Wirtschaft
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Underwear printed with images of euro banknotes are seen on a washing line, in this picture illustration taken in Athens November 9, 2014. A year-long investigation into allegations of collusion and manipulation by global currency traders is set to come to a head on Wednesday, with Britain's financial regulator and six big banks expected to agree a settlement involving around £1.5 billion ($2.38 billion) in fines. The settlement comes amid a revival of long-dormant volatility on the foreign exchanges, where a steady rise of U.S. dollar this year has depressed oil prices and the currencies of many commodity exporters such as Russia's rouble, Brazil's real and Nigeria's naira - setting the scene for more turbulence on world financial markets in 2015. Picture taken November 9, 2014. REUTERS/Yorgos Karahalis  (GREECE - Tags: BUSINESS CRIME LAW POLITICS)

ATTENTION EDITORS: PICTURE 05 OF 23 FOR WIDER IMAGE PACKAGE 'ANOTHER DAY ANOTHER DOLLAR'
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Wie viel ist das Geld noch wert? Griechen heben Milliarden Euro ab. Bild: YORGOS KARAHALIS/REUTERS

Angst vor Regierungswechsel

Griechische Sparer ziehen Milliarden von ihren Konten ab

Vor den Neuwahlen wächst in Griechenland die Unsicherheit: Binnen wenigen Wochen haben Sparer und Unternehmen 2,5 Milliarden Euro von ihren Konten geholt. Die Banken fürchten einen Ansturm auf die Geldautomaten – und sorgen vor. 



Ein Artikel von

Spiegel Online

Die anstehenden Neuwahlen versetzen viele Griechen in Panik: Aus Angst vor politischen und wirtschaftlichen Turbulenzen hoben Sparer und Unternehmen laut Medienberichten im Dezember insgesamt 2,5 Milliarden Euro von ihren Bankkonten ab. Die derzeitige «Mini-Kapitalflucht» sei ungewöhnlich und lasse sich nur damit erklären, dass die Bürger sich grosse Sorgen machen angesichts der vorgezogenen Wahlen, berichtete die konservative Athener Zeitung «Kathimerini» am Mittwoch.

Die Tendenz, Geld abzuheben, hatte demnach bereits im November begonnen, im Umfang von rund 200 Millionen Euro. Ein Ansturm auf die Banken sei dies nach Schätzungen von Fachleuten eindeutig nicht. Die Entwicklung zeige aber die Besorgnis der Bürger, hiess es in dem Zeitungsbericht. 

Auf keinen Fall einen «Bank Run» auslösen

Am Montag hatte der Direktor einer Bankfiliale in der Athener Vorstadt Peristeri gesagt, man gehe vor allem bei Geldautomaten sehr vorsichtig vor: Damit auf keinen Fall ein «Bank Run» ausgelöst wird, sorgten die Institute dafür, dass alle Geräte ausreichend mit Geld bestückt sind.  

Nachdem der ehemalige EU-Kommissar Stavros Dimas am Montag mit dem Versuch gescheitert war, neuer griechischer Staatspräsident zu werden, wurden für den 25. Januar Parlamentswahlen angesetzt. Aktuelle Umfragen in Griechenland zeigen einen Vorsprung des Linksbündnisses Syriza von Alexis Tsipras. Dieser strebt eine Neuaushandlung des griechischen Konsolidierungsprogramms und einen Schuldenschnitt an. Die bürgerliche Nea Dimokratia (ND) unter dem amtierenden Regierungschef Antonis Samaras hat allerdings in den vergangenen Tagen nach Angaben von Demoskopen aufgeholt. 

Griechenland

Nach dem «Grexit» zurück zur Drachme?

Der ehemalige Chefökonom der Europäischen Zentralbank (EZB), Jürgen Stark, äusserte mit Blick auf die Neuwahlen in Griechenland Kritik an der Rettungspolitik der EZB. «Griechenland war seit 2010 faktisch mehrfach insolvent», sagte er der «Süddeutschen Zeitung». Immer wieder sei mit neuem Geld der Mitgliedstaaten und der EZB die Insolvenz verschleppt worden. Jetzt zeigten sich «die nach wie vor ungelösten Probleme in aller Schärfe». Aus Protest gegen die Rettungsmassnahmen der EZB war Stark 2011 zurückgetreten. 

Der Chef des Münchner Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, hält einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone für bedenkenswert. Als Regierungschef würde der Chef der Linken Tsipras sein Land wohl in der Währungsunion halten wollen, aber nicht um jeden Preis, sagte Sinn dem «Tagesspiegel». Daher sei ein «Grexit»-Szenario nicht ganz unwahrscheinlich. Es träte dann ein, wenn sich Athen weitere Notkredite besorgen oder sich am Kapitalmarkt nicht mehr finanzieren könnte – Tsipras müsste so zur Drachme zurückkehren.  

(cst/dpa/Reuters)

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