data-editable="remove">
VW über den Abgasskandal: «Spagat zwischen Vorgaben in den USA und in Europa immer schwieriger zu lösen.»
Bild: EPA/DPA

VW rechtfertigt Abgasskandal: «Zeit- und Kostendruck in der Motorenentwicklung»

06.03.2016, 20:3407.03.2016, 11:23

Zeit- und Kostendruck in der Motorenentwicklung haben nach Darstellung des VW-Konzerns den Abgasskandal entscheidend begünstigt. Und gemäss Klageerwiderung des Konzerns war die Führungsetage erst spät über die Manipulationen informiert gewesen.

Volkswagen-Techniker hätten den Ausweg über die illegale Software gewählt, da sie bei den Arbeiten für den Skandalmotor EA189 anders als früher nicht mehr auf legalen Wegen an ihr Ziel zu kommen glaubten.

In der knapp 120-seitigen Klageerwiderung von VW, die der Nachrichtenagentur DPA vorlag, schreiben die VW-Anwälte zu den Ursachen der grössten Krise in der rund 80-jährigen Firmengeschichte, dass der Spagat zwischen den Abgasvorgaben in den USA und denen der EU immer schwieriger zu lösen gewesen sei.

Vorgaben nur auf Kosten der anderen optimierbar

Es mussten die in den USA geltenden strengen Stickoxidwerte sowie die in der EU geltenden Russpartikel- und Kohlendioxidgrenzwerte erreicht werden. Die einen Vorgaben seien oft nur auf Kosten der anderen optimierbar, hiess es weiter.

Anders als in der Vergangenheit sei beim Motortyp EA189 offenbar kein Weg gefunden worden, um die strengeren US-amerikanischen Stickoxid-Normen zu erfüllen. Deshalb sei es zur Verwendung der Software gekommen, begründet der Konzern die Triebfeder der Affäre, bei der am Ende weltweit elf Millionen Diesel manipuliert wurden.

Techniker erschwerten Aufklärung

Auch hätten die eigenen Techniker die interne Aufklärung zur Dimension des Abgasskandals erschwert. Demnach verdichteten sich erst ab Mai 2015 auch auf der Führungsebene des Konzerns die Hinweise darauf, «dass es zum Einsatz einer gegen US-Recht verstossenden Software gekommen sein könnte».

Daraufhin habe man den Druck «insbesondere durch Rückfragen bei Technikern der in Frage kommenden Abteilungen intensiviert», schreibt VW. «Diese internen Aufklärungsbemühungen, die durch das »Mauern« einzelner Techniker erschwert wurden, führten schliesslich zu der Offenlegung der Softwareveränderung» gegenüber den beteiligten US-Behörden am 3. September des vergangenen Jahres. (egg/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

8 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
8
Leuchtreklamen ablöschen, Sauna verbieten: Dieser Plan tritt bei Strommangel in Kraft
In Spitzenzeiten könnte in der Schweiz der Strom ausgehen. Denn wenn das russische Gas nicht mehr fliesst, hat das auch Auswirkungen auf die Elektrizitätsversorgung. Ein «Massnahmenportfolio» zeigt, was dann in welcher Priorität geschieht.

Im Moment bleibt es bei schmerzlosen Spartipps an die Bevölkerung, aber was geschieht, wenn das nicht mehr reicht? «Bei einem Mangel läuft die Bewirtschaftung über eine Organisation der Strombranche», sagt Energieministerin Simonetta Sommaruga in einem Interview mit der «SonntagsZeitung». Den Namen dieser Organisation nennt sie nicht, und sie macht auch keine konkreteren Angaben über den Ablauf.

Zur Story