Wirtschaft
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Auterion-Gründer Lorenz Meier (l.) und Kevin Sartori.
https://auterion.com/

Auterion-Gründer Lorenz Meier (l.) und Kevin Sartori. Bild: Auterion

Drohnen der US-Army fliegen in Zukunft nur mit Software aus Zürich



Die Zürcher Firma Auterion ist erst 2017 gegründet worden – und bereits ist das Start-up mit seiner Software-Plattform PX4 für Drohnen quasi ein Monopolist: 75 Prozent der Flugapparate weltweit laufen auf dieser Open-Source-Software. PX4 ist, wie es Auterion-CEO Lorenz Meier gegenüber dem Portal «Netzwoche» formulierte, «das Android für Drohnen».

Nun haben die Zürcher einen besonders dicken Fisch an Land gezogen: Das Pentagon hat entschieden, dass künftig die unbewaffneten Kamera-Drohnen der US-Army* auf der Plattform PX4 laufen müssen, wie Auterion in einer Mitteilung schreibt. CEO Lorenz Meier hält dies für den Durchbruch, wie er der «Handelszeitung» sagte. Tatsächlich kommt in Zukunft kein Drohnen-Hersteller, der die amerikanischen Streitkräfte beliefern will, noch an der Auterion-Software vorbei.

Der Deal mit dem US-Verteidigungsministerium bringt dem ETH-Spin-off laut Angaben der «Handelszeitung» vier Millionen Franken Umsatz direkt. Doch dies dürfte nur ein bescheidener Teil des zu erwartenden Geldsegens sein. «Wir rechnen mit Dutzenden Millionen Franken Umsatzsteigerung über die nächsten 24 Monate», sagte Meier der «Handelszeitung».

Ethik-Kodex**

Auterion hat sich als Enterprise Unternehmen, das eine kommerzielle Software herstellt, bereits vor Abschluss des Geschäfts einen Ethik-Kodex gegeben, der bestimmte Anwendungen ausschliesst. Insbesondere bestimmt dieser Kodex, dass Auterion nicht an bewaffneten Drohnen arbeitet.
Auterion kann aufgrund dieses Kodex nicht alle Drohnen des US-Militärs bedienen, sondern nur die unbewaffneten Kamera-Drohnen. ​

Quelle: Auterion

Als nächsten Grosskunden visiert Auterion nun das Marine Corps an, mit dem bereits Gespräche geführt werden. Danach sollen weitere Sicherheitsorgane der USA folgen, so der US-Bundesgrenzschutz und die US-Bundespolizei.

(dhr)

* In der ursprünglichen Version des Artikels stand irrtümlich, dass «sämtliche Drohnen der US-Army» auf der Plattform PX4 laufen müssten.
** In der ursprünglichen Version des Artikels ​war der Hinweis auf den Ethik-Kodex von Auterion noch nicht vorhanden.

Italienische Polizei mit Drohnen auf Streife

Video: watson

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Nach diesen 34 Drohnenbildern willst du ein Vogel werden

Kurzfilm warnt vor kleinen Killer-Drohnen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

37 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
GERTY
02.10.2020 16:15registriert September 2016
Schön zu hören, dass das der Entwicklungsstandort Schweiz in der IT-Branche international mithalten kann!
Nicht schön zu hören, dass eine Schweizer Firma Deals mit der US-Army abschliesst.
Diese wirtschaftliche Tendenz will ich nicht mittragen müssen.
Für mich ein weiterer Grund bei der Kriegsgeschäfte-Initiative am 29. November ein JA einzuwerfen.
407149
Melden
Zum Kommentar
raues Endoplasmatisches Retikulum
02.10.2020 16:44registriert July 2017
Nicht wenn das Verbot der Finanzierung von Rüstungsgüter im November angenommen wird.
Klassischer Fall von Dual-Use.
Eine Drohne mit einer Kamera kann sowohl eine Hochzeitsparty in Züri-West als auch einen Hügel in Malis Norden aufnehmen.
17543
Melden
Zum Kommentar
TanookiStormtrooper
02.10.2020 18:38registriert August 2015
Hurra! Mit Schweizer Technik "aus versehen" ein Kinderkrankenhaus oder eine Hochzeitsgesellschaft im Nahen Osten wegballern. Wir können wirklich sehr stolz auf uns sein. 🙄🤮
214107
Melden
Zum Kommentar
37

Warum die Ostschweizer Kantone auf die Maskenpflicht pfeifen

Kantönligeist olé: Punkto Maskenpflicht tanzen die Ostschweizer Kantone aus der Reihe. Trotz den explodierenden Fallzahlen sieht der Präsident der Ostschweizer Gesundheitsdirektorenkonferenz wenig Handlungsbedarf.

Ob in St.Gallen, Appenzell Innerrhoden oder Glarus: Im Gegensatz zu weiten Teilen der Schweiz denken die Ostschweizer Kantone derzeit nicht daran, eine Maskenpflicht in Läden oder öffentlichen Räumen einzuführen. Dies, obschon die Fallzahlen auch in diesen Gebieten teils drastisch steigen.

Warum schwimmt die Ostschweiz gegen den Strom? Die Fäden laufen bei der Gesundheitsdirektorenkonferenz der Ostschweizer Kantone (GDK-Ost) zusammen. Deren Präsident ist der Glarner Regierungsrat Rolf Widmer …

Artikel lesen
Link zum Artikel